Welzheim

So beeinflussen Ukraine-Krieg und Lockdowns in China Welzheimer Bauprojekte

Kita Breitenfürst
Baumaterialien am Kinderhaus Breitenfürst. © Gabriel Habermann

Lieferengpässe, Preissteigerungen, Unsicherheiten: Diese Entwicklungen treffen auch die städtischen Bauvorhaben in Welzheim. Dabei wirkt sich nicht nur der Ukraine-Krieg aus, sondern es spielen auch die Corona-Lockdowns in China in die Entwicklung hinein, gibt Ralph Hägele, Stadtbauamtsleiter im Welzheimer Rathaus, zu bedenken. Straßenbeleuchtung, Elektrotechnik, Schaltschränke zum Beispiel: „Da kommt viel aus dem chinesischen Raum. Das merkt man auch.“ Zum einen an den Lieferzeiten, zum anderen an den gestiegenen Preisen.

„Die Angebote sind deutlich höher als in der Vergangenheit“

Überhaupt, das Material. Bewehrungseisen für den Baubereich nimmt Ralph Hägele als Beispiel. Die hat die Ukraine geliefert und auch Russland, sagt er. Aber: „Die Ukraine kann nicht mehr liefern. Aus Russland beziehen wir nicht mehr in Europa aufgrund des Krieges.“ So habe man eine gewisse Unsicherheit. „Wir wissen auch nicht, wo die Reise bei unseren Baumaßnahmen hingeht. Je nachdem, wo die Reise beim Baumaterial hingeht.“

Und: „Wir haben teilweise Teuerungen bei den Baumaßnahmen, vor allem, wenn wir Ausschreibungen tätigen. Die Angebote sind deutlich höher als in der Vergangenheit.“ Wobei es Schwankungen gibt. „Das kann man nicht pauschal festmachen. Manchmal hat ein Unternehmer noch Reserven an Material und kann es günstiger anbieten.“

Aber: „Es gibt die ersten Handwerker, die mitteilen, dass sie voraussichtlich ab Herbst kein Material mehr haben.“ Und auch keine Chance sehen, bis zum Herbst Material zu bekommen, berichtet der Stadtbauamtsleiter. Für Kunststoff für den Fensterbau und Glas werde es eng, für Stahl und Gebäudeisolierung auch, „wir können es durch die Bank durchgehen“, für Ziegel ebenfalls. „Es wird nicht mehr flächendeckend gebrannt, weil der Gaspreis so hoch ist“.

Wie wirkt sich das auf die aktuellen Baustellen der Stadt aus? Stichwort Hochbau: Beim Limes-Gymnasium und beim Schulhaus Aichstrut ist Ralph Hägele guter Dinge, dass der Zeitrahmen soweit eingehalten werden kann. Für die Arbeiten in der Schule sieht er aktuell auch den Kostenrahmen gehalten. Dass das Schulhaus Aichstrut teurer wird, ist bereits bekannt (wie berichtet).

Der fertige Kindergarten könnte 20 bis 30 Prozent teurer werden

Und der Kindergarten Breitenfürst? „Da ist das Fragezeichen nach wie vor“, sagt Hägele mit Blick auf Zeitplan und Kosten. Ersten Erfahrungen nach macht der Fachmann eine Schwankung zwischen 20 und 30 Prozent auf den Endpreis aus. Oder anders gesagt: Der fertige Kindergarten könnte 20 bis 30 Prozent teurer werden. Erste Gewerke sind ausgeschrieben, aber noch nicht alle. „Es sind große Schwankungen drin“, so Hägele.

„Wir können noch nicht genau sagen, wann der Kindergarten fertig wird“

Für die Zeitplanung des Kindergartenbauprojekts macht der Stadtbauamtsleiter „im Moment eine große Ungewissheit“ aus. Die Lieferzeiten seien extrem schwankend. „Die Bauzeit ist ungewiss, definitiv. Da gibt es nicht mal eine Prognose. Wir können noch nicht genau sagen, wann der Kindergarten fertig wird.“

Stadt Welzheim macht Ausschreibungen im Hochbau attraktiver

Und im Tiefbaubereich? Hier gibt es derzeit zwei größere Baustellen mit den Sanierungen in der Gschwender Straße und der Richard-Wagner-Straße. „Da haben wir eine Preisbindung“, informiert der Stadtbauamtsleiter und sieht die Arbeiten im Zeit- und Kostenrahmen. Auf den Tiefbaubereich würden sich die derzeitigen Entwicklungen nicht so extrem auswirken. Baumaterialien für den Tiefbau wie Schotter und Sand sind regionale Produkte. „Deswegen ist die Störung dort nicht so extrem.“ Stahl werde weniger verarbeitet, auch Betonschächte und Kanalrohre werden in der Region produziert. Kunststofferzeugnisse wie Wasserleitungen sind bereits vor Ort. Die entsprechende Ausschreibung war bereits 2021 erfolgt, da profitiert die Stadt von der Vergangenheit. Für das Bitumen im Asphalt braucht es Erdöl, doch Ralph Hägele hält diesen Aspekt für noch handhabbar.

Betriebe sind Preisschwankungen weniger ausgesetzt

Die Stadt Welzheim reagiert auf die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf die Handwerksbetriebe: Sie macht die Ausschreibungen im Hochbau attraktiver, indem sie den Firmen zusichert, dass sie das Material abrechnen können, sobald es eingegangen ist und nicht erst nach der Ausführung der Arbeiten. „Wenn wir eine Ausführungsbürgschaft vorliegen haben“, ergänzt Ralph Hägele. „Wir haben die Sicherheit, dass die Leistung kommt.“ Und die Betriebe sind Preisschwankungen weniger ausgesetzt.

In künftige Planungen städtischer Baumaßnahmen fließen die Kostenentwicklungen natürlich ein. Ralph Hägele geht für diese weiterhin von einem hohen Niveau aus.

Lieferengpässe, Preissteigerungen, Unsicherheiten: Diese Entwicklungen treffen auch die städtischen Bauvorhaben in Welzheim. Dabei wirkt sich nicht nur der Ukraine-Krieg aus, sondern es spielen auch die Corona-Lockdowns in China in die Entwicklung hinein, gibt Ralph Hägele, Stadtbauamtsleiter im Welzheimer Rathaus, zu bedenken. Straßenbeleuchtung, Elektrotechnik, Schaltschränke zum Beispiel: „Da kommt viel aus dem chinesischen Raum. Das merkt man auch.“ Zum einen an den Lieferzeiten, zum

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