Welzheim

Neue Schwäbische Waldfee gesucht

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Fit im Feenkleid: Bei der 24-Stunden-Wanderung war Sara Zaiss aktiv als Wanderin mit dabei. © Naturparkarchiv Schwäbisch-Fränk

Backnang/Berglen. „Ich war eine leidenschaftliche Fee“, sagt Sara Zaiss. Die aus Berglen stammende 24-Jährige war jetzt ein Jahr lang Waldfee und wird im Mai abgelöst. Bis dahin wird sie 50 Auftritte im grünen Gewand hinter sich gebracht haben. Sie spricht von einem ereignisreichen Jahr und von märchenhaften Begegnungen. Einen Wunsch hat sie an die Nachfolgerin: „Sie soll gut auf mein Schätzle aufpassen.“

Ihr Schätzle, wie Sara Zaiss ihren kleinen Flitzer nennt, das ist der Mini, den die Waldfee während ihrer Amtszeit zur Verfügung gestellt bekommt, um zu den Auftritten zu fahren. Im Gegensatz zu ihrem grünen Feenkleid darf Sara Zaiss den Feen-Dienstwagen nicht behalten. „Die neue Waldfee bekommt ein neues Kleid, aber das alte Auto.“ Etwas wehmütig, aber sehr dankbar, blickt die 24-Jährige zurück auf das vergangene Jahr: „Schwäbische Waldfee – das war das Jahr meines Lebens. Es hat so viel Spaß gemacht. Die Sympathie und Aufmerksamkeit, die mir entgegengebracht wurde, ist unvorstellbar.“

Im Feen-Kleid durchs Jahr

Das Netzwerk, das man knüpfe, die vielen Kontakte, die man bekomme, und die vielen Begegnungen, die man im Laufe dieser Feen-Amtszeit habe, seien mit nichts zu vergleichen. Ein ereignisreiches Jahr sei es gewesen, bilanziert die junge Frau und erinnert sich gerne zurück an die Anfänge und das Bewerbungsverfahren. „Berglen kam ja erst 2016 als Gemeinde zum Schwäbischen Wald dazu, nur deshalb war eine Bewerbung für mich überhaupt möglich“, erzählt Sara Zaiss. Obwohl sie beim Landratsamt arbeitet und sich mit dem Prozedere der Waldfee-Wahl auskennt, habe sie sich nicht vorstellen können, selbst Waldfee zu sein. „Meine Mutter ist eigentlich schuld“, lacht die 24-Jährige. Bei einer Vereinsversammlung habe der Bürgermeister in die Runde gefragt, ob man nicht jemanden kenne, der bei der Waldfee-Wahl mitmachen möchte. „Die Freundin meiner Mutter nannte daraufhin meinen Namen.“ Die erste Reaktion der jungen Frau: „Du spinnst wohl. Ich habe keine Zeit und keinen Nerv.“ Beworben habe sie sich dann eigentlich nur, „damit im Umfeld Ruhe herrschte“. Dass sie gewählt werden würde, damit habe sie wirklich nicht gerechnet. Und jetzt sagt sie: „Ich würde es immer wieder tun. Ich habe nichts bereut, es war eine unvergessliche Zeit.“

Viele Sonntagstermine

Hemmungen vor Auftritten oder gar Angst – nein, das habe sie eigentlich nie verspürt. Aber sie gibt offen zu: „Aufgeregt war ich schon, als ich beim Andrea-Berg- Heimspiel vor so vielen Menschen ein paar Worte sagen durfte.“ Oft habe sie einfach aus dem Bauch heraus reagiert, damit sei sie gut gefahren: „Ich bin keine, die sich alles aufschreibt und dann nach diesem Konzept vorgeht.“ Natürlich wurde bei der ein oder anderen Veranstaltung im Vorfeld genau besprochen, was die Waldfee sagen sollte – „aber das war ja alles kein Problem“. Ihr Hobby, das Reiten, habe sie „nur ein klein wenig zurückgestellt“. Aber im Großen und Ganzen sei das „kein großes Ding gewesen“. Man müsse sich als Waldfee im Klaren darüber sein, dass man an vielen Sonntagen Termine einplanen muss. Zaiss: „Den Terminkalender muss man da schon gut unter Kontrolle haben.“

