Welzheim

Schwangeres Welzheim benötigt mehr Platz für Kindergartenkinder

Kindergarten Breitenfürst
Über zwei Millionen Euro möchten Stadt und Gemeinderat in die Erweiterung des Kindergartens in Breitenfürst investieren. © Benjamin Büttner

Die Welzheimer Stadtverwaltung registriert seit einigen Wochen ein überraschend schwunghaftes Anmeldeverhalten für das nächste Kindergartenjahr. Aktuell wären zum Ende des Jahres lediglich sieben Plätze frei. Daraufhin wurden die Kinderzahlen nochmals erhoben, um zu eruieren, ob und wie sie sich seit Einbringung der Kindergartenbedarfsplanung im März im Vergleich bis zum Juli dieses Jahres verändert haben.

Grundlage für die Bedarfsermittlung sind jeweils die Einwohnerzahlen. „Es war festzustellen, dass für die zwei kommenden Jahre (2021/2022 und 2022/2023) jeweils acht beziehungsweise sieben Kinder mehr zu verzeichnen sind. Der Mehrbedarf ist also insgesamt auf 15 Kinder und damit über eine halbe Gruppe mehr zu beziffern. Der Zuwachs an Kindern ist auf Zuzüge zurückzuführen, die nicht vorherzusehen waren“, äußerte sich Welzheims Hauptamtsleiterin Nicole Marquardt-Lindauer vor kurzem in der Gemeinderatssitzung. Am 3. August, also noch vor der Sommerpause, wird nun beschlossen, wie der Bedarf an Kindergartenplätzen aufgefangen wird.

Breitenfürst ist die sinnvollste Lösung, aber gibt es auch andere Möglichkeiten?

Der nächste Kindergarten nach der Erweiterung in Breitenfürst ist erst im Baugebiet Erdgrube vorgesehen. „Deshalb macht es vor diesem Hintergrund am meisten Sinn, die zusätzlichen Plätze durch die Realisierung von zwei zusätzlichen Kindergartengruppen in Breitenfürst zu realisieren, auch wenn dies die Planung nochmals deutlich verändert“, so Marquardt-Lindauer. Und Jan Wölfl, Sachgebietsleiter Hochbau, ergänzt: „Der geänderte bauliche Entwurf sieht ein teilunterkellertes zweigeschossiges Gebäude in Holzständer- und Stahlbetonbauweise vor, welches ein Stück vom Bestandsgebäude abrückt und über einen eingeschossigen Gang mit diesem verbunden wird. Der Neubau soll weiterhin ein flach geneigtes Dach erhalten. Ebenfalls aus dem ersten Entwurf entnommen ist die Fassadengestaltung. Es ist vorgesehen, das Erdgeschoss sowie den Verbindungsbau mit einer Putzfassade zu versehen. Das 1. Obergeschoss erhält, wie bisher bereits im EG geplant, eine Faserzementfassade.“

Die farbliche Gestaltung soll sich weiterhin an die Farbgebung des Bestands anlehnen. Nachdem für die barrierefreie Erschließung des 1. Obergeschosses sowieso ein Aufzug notwendig wird, soll der Neubau zukünftig über lediglich zwei Stufen bzw. eine kleine Rampe von außen erreichbar sein, eine umfangreiche Treppen- und Rampenanlage kann dadurch entfallen. Die Kosten für den Neubau liegen bei ca. 2.414.000 Euro und somit um ca. 1.100.000 Euro über dem bisher geplanten eingeschossigen Anbau.

„Für uns ist die Aufstockung in Breitenfürst als städtische Lösung die sinnvollste Lösung, um den Bedarf an Kindergartenplätzen decken zu können“, bestätigt auch Bürgermeister Thomas Bernlöhr. Eile ist also geboten, denn eine Entscheidung muss noch vor der Sommerpause der Gemeinderäte gefällt werden, um im Mai 2022 die Kinder in Breitenfürst betreuen zu können.

Warum aber in Breitenfürst oder eventuell nicht eher im Alten Schulhaus in Aichstrut? Die Antwort von Thomas Bernlöhr: „Das Alte Schulhaus Aichstrut ist nicht sinnvoll, da Breitenfürst noch neu gemacht werden muss und die Umsetzung hier am naheliegendsten ist.“

Bauchschmerzen bei Gemeinderäten: Ist ein Container eine Lösung?

Gemeinderat Thomas Linzmair fragte nach, ob nicht der neue Kindergarten in der Erdgrube dann in der Zukunft ausreichen würde. „Nein, die Erdgrube kommt hierfür zu spät“, so Bernlöhr.

Gemeinderätin Linda Stütz erkundigte sich nach der Möglichkeit eines wesentlich günstigeren Waldkindergartens „Wenn sich jemand findet, der den Waldkindergarten als Einrichtungsleiter übernimmt, ist es sicher umsetzbar. Aber die Personalkosten im Waldkindergarten sind deutlich teurer, und es bleibt das zeitliche Problem, denn so ein Konzept für einen Waldkindergarten, der Welzheim sicher gut zu Gesicht stehen würde, wird nicht in wenigen Tagen erstellt“, äußerte sich Bernlöhr.

Modulbauweise in Breitenfürst hat sehr viele Vorteile

Die Mehrkosten in Breitenfürst bereiten vielen Gemeinderäten Bauchschmerzen, aber alle sind sich einig, dass eine Lösung für die Kinder gefunden werden muss. Zumal Gemeinderat Philip Köngeter feststellte: „Welzheim ist wohl schwanger.“

Eine Container-Lösung wurde auch angeregt, aber aufgrund der fehlenden Fläche sei dies keine Option laut der Stadtverwaltung. Die Modulbauweise in Breitenfürst sei am besten umsetzbar, da dann kein Kind auf der Strecke bleiben würde. Das Gremium entscheidet nun am 3. August.

Die Welzheimer Stadtverwaltung registriert seit einigen Wochen ein überraschend schwunghaftes Anmeldeverhalten für das nächste Kindergartenjahr. Aktuell wären zum Ende des Jahres lediglich sieben Plätze frei. Daraufhin wurden die Kinderzahlen nochmals erhoben, um zu eruieren, ob und wie sie sich seit Einbringung der Kindergartenbedarfsplanung im März im Vergleich bis zum Juli dieses Jahres verändert haben.

Grundlage für die Bedarfsermittlung sind jeweils die Einwohnerzahlen. „Es war

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