Welzheim

Schwäbische Waldbahn: Weniger Erlöse im Corona-Jahr 2020

Waldbahn
Die Schwäbische Waldbahn zieht Bilanz und freut sich, dass nun wieder der Fahrbetrieb aufgenommen werden konnte. © Gabriel Habermann

Die Schwäbische Waldbahn GmbH hat ihren Jahresabschluss 2020 (ermittelt durch die Steuerberatung Mannal Kruczek | Part GmbH) sowie den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr 2021 vorgelegt.

Die Bilanzsumme der Schwäbischen Waldbahn GmbH zum 31. Dezember 2020 beträgt 658.107,37 Euro. Das Jahresergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 202.735,02 Euro ab. Dies scheint im „Corona-Jahr 2020“ zunächst erstaunlich, ist aber mit den hohen Zuschuss-Restzahlungen (rund 332.500 Euro) begründet. Bei den Trassen- und Wassergebühren zeigen sich dann die Folgen der Corona-Pandemie, da der Fahrbetrieb erst ab Mitte Juni bis Oktober stattfinden konnte – die Erlöse betragen 18.930 Euro, somit 28.753 Euro weniger als im Vorjahr (47.683 Euro). Im Jahr 2018 erfolgte erstmals eine Förderung nach dem Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz (LEFG) für Oberbau-Unterhaltungsaufwendungen, die auch in 2020 gewährt wurde (zu 103.000 Euro Antragssumme wurden 77.000 Euro Zuschuss bewilligt). Rund 71.300 Euro konnten hiervon in 2020 abgerufen werden und rund 34.200 Euro wurden vereinnahmt für Restaufwendungen des Vorjahres, so dass insgesamt rund 105.500 Euro Zuwendungen anfielen.

Der Aufwand für die entsprechenden Unterhaltungsmaßnahmen (Gleisbau, Verkehrssicherung, Wartungen) einschließlich der Restarbeiten aus 2019 schlug mit rund 145.000 Euro zu Buche (Vorjahr rund 86.000 Euro). Über alle weiteren Zahlen wird in der Gemeinderatssitzung am 22. Juni, 17 Uhr, in der Welzheimer Eugen-Hohly-Halle, gesprochen.

Im Wirtschaftsplanungszeitraum 2021 bis 2025 setzt sich zunächst die Corona-Problematik fort. Ein Fahrbetrieb ist erst seit dem vergangenen Wochenende möglich. Die geologische Situation der Wald-Bahn-Strecke bereitet auch wieder Probleme, dieses Mal im Bereich der Klingenmühle.

Kein ÖPNV-Regelbetrieb

Geologen prüfen, ob ein Erdbauwerk (Pfahlwand) zur Geländesicherung möglich ist oder ob eine andere Lösung notwendig wird. Für die voraussichtlichen Aufwendungen von um die 295.000 Euro wurde ergänzend zu den sonstigen Unterhaltungsmaßnahmen ein Zuschuss von 75 Prozent beantragt. Bei den abzusehenden größeren Maßnahmen (Pfeiler Strümpfelbach-Viadukt und Igelsbach-Viadukt) gibt es nach den jüngsten Prüfungen aktuell keine gesteigerte Dringlichkeit. Wenn die Maßnahmen jedoch nötig werden, dürfte es auch hier wieder nicht ohne die Mithilfe der Stadt Welzheim gehen. Die mögliche Realisierung in 2025 lässt einen ausreichenden Zeitrahmen, um Finanzierungsfragen zu klären. Eine groß angelegte Untersuchung des Landes zur Reaktivierung von Bahnstrecken für den Schienenpersonenverkehr ergab für die Schwäbische Waldbahn ein Ergebnis in der Kategorie Freizeit- und Museumsbetrieb. Der ÖPNV-Regelbetrieb wird über einzelne Aktivitäten hinaus nicht befürwortet. Stadt, Förderverein und die Schwäbische Waldbahn sind sich einig, dass diese Untersuchung für die konkreten Potenziale und Gegebenheiten eine zu hohe Flughöhe hatte, mithin zu pauschal und allgemein sich mit den Themen beschäftigt hat. Die lokalen Akteure haben vereinbart, in einer detaillierteren Betrachtung die Aussagen zu verifizieren und zu hinterfragen. Hierzu soll das für das Land tätige Planungsbüro PTV aus Karlsruhe beauftragt werden. Für die Betrachtung ist ein Betrag von 10.000 Euro eingeplant.

Gemeinderat wird gefragt

Im Rahmen der Wirtschaftsprüfung für das Vorjahr wurde vom Kreisprüfungsamt angeregt, dass die Stadt Welzheim als Hauptgesellschafter eine Aussage mache über ihr weiteres Engagement in der GmbH. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein gewisses Defizit im laufenden Betrieb dauerhaft und auch zukünftig nicht zu vermeiden sein wird, die Investitionen und Sondereffekte abgezogen geht es bekanntlich um eine Größenordnung von 20.000 bis 40.000 Euro pro Jahr. Außer der Stadt stehe für diese Verlustübernahme schlicht niemand zur Verfügung. Auch hierüber wird der Gemeinderat diskutieren.

Eine besondere Fahrt am 20. Juni

Mit dem Dieselzug am Sonntag, 20. Juni, den Schwäbischen Wald erkunden: Der Tag beginnt mit der Fahrt in der Schwäbischen Waldbahn von Schorndorf hinauf in den Schwäbischen Wald. Vom Gruppenleiter, einem zertifizierten Naturparkführer, wird Wissenswertes von der Schwäbischen Waldbahn und über das Motto des Tages berichtet. An einer Haltestelle steigt man aus und begibt sich unter sachkundiger Leitung auf eine Wanderung mit ausgewählten Themen der Region. Nach Abschluss der Wanderung bleibt noch Zeit für eine zünftige Einkehr, bevor die Heimreise mit der Schwäbischen Waldbahn angetreten wird. Erforderlich sind eine Wanderausrüstung und Wanderlust.

Start: Schorndorf Bahnhof, Gleis 5 - 10.30 Uhr; Ende: Schorndorf Bahnhof, Gleis 5 - 17.30 Uhr.

Buchung telefonisch unter 0 71 82/80 08 15 oder per E-Mail an touristinfo(@)welzheim.de oder unter www.schwaebische-waldbahn.de

Die Schwäbische Waldbahn GmbH hat ihren Jahresabschluss 2020 (ermittelt durch die Steuerberatung Mannal Kruczek | Part GmbH) sowie den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr 2021 vorgelegt.

Die Bilanzsumme der Schwäbischen Waldbahn GmbH zum 31. Dezember 2020 beträgt 658.107,37 Euro. Das Jahresergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 202.735,02 Euro ab. Dies scheint im „Corona-Jahr 2020“ zunächst erstaunlich, ist aber mit den hohen

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