Welzheim

Neue Sirenen helfen im Notfall, die Bevölkerung in Welzheim zu warnen

Sirene Breitenfürst
Sirene in Breitenfürst. © Gabriel Habermann

Ende der Woche soll es zu heftigen Unwettern im Rems-Murr-Kreis kommen. Die Hochwassergefahr steigt. Jetzt ist Welzheim nicht dafür bekannt, dass das Hochwasser für große Schäden sorgt, aber durch die Unwetter können sich eben auch andere Gefahrenquellen auftun. Um die Bevölkerung frühzeitig zu warnen, ist eine Möglichkeit das Sirenenwarnsystem.

Aufgrund des unbefriedigenden Ergebnisses des bundesweiten Warntags hat die Piratenfraktion in den Jahren 2020 und 2021 angeregt, das mangelhafte Sirenennetz in Welzheim zu überprüfen und möglicherweise zu reaktivieren. Die Stadt Welzheim hat daraufhin untersucht, wie viele Sirenen neu gekauft werden müssten und was es kostet. Der Stadtrat hat wegen damaliger Kosten in Höhe von 154.000 Euro für zehn neue Warnsirenen einen Aufbau des Netzes 2021 abgelehnt.

Die Piratenfraktion kündigte einen erneuten Versuch an, wenn das versprochene Bundesprogramm steht, und kritisierte Kreis-, Land- und Bundesbehörden für die Uneinigkeit beim Bevölkerungsschutz. Die Stadtverwaltung Welzheim hat nach der Katastrophe im Ahrtal und dem Start des Bundesprogrammes zur Förderung der Sirenen im Oktober 2021 einen Antrag gemäß der Richtlinie zum Sonderförderprogramm Sirenen des Bundes beim Innenministerium Baden-Württemberg eingereicht. Der Förderantrag beinhaltete folgende Standorte: Eselshalden, Langenberg, Breitenfürst, Eberhardsweiler, Aichstrut, Eckartsweiler und vier Standorte im Stadtkern. Der Förderantrag fiel positiv aus und der Stadtrat beschloss nun doch den Aufbau eines Warnsystems.

Katastrophe im Ahrtal zeigt Bedeutung von Sirenen

„Mit keinem anderen System lässt sich die Bevölkerung so schnell, umfassend und flächendeckend warnen wie mit Sirenen, und dies ist auf dem Land besonders wichtig“, macht der Fraktionsvorsitzende der Piraten, Philip Köngeter, noch mal deutlich.

„Wir freuen uns daher, dass wir jetzt auch in Welzheim den Wert von neuen Warnsirenen erkannt haben. Warum wir in Deutschland aber immer erst nach einer Katastrophe zu einem solchen Schritt bereit sind, bleibt für uns ein Rätsel. Es musste leider erst die Katastrophe im Ahrtal geschehen, damit deutschlandweit festgestellt wird, dass wir beim Katastrophenschutz nicht so gut dastehen wie gedacht.“

Im Frühjahr 2022 ging ein positiver Förderbescheid bei der Stadtverwaltung mit einer Fördersumme von 121.500 Euro ein. Die Arbeiten sollen zeitnah öffentlich ausgeschrieben werden, eine Vergabe ist im Herbst vorgesehen. Für den Bau des flächendeckenden Sirenennetzes auf der Gemarkung Welzheim hat das Stadtbauamt aktuell jedoch Baukosten in Höhe von 400.000 Euro kalkuliert. Im Vorjahr lag die Kostensumme noch bei 160.000 Euro. Die Steigerung ist auf die gestiegene Nachfrage, die Baupreisentwicklung sowie die Verfügbarkeit zurückzuführen.

Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr sprach sich nie gegen ein Sirenenwarnsystem aus, aber erst musste man abwarten, ob die Fördersumme auch kommt, und es sei wichtig, dass man in mehrere Warnsysteme investiere. „Das Sirenenwarnsystem alleine reicht im Ernstfall nicht aus“, so Bernlöhr in einer der letzten Gemeinderatssitzungen.

Wichtig sei es nämlich, die Bevölkerung auch mit Sirenen vertraut zu machen. „Es bringt doch nichts, wenn man die Sirenen hört und nur denkt, es ist eine Probensituation und kein echter Notfall. Hier muss man einiges tun, um die Menschen mitzunehmen“, so Bernlöhr. Und der Bürgermeister ergänzt: „Nicht nur die Förderung ist wichtig, sondern auch das kreisweit abgestimmte Vorgehen, denn sonst können die Sirenen der Kommunen nicht per integrierter Rettungsleitstelle alarmiert werden und es bliebe eine Insellösung.“

Ende der Woche soll es zu heftigen Unwettern im Rems-Murr-Kreis kommen. Die Hochwassergefahr steigt. Jetzt ist Welzheim nicht dafür bekannt, dass das Hochwasser für große Schäden sorgt, aber durch die Unwetter können sich eben auch andere Gefahrenquellen auftun. Um die Bevölkerung frühzeitig zu warnen, ist eine Möglichkeit das Sirenenwarnsystem.

Aufgrund des unbefriedigenden Ergebnisses des bundesweiten Warntags hat die Piratenfraktion in den Jahren 2020 und 2021 angeregt, das

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