Welzheim

Sind 300 Euro für iPads pro Welzheimer Schüler als Eigenanteil in Ordnung?

Tablet iPad Air freigestellt, ohne Beschneidungspfad
Diskussion über iPads in Welzheimer Schulen. © Benjamin Büttner

Im Schuljahr 2022/23 werden 1676 Schülerinnen und Schüler an den fünf Schulen des Schulzentrums Welzheim unterrichtet und gefördert. Im vergangenen Jahr waren es noch 1632 Schülerinnen und Schüler, so dass sich die Gesamtschülerzahl in diesem Jahr um 44 erhöht hat. Von diesen 1676 Schülerinnen und Schülern stammen 610 (35 Prozent) aus den Umlandgemeinden.

„Im Rahmen der finanziellen Ausstattung des Schulbetriebs bewirtschaften die Schulen ein eigenes Budget bei den Sachkonten Lehr- und Lernmittel, Geräte/Ausstattung und Geschäftsaufwendungen. Weitere finanzielle Aufwendungen für das Schulzentrum ergeben sich für die Gebäudeunterhaltung mit Außenanlagen sowie Personalkosten für Hausmeister und Schulverwaltung. Alle Schulen kämpfen mit den Themen Personalmangel und Digitalisierung. Bei Letzterem ist die Stadt stets an ihrer Seite“, erklärt Dr. Peter Beck, Schulleiter der Kastell-Realschule in Welzheim, im Jahresbericht aller Schüler dem Welzheimer Gemeinderat. Aufgrund besonderer Anforderungen an Datensicherheit durch Zugriffe auf Landesserver sei dies mit einem deutlichen Aufwand verbunden. „Der Mangel an Lehrkräften ist ein Thema, das in vielen Branchen und Bereichen auftritt. Erst recht sind die städtischen Möglichkeiten an dieser Stelle sehr limitiert. Die generellen Standortfaktoren bei der Frage des Wohn- und Arbeitsortes sind einer der wenigen Einflussfaktoren, auf welche die Stadt Einfluss hat“, erklärt der Beigeordnete der Stadt Welzheim, Wolfgang Schray.

Das Schulzentrum Welzheim ist laut der Welzheimer Stadtverwaltung insgesamt in einem guten und zukunftsfähigen Zustand – dank der Schulgemeinschaften, die sich immer wieder neu den aktuellen pädagogischen, gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen, vieler engagierter und kompetenter Lehrkräfte, souveräner und integrierend wirkender Schulleitungen und Rektorate, dank der aufmerksamen und sensiblen Sozialarbeit, dank der Mensa als Gemeinschaftseinrichtung, dank der Betreuungseinrichtungen, Hausmeister und vieler weiterer Akteure rund um den Campus. Auch die Stadt als Schulträger leiste ihren Beitrag mit beharrlichen mittelgroßen Investitions- und Instandhaltungsarbeiten an der Gebäudesubstanz, mit immer weitergehenden Maßnahmen zur digitalen Infrastruktur und Ausstattung, mit dem Prozess zur städtebaulichen Struktur des Campus im Zusammenhang mit dem Lindenquartier.

Inwiefern das Land wie angekündigt seiner Verantwortung im Bezug auf einen Prozess der „Schulträgerschaft des 21. Jahrhunderts“ nachkomme, um die überkommenen Regeln in der Arbeitsteilung zwischen Land und Schulträgern auf eine zukunftsfähige neue Basis zu stellen, bleibe leider weiter abzuwarten.

„Beim Thema Lehrermangel bringt uns die Forderung nach zusätzlichen Stellen oder Köpfen leider nicht weiter – in zu vielen Branchen werden Fachkräfte gesucht und der Vorlauf zur Behebung ist lang. Insofern und in der Zwischenzeit bleibt nur, die vorhandenen personellen Kräfte möglichst optimal einzusetzen. Die Verwaltung dankt vor diesem Hintergrund allen unseren Schulleitungen, den Lehrerinnen und Lehrern, Hausmeistern, Schulsozialarbeitern und allen anderen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit“, heißt es seitens dem Beigeordneten Wolfgang Schray.

Gute Infrastruktur an den Schulen, aber was ist auf Dauer mit den iPads?

