Welzheim

Rezepte für ein Last-Minute-Weihnachtsmenü: Ideen der Landfrauen aus Welzheim und Pfahlbronn

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Wie bereite ich den Stallhasen zu? © Privat

Vor Corona musste mancher ans Kochen keinen Gedanken verschwenden. An Heiligabend hat er sich mit dem schwäbischen Klassiker „Saitenwürste und Kartoffelsalat“, den jeder irgendwie hinkriegt, ums Kochen herumgedrückt. Am ersten Feiertag ließ man sich das Bäuchlein dann mit feinem Weihnachtsschmaus bei Müttern oder bei der Oma füllen und am zweiten Weihnachtstag ließ man sich mit der Verwandtschaft im Restaurant verwöhnen. Daraus wird nun nichts.

Verwandtschaftsbesuche abgesagt, Restaurants geschlossen - dieses Jahr kochen viele zum allerersten Mal. Für Kocheinsteiger, Kurzentschlossene und auch für routinierte Weihnachts-Köche haben uns die Landfrauen aus Welzheim und Pfahlbronn einige ihrer Rezeptideen verraten. Dazu Tipps, wie man ganz ohne Stress sein eigener Koch ist und bei der Weihnachtskochetse garantiert Freude aufkommt. Denn was kann es Schöneres geben, als sich ein gutes Essen zu kochen, es mit allen Sinnen zu genießen und sich und anderen damit etwas Gutes zu tun? Und dies ganz besonders in diesem Jahr.

Weihnachtsküche entstresst angehen

Tipp der Welzheimer Landfrauen für Kochmuffel oder Anfänger, die es noch nicht gleich mit einer Gans aufnehmen möchten.

„Ich finde Schmorgerichte oder Aufläufe gut geeignet. Da gibt es die Vorbereitungsphase und danach kann man das Gericht sich selbst überlassen und sich um die Beilagen kümmern. Für den Anfang etwas auswählen, das sich nicht zu kompliziert anhört. Allerdings sollte man unbedingt das Essen vorher einmal zur Probe gekocht haben. So weiß man, wie lange man selbst zur Zubereitung benötigt und ob es so schmeckt, wie man es sich vorstellt.

Wenn man eine Vorspeise und einen Nachtisch wählt, die sich einen Tag vorher oder noch früher zubereiten lassen, kann man sich ganz auf den Hauptgang konzentrieren. Wichtig finde ich auch, dass man nicht zu ehrgeizig an die Menüs herangeht. Man sollte nicht vergessen, dass eine abgehetzte Person, die keine Zeit für ihre Gäste hat, nicht zu einer gemütlichen Atmosphäre beiträgt.“ Elisabeth Jacobi, Vorsitzende der Landfrauen Welzheim

„Es gibt keine schweren Rezepte“

Isabel Munk vom Vorstand der Landfrauen Pfahlbronn sagt: „Es gibt überhaupt keine schweren Rezepte.“

„Kochen braucht nur Mut, etwas Wurstigkeit und Improvisation. ... sprich, es ist wurstegal, wenn ich nicht alle Zutaten da habe, dann ist es eben nur Zucker anstatt Vanillezucker oder Rauchfleisch anstatt Bacon. Oder Wasser anstatt Milch.“

Das gibt’s bei Elisabeth Jacobi

Die Vorsitzende der Landfrauen Welzheim hat sich vom eigenen Gänsebraten schon lange verabschiedet. „Und zwar seit dem Jahr, als es statt der Gans ein verkohltes Brikett gab, das war 1985“, schreibt sie dazu und schildert uns sehr humorvoll ihre Erinnerungen:

„Wir, mein Mann, meine 1 1/2 jährige Tochter und ich, wohnten bei meinem Großvater im Haus. Nachdem die Kleine geholfen hat, den Weihnachtsbaum zu schmücken und alles vorbereitet war, schmorte die Gans im Backofen. Wir besuchten so lange meinen Großvater ein Stockwerk höher, der Letzte schmuggelte die Geschenke fürs Kind unter den Baum. Und so geschah es, dass ich rechtzeitig zum Begießen der Gans zurück in die Küche ging und nur noch Rauchwolken und ein unförmiges schwarzes brikettförmiges Teil im Bräter vorfand. Der Backofen hatte sich verabschiedet, die Aufheizphase setzte sich gefühlt bis 300 Grad fort. Großes Lamento, was tun? Die Notlösung waren die Saitenwürstle aus der Gefriertruhe, die sich schnell auftauen ließen. Es war trotzdem ein schöner Heiligabend. Und so beschloss ich, zukünftig an diesem Feiertag auf die große Küchenschlacht zu verzichten und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Spätestens seit ich drei Kinder hatte, die alle der Bescherung entgegenfieberten, war es ganz stressfrei, die Saitenwürstle zu erwärmen und den Kartoffelsalat, den ich vormittags gemacht hatte, auf den Tisch zu stellen.“

