Welzheim

Saisonstart im Erfahrungsfeld der Sinne

1/2
514b7107-53be-4b1f-9a19-3d6a25239dc7.jpg_0
„Was macht uns zum Wir?“ Spiegelstation „Ich und du“ im Erfahrungsfeld der Sinne an der Laufenmühle. © Charlotte Fischer
2/2
afc3d0db-cb6b-43a0-9801-837629b03101.jpg_1
Alles dreht sich wieder um die Wahrnehmung: Da-Vinci-Wirbel im Eins + Alles Erfahrungsfeld der Sinne. © Charlotte Fischer

Welzheim. Noch ist der Welzheimer Wald leicht mit Schnee bedeckt, doch der Frühling ist nicht mehr weit. Nächste Woche, genau am Dienstag, 1. März, beginnt im Erfahrungsfeld der Sinne Eins + Alles an der Laufenmühle die neue Saison.

Eins + Alles wird von der Christopherus-Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle e. V. als Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) betrieben. Idee ist, dass auf der Ebene der Sinneserfahrung – jenseits also von Vernunft und Rationalität – alle Menschen gleich sind und Behinderung in den Hintergrund rückt. Das tut nicht nur den betreuten Bewohnern gut, es verringert auch Berührungsängste. Und wenn sich der Besucher etwa im Schneckentempo durch den Dunkelgang vorantasten muss, während der Blinde sich ohne Mühe zurechtfindet, erübrigt sich die Frage der Behinderung ohnehin.

Im Erfahrungsfeld unterstützen Menschen mit geistigen Behinderungen im Service, bei der Pflege der Anlagen, bei der Betreuung der Gäste. Eins + Alles will so dazu beitragen, dass Menschen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Begabungen voneinander lernen. Denn echte Begegnung entsteht nur auf Augenhöhe, und Integration ist keine Einbahnstraße …

Dunkelgang wurde komplett neu konzipiert

Auch in diesem Jahr setzen die Erfahrungsfeld-Macher neue Ideen für Sinnesstationen und Veranstaltungen in die Tat um und verbessern das Bewährte: Der beliebte Dunkelgang wurde völlig neu konzipiert und wird auch erfahrene Gäste überraschen. In der „hall of fame“, einer Wunderweg-Station mit überlebensgroßen hölzernen Köpfen inspirierender Persönlichkeiten, sind weitere Menschenfreunde hinzugekommen. Besucher sind eingeladen, zu erspüren, was diese Menschen antrieb und bewegte.

Die fruchtbare Kooperation mit der Edith-Maryon-Kunstschule wird in diesem Jahr fortgesetzt: Schon am 5. Mai ab 15 Uhr können Landart-Liebhaber in einer Vernissage gemeinsam mit den Künstlern erkunden, welche neuen Objekte nun den Wunderweg bereichern.

Auch der Blick in das ab März vorliegende Jahresprogramm macht neugierig: Neu innerhalb der buchbaren Programme sind z. B. die „WasserWelten“, in denen eine Gruppe dem lebensspendenden Element auf den Grund gehen kann: mal spielerisch, mal experimentell, immer neugierig.

Für Väter und Töchter, Mütter und Söhne bieten die Tandem-Tage ein besonders intensives Erlebnis. Sie stärken die gemeinsame Basis und ermöglichen Vätern und Müttern, Söhnen und Töchtern, einander abseits vom Alltag und ohne Zeitdruck ganz neu zu erleben. Sinneswahrnehmungen und intensives Naturerleben sind die Werkzeuge für einen bereichernden gemeinsamen Tag.

Selbstverständlich wird es auch das beliebte Sommerferienprogramm WildnisCamp wieder geben - in Kooperation mit WildnisWissen und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - für Kinder von sieben bis zwölf Jahren und mit zahlreichen neuen Inhalten wie Drum Stalk, Schnüre drehen oder Kräuterkunde. Bereits jetzt sind Anmeldungen möglich.

Sommerfest für den 25. Juni geplant

Auch die Reihe der besonderen Veranstaltungen setzt das Erfahrungsfeld der Sinne fort: Vormerken sollten sich Besucher den 30. April, denn dann wird in der Laufenmühle inklusive Tango getanzt und jeder ist dazu eingeladen, sei er aufgelegt, in den Mai zu tanzen, sich zu unterhalten oder einfach nur zuzuschauen.

Mit dem Sommerfest am 25. Juni und dem vorgezogenen künstlerisch-sinnlichen Markt am 15. und 16. Oktober sind zwei weitere Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Laufenmühle fixiert. Weitere Termine, wie eine kleine Filmreihe, die sich mit dem Thema Teilhabe behinderter Menschen beschäftigt, versprechen bereichernde Perspektivwechsel.

Auch das Café-Restaurant molina und die Rösterei el molinillo sind ab März wieder geöffnet. So steht einer liebevoll zubereiteten Stärkung nichts entgegen.

Weitere Informationen sowie Termine im Veranstaltungskalender beziehungsweise im Jahresprogramm. Alle Termine gibt es unter www.eins-und-alles.de. Anfragen und Buchungen unter Telefon: 0 71 82/80 07-77 oder E-Mail: erfahrungsfeld@laufenmuehle.de. Der Kaffeeshop ist online unter www.laufenmuehle.de/shop/

Rund 85 000 Gäste im Jahr an der Laufenmühle

Eins + Alles wird von der Christopherus- Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle als Werkstatt für behinderte Menschen betrieben und versteht sich als Inklusionsprojekt.

Rund 85 000 Gäste im Jahr lassen sich mit dem Besuch des Erfahrungsfeldes spielerisch darauf ein, zu erkunden, wozu die eigenen Sinne in der Lage sind.

In den verschiedenen Bereichen des Erfahrungsfeldes konnten zahlreiche Arbeitsplätze für behinderte Menschen entstehen: Im Café-Restaurant molina unterstützen Bewohner tatkräftig das Servicepersonal an der Kasse, in der TierOase helfen sie bei der Betreuung der Gäste und pflegen in der Waldwerkstatt und im Gartenbau die Außenanlagen und ergänzen diese durch attraktive Stationen.

Auch in der Kaffeerösterei el molinillo lassen betreute Menschen die Gäste das schonende, handwerkliche Rösten hochwertiger Bio-Arabica-Bohnen erleben und verraten Wissenswertes zu geschmacklichen Feinheiten der hier veredelten Bio-Kaffees.