Bei Wind und Wetter

Das Einzige, was nicht immer einfach gewesen sei: bei Winter und Wetter, bei Hitze und Kälte im wehenden Feen-Kleid aufzutreten. Was im Sommer noch recht angenehm war, wurde bei Auftritten im Herbst und Winter zur Herausforderung: „Da habe ich schon mal eine Strumpfhose mehr angehabt, oder eine Leggins unter dem Kleid.“

Seit sie von der vierten Waldfee Sonja Bischoff die Kette überreicht bekam, waren ihr Feenzauber und ihr charmantes Wesen auf vielen Veranstaltungen gefragt. Sie war die feenhafte Repräsentantin der Ferien- und Genussregion Schwäbischer Wald.

Besonders haben ihr die Veranstaltungen Spaß gemacht, bei denen Kinder zugegen waren. Alles Mögliche wurde sie gefragt: Ob sie ihre Flügel daheim vergessen habe, ob sie fliegen und zaubern könne. Sara Zaiss schmunzelt augenzwinkernd: „Ich habe immer eine Antwort parat gehabt: Meine Flügel habe ich nur entfaltet, wenn ich unsichtbar war, und gezaubert habe ich nur dann, wenn ich genügend Feenstaub dabei hatte.“ Auf die Frage hin, ob sie Wünsche erfüllen könnte, hat sie geantwortet: „Ja – du musst ganz fest an deinen Wunsch glauben.“

Keine Angst vor dem Amt

Abgesehen von den Annehmlichkeiten konnte sie ihr Wissen über den Schwäbischen Wald erweitern: „Ich dachte, ich kenne alles – aber ich wurde eines Besseren belehrt.“

Neben den Verpflichtungen für die Waldfee ist auch noch die ein oder andere angenehme Begleiterscheinung dabei: Während ihrer Amtszeit erhält die Schwäbische Waldfee nicht nur ein maßgeschneidertes Kleid – außerdem gibt es ein Fotoshooting für Autogrammkarten, bezahlte Friseurtermine, und die Auftritte werden finanziell belohnt. Wer neue Waldfee wird, steht noch nicht fest. Kandidatinnen haben noch die Möglichkeit, sich bis 14. März zu bewerben.

Wer Sara Zaiss beerben will, sollte auf jeden Fall eine kommunikative Art mitbringen. „Ich habe Prospekte verteilt und dabei Fragen beantwortet oder kurze Vorstellungen am Infostand übernommen“, beschreibt die junge „Noch-Waldfee“ Beispiele ihrer Tätigkeit. Aber sie betont auch: „Angst muss man vor diesem Amt nicht haben. Man wird nie alleine gelassen. Die Mitarbeiter der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald und des Landratsamts stehen bei jeglicher Tätigkeit zur Seite, und auch Landrat Dr. Richard Sigel nimmt einen an die Hand, wenn es sein muss“, sagt Sara Zaiss mit strahlenden Feenaugen. Ihr Amt endet am Pfingstmontag, 21. Mai, dann wird sie die Waldfee-Kette an die neue Botschafterin abgeben.

Bewerbung

Alle potenziellen Kandidatinnen sind aufgerufen, sich bis zum 14. März zu bewerben.

Bedingung für eine Teilnahme ist, dass die Bewerberin ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt im Schwäbischen Wald hat und volljährig ist.

Folgende Kommunen freuen sich auf die Bewerbungen, die an den jeweiligen Heimatort direkt zu richten sind: Alfdorf, Althütte, Aspach, Berglen, Großerlach, Gschwend, Kaisersbach, Mainhardt, Murrhardt, Oppenweiler, Rudersberg, Spiegelberg, Sulzbach an der Murr, Weissach im Tal, Welzheim und Wüstenrot.

Gewählt wird die neue Schwäbische Waldfee durch den Vorsitzenden Landrat Dr. Richard Sigel und die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden am 11. April in Berglen. Öffentlich gekürt wird sie am 21. Mai auf dem Mühlentag an der Heinlesmühle bei Alfdorf.

Infos und Bewerbungsunterlagen gibt es bei den Kommunen oder im Internet unter www.schwaebischerwald.com.