Normalerweise gibt es bei ihr seither an Heiligabend einen schwäbischen Kartoffelsalat mit Saitenwürstle. „Da dieses Jahr alles anders ist, wird am ersten Feiertag gemeinsam gekocht. Mein Sohn bereitet seinen leckeren Sauerbraten zu, für die Kartoffelknödel bin ich zuständig, den Salat macht die Schwiegertochter und für das Lebkuchenparfait ist meine Tochter zuständig. Mein Mann und mein Schwiegersohn kümmern sich um die anderen häuslichen Aufgaben wie Getränkeauswahl und vor allem die Betreuung der Kochenden. An Heiligabend, den wir alleine verbringen, gibt es Stallhase in Estragonsauce mit Spätzle und Ackersalat.“

Stallhase in Estragonsoße Zubereitungszeit: ca. 1 ¼ Stunden

Zutaten für 4 Personen: 1 Stallhase, für 2 Personen entsprechend nach Größe und Gewicht: Hasenkeulen

Salz, schwarzer Pfeffer,frisch gemahlen, 1 Teelöffel scharfer Dijonsenf, 1 Zweig Estragon oder ein gehäufter Teelöffel getrocknete Estragonblätter, Olivenöl zum Anbraten, 1/8 l Fleischbrühe, 1/8 l trockener Weißwein, ca. 2 cl Birnenbrand, 1/8 l Sahne

Zubereitung: Fleisch (bratfertig) mit Salz, Pfeffer und Senf einreiben. Olivenöl im Bräter erhitzen, alle Teile scharf anbraten. Erst den zerriebenen Estragon und gleich danach die Fleischbrühe zugeben. Im verschlossenen Topf schmoren lassen. Nach einiger Zeit Weißwein zugeben, weiter schmoren lassen, insgesamt 50 - 60 Minuten. Dann das Fleisch herausnehmen und warm stellen, Birnenbrand zugeben und kurz aufkochen lassen, vom Herd nehmen und die Sahne einrühren. Anschließend ganz kurz aufkochen lassen und nach Belieben nachwürzen. Dazu passen selbstgemachte Spätzle oder Salzkartoffeln.

Pfahlbronner Weihnachtsmenü

Schöne Kombination aus spanischer, schwäbischer und portugiesischer Küche

Vorspeise: Pflaumen im Speckmantel

Zutaten (für 20 Spießchen): 10 Scheiben Bacon, 20 getr. Pflaumen (wahlweise Datteln), etwas frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung: Die Baconstreifen halbieren und jede Scheibe Bacon der verbliebenen Länge nach einmal mittig falten.

Nacheinander die Pflaumen einzeln in das Speckband wickeln. Den komplett aufgewickelten Bacon jeweils mit einem Holzzahnstocher befestigen, indem dieser einmal durch das ganze Päckchen gestochen wird.

Die fertigen Pflaumen im Speckmantel auf einem kleinen Teller sammeln. Sind alle komplett, die Pflaumenpäckchen ohne zusätzliches Öl in einer heißen Pfanne rundherum nicht zu heiß anbraten, bis sie sich leicht goldbraun färben. Der Bacon gibt dabei genug Fett ab, sodass nichts anbrennt. Danach die Spießchen einmal kräftig mit Pfeffer würzen. Pflaumen im Speckmantel auf einem Backblech auslegen und dieses auf höchster Ebene in den auf 200°C vorgeheizten Backofen schieben, werden. Nach 10 Minuten einmal drehen, dann für weitere 5 Minuten im Ofen backen. Wenn der Speck knusprig wird, können die Tapas sofort in kleinen Schälchen serviert werden.

