Welzheim

SPD Welzheim fordert mehr Barrierefreiheit in der Stadt

Welzheim_Ortsschild
Symbolbild. © Gabriel Habermann

Bei einem abendlichen Stadtspaziergang nahm der SPD-Ortsverein Welzheimer Wald die Barrierefreiheit in der Stadt unter die Lupe. Mit dabei waren zwei betroffene Genossinnen, die ihre Erfahrungen mit den anderen Mitgliedern teilten, so die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung.

Kennzeichnung öffentlicher Gebäude wäre sinnvoll

Gleich zu Beginn sei ihnen die nicht vorhandene Beschilderung hinsichtlich eines barrierefreien Eingangs am Heimatmuseum aufgefallen. „Eine Kennzeichnung an öffentlichen Gebäuden wäre ein Fortschritt im inklusiven Denken“, konstatierte der Vorsitzende Tobias Weitmann. Im weiteren Verlauf des Weges sei der Gruppe immer wieder deutlich geworden, wie Hürden für nicht beeinträchtigte Menschen unsichtbar sind, während sie Mitbürger mit Beeinträchtigungen vor durchaus große Probleme stellen können.

Sicherer Übergang entpuppt sich als Falle

Als Beispiel führen sie die neueren Zebrastreifen in der Wilhelmstraße auf, die bereits eine Abflachung haben, was bei den schon älteren in der Murrhardter Straße aber fehlt. Dadurch werde der „sichere Übergang“ zu einer Falle. „Entweder man flacht den Bordstein ab oder man führt stufengängigere Rollatoren auf Rezept ein“, witzelte Emmi Schweitzer, die mit ihrem „Rolli“ unterwegs war.

Bordsteine abflachen und markieren

Darum rege der Ortsverein eine Abflachung und Markierung des Bordsteines an zwei weiteren Stellen der Wilhelmstraße an, die für Beeinträchtigte sonst nur mit großem Umweg zu überqueren sind. Des Weiteren seien bauartbedingt viele Geschäfte nur per Stufen erreichbar, leider auch ohne einen Handlauf.

„Es ist allerdings eine Vision, alles komplett barrierefrei herzurichten, ein verpflichtender Handlauf an Bestandsgebäuden wäre aber ein Anfang“, meinte eine Teilnehmerin des Stadtspazierganges. Die Betroffenen hätten aber auch die Freundlichkeit des Welzheimer Verkaufspersonals betont, das auf ein Zeichen hin gerne auch das Gewünschte an die Türe brächte.

Toilettentüre als schier unüberwindliche Hürde

Doch was, wenn man einmal auf die Toilette muss? In der Innenstadt gibt es hierfür zwei Möglichkeiten: am Hermann-Schlotterbeck-Platz oder unterhalb der Mediathek. Wo es allerdings Schlüssel für die Toiletten am Schlotterbeck-Platz gibt, sei leider nicht bekannt. Auch sei die Tür der Toilette an der Mediathek so schwer, dass sie für Beeinträchtigte ein unüberwindbares Hindernis darstellen kann. Oftmals sei die Tür zur Behindertentoilette im Inneren dann auch noch verschlossen. Diese Defizite müssten unbedingt behoben werden, sei der einstimmige Tenor gewesen. Die SPD hält es für eine interessante Überlegung, die Toiletten mit Schlössern für sogenannte „Euroschlüssel“ auszustatten.

Eine Karte mit barrierefreien Lokalen?

Der Abend klang mit einem Stammtisch im Lamm aus, das barrierefrei zu erreichen war. Dabei kam die Frage nach einer Karte mit barrierefreien Lokalen in der Umgebung auf. Im Internet finden sich bis dato nur unvollständige Informationen.

Die Ergebnisse der Begehungen werden der Stadtverwaltung mit der herzlichen Bitte um Beachtung übergeben, teilt der Ortsverband mit.