Dr. Peter Beck lobte in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vor allem die gute Infrastruktur im Welzheimer Schulcampus, die fehlende Glasfaser soll im ersten Quartal 2023 laut Bürgermeister Thomas Bernlöhr kommen. „Das WLAN ist überall ausgebaut. Auch eigene Netze und Server sind aufgebaut und sie werden noch mit dem Verwaltungsnetz verbunden. Aber eine gemeinsame Software auf dem Schulcampus wäre sinnvoll, da Aufgaben zwischen Schulen und Verwaltung immer größer werden.“ Was kommt nach dem Digitalpaket? Wie können Standorte von Schulen gehalten werden? „Stand heute müssen sich die Welzheimer Schulen nicht verstecken. Aber der zweite Schritt muss folgen. Die Infrastruktur muss genutzt werden, daher benötigt dauerhaft die Mittel, um die Geräte zu finanzieren, nur so kann man elektronisch lernen“, so Beck.

Das Thema Digitalisierung beschäftigt die Schulen also weiter. „Die Kastell-Realschule hatte sich schon überlegt, welches Modell wir nun fahren können. Ziel ist es, alle 8. Klassen auszustatten und 300 Euro Eigenanteil an iPads den Eltern zuzumuten, damit die Endgeräte auch zu Hause privat genutzt werden können und der Verwaltungsaufwand kleiner ist“, so Beck. Der Punkt sei nun, wie kann es dauerhaft finanziert werden? Gehören iPads zur Lernmittelfreiheit? Lernmittelfreiheit bedeutet, man darf von Eltern kein privates Geld einfordern. Oder ab wann ist das Tablet so weit zu nutzen, dass Schüler es privat nutzen können? Der Beigeordnete Wolfgang Schray erklärte: „Es ist hierfür viel Geld im Umlauf und es können auch alle Klassen mit iPads ausgestattet werden. Aber es kommt dann der Zwang, auch kommende Klassen auszustatten und wie sollen wir als Stadtverwaltung eine Garantie abgeben können bei der aktuell schlechten Haushaltslage, dass jedes Jahr iPads nachgekauft werden können? Das ist schwer darstellbar und nicht möglich aus Haushaltssicht, denn es müssten die iPads mindestens für zehn Jahre versprochen werden.“ Eine Zwickmühle, für die alle Beteiligten hoffen, dass im Kultusministerium Lösungen aufgezeigt werden.

Trotz des Lehrermangels sind die Welzheimer Schulen gut aufgestellt

Gemeinderätin Brigitte Macha dankte allen und zollte großen Respekt für den Schulcampus. „Die größten Herausforderungen sind die mangelnde Lehrerversorgung und die Digitalisierung mit Endgeräten. Leider geht zudem vor dem Lehren viel Zeit für Erziehen drauf.

Gemeinderat Kai Dorra sagte: „Der Mangel an Fachkräften zieht sich wie ein roter Faden durch das Land und trotz des Personalmangels ist der Welzheimer Schulcampus gut aufgestellt.“

Zum Schluss sagte noch Bürgermeister Thomas Bernlöhr: „Leider ist eine dauerhafte Umsetzung und dauerhafte Ausfinanzierung für die Geräte nicht gewährleistet. Die Schuldenbremse und die Genehmigungsfähigkeit der kommunalen Haushalte geht den kommunalpolitischen Notwendigkeiten vor, wenn uns die staatlichen Ebenen am langen Arm verhungern lassen, dann werden wir mit kommunalen Mitteln nicht alle Bedarfe auffangen können.“

Hofgarten-Grundschule

Die Anzahl der zu unterrichtenden Schüler liegt im Schuljahr 2022/23 bei 159 (-11) und ist somit deutlich geringer als im vergangenen Jahr. Die Zweizügigkeit der Schule ist weiterhin gegeben. Die Rektorin Margret Blessing-Hammel wurde im Juli 2022 in den Ruhestand verabschiedet. Aktuell leitet die neue Konrektorin, Katharina Braune, kommissarisch die Schule. Dem Schulbericht sind die Schülerzahlen, die Übergänge auf weiterführende Schulen im Schuljahr 2021/22, Lehrkräfte und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, außerunterrichtliche Angebote, digitale Ausstattung/Digitalisierung der Hofgarten-Grundschule und bauliche Maßnahmen zu entnehmen.

Bürgfeld-Gemeinschaftsschule

Die Schülerzahl an der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule ist in diesem Jahr mit 489 wieder deutlich angestiegen (+42). Hiervon entfallen 13 (+1) auf die Grundschulförderklasse, 236 (+45) auf die Primarstufe und 240 (-4) auf die Sekundarstufe. Dem Schulbericht sind die Statistik, Lehrkräfte, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Digitalisierung sowie eine Perspektive auf das aktuelle Schuljahr zu entnehmen.