Hauptspeise: Gefüllte Flädle mit Kartoffelsalat und Feldsalat

Für den Kartoffelsalat: 8 kleine Kartoffeln, festkochend, 1 Zwiebel, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer, Maggi, 1 EL Öl, 1 EL Weinessig oder Kräuteressig, 1l Brühe

Zubereitung: Die Kartoffeln weichkochen, etwas abkühlen lassen und schälen. Die Zwiebel schälen und kleinschneiden, in eine Salatschüssel geben und mit Salz bestreuen. Wenn die Kartoffeln fast kalt sind, diese auf die Zwiebeln in dünnen Scheiben schneiden. Senf, Pfeffer und Maggi, Essig und Öl darauf geben. Nun vorsichtig die Brühe dazu, immer wieder untermischen, bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Etwas ruhen lassen und bei Bedarf noch etwas nachwürzen.

Für die Pfannkuchen: 250g Mehl, 3 Eier, 0,5 l Milch, 1 Prise Salz, etwas Öl zum Braten

Zum Überbacken : Parmesan.

Zutaten für die Tomatenfüllung: 100 g geriebener Käse (Emmentaler oder Gouda), 2EL Tomatenmark, 50 ml Milch, 50ml Sahne

Zutaten für die Spinatfüllung: 150 g (Tiefkühl) Spinat, Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zutaten für die Hackfleischfüllung: 250 g Hackfleisch, 2 EL Petersilie, gehackt, 1 kleine Zwiebel, etwas Paprikapulver, 1 Prise Muskat, Salz, nach Belieben Semmelbrösel

Zubereitung der Tomatenfüllung: Käse mit Tomatenmark, Milch und Sahne verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig ist die erste Füllung.

Zubereitung der Spinatfüllung: Spinat mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Achtung! Hier sollten Sie mit dem Salz sparsam umgehen.

Zubereitung der Hackfleischfüllung: Zwiebeln glasig anschwitzen und das Hackfleisch anbraten. Mit Petersilie, Salz, Paprika, Muskat abschmecken. (Ist der Fleischteig zu weich noch 2 EL Semmelbrösel zugeben.)

Das Füllen: Die Pfannkuchen je zur Hälfte mit einer der vorgeschlagenen Füllungen füllen, rollen, halbieren und in eine Auflaufform schichten. Den Parmesan über die Pfannkuchen reiben und bei 180 Grad für ca.15min. im Ofen überbacken.

„Zu den Flädle, ja das ist meine eigenen Kindheitserinnerung, eines meiner Lieblingsessen als Kind...das hat meine Mutter immer selbst gemacht. Auch Schupfnudeln, das hat man früher selber gemacht und meine Mutter, die nur einen Arm hat wegen eines Unfalls, hat diese Teile mit ihrer einen Hand gerollt, schneller als jeder andere mit zwei.“ Isabel Munk, Landfrauenverein Pfahlbronn

Dessert: Portugiesische Puddingtörtchen „Pastéis de Nata“

Zutaten: 1 ganzes Ei (Gr. L), 2 Eigelbe (Gr. L), 120 g Zucker, 2 EL Maisstärke (Speisestärke), 400 ml Vollmilch, 1 Rolle backfertiger Blätterteig aus dem Kühlregal, Puderzucker und Zimt

Zubereitung: Zunächst die Puddingfüllung zubereiten. Hierfür Ei, Eigelbe, Zucker und Stärke in einem Topf mithilfe eines Schneebesens vermengen. Nach und nach die Mich hinzufügen und alles glatt verrühren.Den Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Temperatur unter ständigem Rühren so lange erhitzen, bis die Masse puddinggleich dicklich wird und blubbert. Sofort in eine Glasschale gießen und mit Frischhaltefolie abdecken, um Puddinghaut zu vermeiden. Blätterteig aus dem Kühlschrank holen und leicht Raumtemperatur annehmen lassen (dauert ca. 10 Minuten). Dabei aber noch nicht entrollen, er bricht sonst leicht. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Mulden einer Muffinform leicht fetten. Blätterteigrolle auswickeln. Dann einmal entlang der Hälfte der langen Seite durchschneiden, so dass man zwei gleich große Teigstücke erhält. Diese nun passgenau aufeinander legen und von der kurzen Seite her sehr eng aufrollen.

Die so entstandene Teigrolle mit einem scharfen Messer in 12 gleich große Scheiben schneiden. Jeden Teigling so vor sich platzieren, dass die spiralisierte Form nach oben schaut. Mit dem Handballen oder einem großen Glasboden platt drücken, so dass das Ganze vom Durchmesser her etwas größer ist als die Muffinmulden. Die Teigscheibe in die Muffinform geben, so dass auch der Rand der Formen bedeckt ist. Mit den restlichen Teigstücken ebenso verfahren.

Jeweils ca. 2 TL des Puddings in die Mulden füllen (bitte nicht über den Teigrand hinaus füllen) und das Muffinblech für ca. 22-25 Minuten in den Ofen geben. Die Puddingtörtchen sollten oben etwas braun werden. Mit Zimt und Puderzucker bestreuen und zu einem guten Kaffee oder Milch genießen.

Dessert vom Kochabend

Schwarzbrotauflauf

mit Vanillesoße

Zutaten: 100 g Schwarzbrotreste, 150 ml Apfelsaft oder Kirschsaft, je nach Geschmack, 200 g Kirschen oder Äpfel ( kleingeschnitten), 50 g Fett, 4 Eier getrennt, 60 g gemahlene Nüsse oder Mandeln, 1 TL Zimt, 2 TL Kakao, 1 Zitrone ( Saft und abgeriebene Schale)

Für die Vanillesoße: 1 Beutel Puddingpulver Vanille, 600 ml Milch, 2 EL Zucker

Zubereitung: Brot kleinschneiden und die Brotstücke im Saft einweichen. Fett, Zucker und Eigelb schaumig rühren. Eiweiß extra schlagen. Nüsse, Zimt, Kakao und Zitronensaft- und Schale unter die Fettmasse mischen. Die Brotmasse und das Obst zugeben und zum Schluss das Eiweiß unterheben. In eine gefettete Auflaufform geben und bei 180 Grad 45 Minuten backen. Derweil den Vanillepudding nach Anleitung zu bereiten. Wenn man 600 ml Milch nimmt, wird der Pudding automatisch flüssiger wie Vanillesoße.

„Der Schwarzbrotauflauf hat eine besondere Geschichte. Es stammt aus einem Kochbuch, das mir meine Oma 1988 geschenkt hat, mit Widmung, eine Sammlung von Rezepten der Kirchengemeinde Calw-Stammheim. Mit handgeschriebenen Rezepten ... unheimlich anrührend. Ja, und ich habe als Mutter und Tante lange Jahre für sechs Kinder gekocht. Da gab es diesen Schwarzbrotauflauf sehr oft, alle haben ihn geliebt. Als dann Jahre später mein Neffe seine eigene Wohnung hatte und ich mich bei ihm eingeladen hab zum kochen, da sagte er: Dann machen wir aber diesen guten Auflauf, den du früher immer gemacht hast.“ Isabel Munk, Pfahlbronn

Last-Minute-Weihnachtsmenü für 2 Personen

Auch für „Hin-und-wieder-Köche“ und Anfänger geeignet

Vorspeise: Gebratene Champignons

Genießer-Tipp der Redaktion: Einen einfachen Knoblauch-Dip zur Vorspeise dazubasteln - für einen Genuss (fast) wie auf dem Weihnachtsmarkt! Mit einem Glas Glühwein als Aperitif dazu fühlt man sich fast entschädigt für entgangene Freuden.

Zutaten: 100 g kleine Champignons, 1 Knoblauchzehe, ½ Chilischote - milde Variante: ½ roter Spitzpaprika oder ½ Teelöffel Paprikapulver, schwarzer Pfeffer, ca. 1-2 Esslöffel Bratfett, Butter oder Olivenöl, 1 Esslöffel Weißwein, ein paar Thymianblättchen

Zubereitung: Champignons putzen, kleine ganz lassen, größere in Scheiben schneiden, Knoblauchzehe in feine Scheiben schneiden, Chilischote oder Spitzpaprika hacken, gemeinsam im Bratfett oder Butter oder Öl gut anbraten, Pfeffer zugeben, mit dem Weißwein ablöschen und schmoren lassen, bis die Pilze fertig sind (ca. 5 Minuten). Vor dem Anrichten den Thymian drüberstreuen. Schönes Baguette dazu, gute Butter drauf - prima!

Tipp: Passt auch hervorragend als „Topping“ für einen winterlichen „Bowl“ aus Blattsalaten der Saison.