Kastell-Realschule

Die Schülerzahl an der Kastell-Realschule ist in diesem Jahr mit 420 (+/-0) stabil. Neu ist in diesem Jahr, dass auch die Kastell-Realschule nun eine Vorbereitungsklasse eingerichtet hat. In dieser werden aktuell 17 Kinder unterrichtet. Dem Schulbericht sind die Themen Schülerzahlen und Klassen, Kollegium / Unterrichtsversorgung, Digitalisierung, Erasmus und Corona zu entnehmen.

Limes-Gymnasium

Am Limes-Gymnasium werden in diesem Schuljahr 542 (+6) Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Dem Schulbericht sind die Personalsituation, die Klassensituation, eine kurze Vorschau auf das Abitur 2023, die Schulentwicklung, die Digitalisierung und Umbaumaßnahmen zu entnehmen.

Janusz-Korczak-Schule

Die Janusz-Korczak-Schule bietet besondere Angebote nicht nur für Schüler, sondern auch für die Familien sowie in der Beratung auch für die Kollegien aller Schulen auf dem Welzheimer Wald. Die Schülerzahl in diesem Jahr ist erneut um sieben auf nun insgesamt 66 Schülerinnen und Schüler gestiegen. Im Schulbericht sind die Themen „Unsere Schule im Rückblick, auf das Schuljahr 2021/22“, Einblicke in das laufende Schuljahr unter anderem mit Details zur Personalversorgung, dem Stand der Digitalisierung, Freude auf das Lichterfest, Veränderungen in den Schülerzahlen im Schuljahr 2021/22 und „Wichtiges für das aktuelle und das folgende Schuljahr“ enthalten.

Christian-Bauer-Mensa

Die Mensa wird weiterhin sehr gut angenommen. So liegt die durchschnittliche wöchentliche Auslastung seit Beginn des Schuljahres bei 380 Essen. Freitags wird in der Mensa, mangels Nachfrage, derzeit kein Essen angeboten. Angesichts der hohen Nachfrage an bestimmten Wochentagen kommt es bei Gläsern und Tabletts zu Engpässen. Seitens der Stadt wird aktuell geprüft, ob und in welchem Umfang die Ausstattung der Mensa angepasst werden kann bzw. muss. Auch das Thema Reinigung hat die Stadtverwaltung, nach erfolgreichen Änderungen in den vergangenen Jahren, weiterhin im Blick. Im Bericht werden die Öffnung der Mensa im Schuljahr 2021/2022, Auslastung der Mensa im Schuljahr 2022/2023, Höchstleistung in der Mittagszeit bei der Ausgabe der Essen, Neuanschaffung für die Mensaküche, Betreuungskräfte in der Mensa und der Caterer erörtert.

Schulsozialarbeit

Die Mitarbeiter der Schulsozialarbeit freuen sich darüber, dass die Schulsozialarbeit im nunmehr dreizehnten Jahr wieder „als normal und konstant“ betrachtet werden kann. Im Bericht der Schulsozialarbeit finden sich die Themen Ziele der Schulsozialarbeit, Arbeitsfelder der Schulsozialarbeit und die praktische Umsetzung im Jahr 2022 – unter anderem mit den Schwerpunkten Einzelfallhilfe und Beratung, Schülercafé Bürgfeldschule wieder. Darüber hinaus berichten die Mitarbeiter vom Arbeiten mit Klassen, von Angeboten im Rahmen der Ganztagesbetreuung, schulorientierter Gemeinwesenarbeit, Kooperationen mit der Institution Schule, dem Schuljahr 2021/2022 und liefern einen Ausblick auf das Schuljahr 2022/2023.

Alle Jahresberichte der Welzheimer Schulen gibt es im Detail zum Nachlesen unter www.welzheim.de in der Rubrik Gemeinderat/Ratsinfosystem.

Im Schuljahr 2022/23 werden 1676 Schülerinnen und Schüler an den fünf Schulen des Schulzentrums Welzheim unterrichtet und gefördert. Im vergangenen Jahr waren es noch 1632 Schülerinnen und Schüler, so dass sich die Gesamtschülerzahl in diesem Jahr um 44 erhöht hat. Von diesen 1676 Schülerinnen und Schülern stammen 610 (35 Prozent) aus den Umlandgemeinden.

„Im Rahmen der finanziellen Ausstattung des Schulbetriebs bewirtschaften die Schulen ein eigenes Budget bei den Sachkonten Lehr-

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