Für den Knoblauch-Dip: 150 g Crème fraîche, 100 g Naturjoghurt, 2 fein gehackte Knoblauchzehen und 2 EL Petersilie, 1 Spritzer Zitronensaft, Salz, Pfeffer

Hauptgericht: Maltesisches Huhn

Nicht allzu schwierig, aber Zeit einplanen! Sollte mindestens 3 Stunden ziehen.

Zutaten: 1 kleines Brathuhn

Wer sich schwertut mit einem ganzen Huhn, kann alternativ auch Hühnerschlegel und Hühnerbrust (600 - 800g) verwenden.

Desweiteren: 1 Pfund Speisekartoffeln, 6 kleine Karotten, 1 mittelgroße Zwiebel, 2 EL Olivenöl, Weißwein, schwarzer Pfeffer, Salz, ½ TL Oregano, ½ TL Rosmarin

Zubereitung: Huhn zerteilen, gut abspülen, in ein flaches Gefäß legen, mit Salz, Pfeffer, Oregano und Rosmarin bestreuen, zunächst Olivenöl darüber gießen, dann so viel Weißwein, bis das Fleisch bedeckt ist. 3 - 4 Stunden ziehen lassen. Wenn man es über Nacht darin lässt, schmeckt es intensiver.

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben ca. 5 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen, abtropfen lassen, dann in einen Bräter oder große Auflaufform schichten, salzen und pfeffern. Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Auf den Kartoffelscheiben verteilen. Zwiebel schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden, ebenfalls darauf verteilen. Hähnchenteile aus der Marinade nehmen und darauflegen, etwas Salz und Pfeffer darauf streuen. Einen Teil der Marinade darüber gießen. Im Backofen 60 - 70 Minuten schmoren lassen, zwischendurch immer wieder Marinade darüber gießen, Hähnchenteile zwischendurch wenden.

Tipp für Küchen-Neulinge: Wem ein ganzes Hähnchen zu aufwendig ist, für den hat Elisabeth Jacobi den Plan B: Ganzes Huhn ersetzen durch Hühnerkeule oder Brust. Damit diese nicht zu trocken werden, mit Olivenöl einpinseln, bevor sie auf die Kartoffeln gelegt wird und nach der Hälfte der Garzeit mit Kartoffelscheiben abdecken.

„Das maltesische Hühnchen haben wir auf Malta in einem kleinen Lokal in einer entlegenen Bucht gegessen. Wir haben das Lokal zufällig bei einem Ausflug entdeckt. Es war unser letzter Familienurlaub im Jahr 2000 mit allen Kindern, bewusst als etwas Besonderes geplant. Das Hühnchen war so lecker, dass ich gefragt habe, wie es zubereitet wird und die maltesische Köchin hat es mir verraten. Seither wird es regelmäßig gekocht. Das Gericht gibt es gerne nach den Weihnachtsfeiertagen - als mediterrane Abwechslung. Nach Weihnachten mag ich kein typisch deutsches Gericht mehr, sondern ich sehne mich nach was ganz anderem. Das Huhn erinnert mich auch ganz sentimental an Sonne, die Insel und unsere schönen Ferien damals.“

Nachtisch: Apfelküchle mit Vanilleeis

Zutaten: Vanilleeis, 2 Äpfel, 2 EL Puderzucker, 1 EL Rum, 1 Ei, 1 Prise Salz, ½ Päckchen Vanillezucker, 1/8 l Milch, ½ TL Backpulver, 75 g Mehl, Bratfett oder Butter

Zubereitung: Den Teig zubereiten, während das Hauptgericht schmort, die Apfelküchle erst vor dem Servieren ausbacken, sie schmecken am besten heiß direkt aus der Pfanne. Äpfel schälen, entkernen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden, mit Puderzucker bestreuen und Rum beträufeln.

Eier, Salz, Vanillezucker, Milch, Backpulver und Mehl zusammenrühren. Apfelscheiben beidseitig in den flüssigen Teig tauchen und in einer Pfanne mit Bratfett oder Butter auf beiden Seiten goldgelb backen. Aus der Pfanne nehmen, mit Puderzucker bestreuen und noch heiß mit Vanilleeis servieren.

„Die Apfelküchle wecken Kindheitserinnerungen an die schon lange verstorbene Oma. Das Rezept habe ich vor über 40 Jahren in irgendeinem Rezeptheftchen gefunden und ein wenig abgewandelt. Die gab es damals noch in vielen kleinen Läden für die Kunden zum Mitnehmen. Ich finde, zu Weihnachten gehört der Duft von Äpfeln dazu.“

Weihnachtsmenü für Erfahrene

Das Rezept der Welzheimer Landfrauen braucht etwas Vorbereitungszeit

Vorspeise: Rinderbouillon mit Brandteigklößchen

Zutaten:1 Pfund Siedfleisch, falls verfügbar: Suppenknochen,1/4 Sellerie, 2 Karotten, 1 Zwiebel, Petersilie, 2 l Wasser, 1 TL Salz, 10 schwarze Pfefferkörner, 5 Wacholderbeeren, 5 Lorbeerblätter

Zubereitung: Ca. 2 Stunden kochen. Fleisch entnehmen, Brühe durch ein Sieb gießen.

Tipp: Die Brühe einen Tag vorher kochen, das Siedfleisch ergibt mit Meerrettichsoße und Salzkartoffeln ein komplettes eigenes Essen.

Für die Brandteigklößchen: 1/8 l Milch o. Wasser, 2 EL Butter oder Margarine, 1 Prise Salz, 70 g Mehl, 2 Eier

Zubereitung: Milch oder Wasser und Salz sowie Fett kurz aufkochen lassen, alles Mehl zugeben. So lange rühren, bis sich daraus ein Kloß bildet. Vom Herd nehmen und die Eier nacheinander einrühren bis ein glatter Teig entsteht. Teig in Spritzbeutel füllen und auf ein Backblech setzen (Blech einfetten oder Backpapier nehmen). Man kann die Klößchen auch mit zwei Teelöffeln formen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 10 Minuten backen.

Meerrettichsoße

(gibt mit dem Siedfleisch und den Salz-kartoffeln ein komplettes eigenes Essen)

Zutaten: 2 EL Bratfett, 2 EL Mehl, 1 kleine Tasse Fleischbrühe, 1/8 l Milch, Je nach Gusto Sahnemeerrettich oder scharfer Meerrettich aus dem Glas, etwas Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Mehl im Fett hellgelb werden lassen, erst mit Fleischbrühe, dann mit Milch ablöschen, Meerrettich zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Hauptgericht: Wildgulasch

Zutaten: pro Person ca. 200 g Reh oder Wildschwein, Bratfett, 1 Zwiebel, 1/8 l Fleischbrühe, 1 große Kartoffel, Salz, ½ TL Piment, ½ TL Koriander, Messerspitze Kardamom, Messerspitze Nelken, 1 TL Rosmarin, 1 Schuss Birnenbrand, saure Sahne oder Schmand

Zubereitung: Fleisch in Würfel schneiden und in ein wenig Fett gut von allen Seiten anbraten, gehackte Zwiebel in extra Pfanne anbraten, zugeben, mit Fleischbrühe ablöschen, Gewürze zugeben. Kartoffel schälen und fein reiben. Zugeben und mitkochen. 60 - 70 Minuten zugedeckt bei milder Hitze garen, falls notwendig, etwas Wasser zugeben. Wenn das Fleisch weich ist, den Schuss Birnenbrand zugeben. Abschmecken, nach Belieben nachwürzen, etwas saure Sahne oder Schmand zugeben.

Dessert: Bratapfel mit Vanilleeis oder warmer Vanillesoße - geht immer!

Ein Dessert, das immer funktioniert im Winter und leicht geht. Am besten eignen sich säuerliche Apfelsorten wie Cox Orange oder der klassische Boskop. Da sollte jeder selbst schauen, welches Rezept für ihn taugt: Die einen wollen’s ohne Nüsse, die anderen haben Probleme mit Marzipan, die nächsten mögen keine Rosinen ...

Vor Corona musste mancher ans Kochen keinen Gedanken verschwenden. An Heiligabend hat er sich mit dem schwäbischen Klassiker „Saitenwürste und Kartoffelsalat“, den jeder irgendwie hinkriegt, ums Kochen herumgedrückt. Am ersten Feiertag ließ man sich das Bäuchlein dann mit feinem Weihnachtsschmaus bei Müttern oder bei der Oma füllen und am zweiten Weihnachtstag ließ man sich mit der Verwandtschaft im Restaurant verwöhnen. Daraus wird nun nichts.

Verwandtschaftsbesuche abgesagt,

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