Welzheim

Spiel, Abenteuer und Gemeinschaft: Volles Programm beim Welzheimer Welwaldheim

Welwaldheim
Hier gibt es Müsli, auf den Tischen stehen Milch und Brötchen, Wurst und Marmelade fürs gemeinsame Frühstück der Kinder bereit. Fotos: Habermann © Gabriel Habermann

Die Fahne des Welwaldheims weht vor der Eugen-Hohly-Halle: Für die nächsten Tage ist das Areal um Mensa, Eugen-Hohly-Halle und Justinus-Kerner-Halle fest in Kinderhand. Drinnen in der Eugen-Hohly-Halle stehen Teller, Wurst, Marmelade, Milch und Brötchen auf den Tischen. Die Kinder stärken sich gemeinsam für die bevorstehenden Erlebnisse des Tages. 55 Mädchen und Jungen sitzen an langen Tafeln in der Halle beieinander. Mit einem lustigen Spruch von der kleinen Raupe Nimmersatt haben sich alle einen guten Appetit gewünscht und lassen es sich schmecken.

„Weil es einfach immer lustig ist und immer cool“

Viele der Kinder haben das Welwaldheim bereits in den vergangenen Jahren besucht und sind in diesem Jahr gern wiedergekommen. „Weil es einfach immer lustig ist und immer cool“, bringt es etwa Ina auf den Punkt. Sie sei mit Freunden zusammen und könne immer etwas machen, was sie sonst nicht so mache, etwa die Besuche auf den Bauernhöfen, meint die Zwölfjährige. So sieht es auch Alicia, die ihr gegenübersitzt. Man treffe auch mal neue Leute und habe zwei Wochen lang Abwechslung, ergänzt die 13-Jährige. „Heute gehen wir zum Bauernhof und fahren mit dem Fahrrad hin.“ Für ihre Gruppe, die „Wild Cats“, haben die Mädchen sogar eine Flagge kreiert.

Perspektivwechsel: Vom Teilnehmer zum Betreuer

Viel Welwaldheim-Erfahrung bringt auch Riccardo Holz mit. Der 17-Jährige ist zum elften Mal dabei, hat also keine der Freizeiten verpasst. Inzwischen hat er die Perspektive gewechselt, erlebt das Kindervergnügen nicht mehr als Teilnehmer, sondern hilft als Betreuer mit. „Ich mache gerade eine Ausbildung zum Bankkaufmann“, erzählt er. Sein Arbeitgeber hat ihn für seinen Einsatz im Welwaldheim freigestellt. Ursprünglich hatte Riccardo Holz auch überlegt, Lehrer zu werden. Nun hat er sich für die Arbeit in der Finanzwelt entschieden, die ihm viel Freude macht, und engagiert sich darüber hinaus für die Kinder.

„Das ist eine Herausforderung, die ich annehmen möchte“

Dominik Ruoff studiert auf Lehramt in Konstanz und leitet das Welwaldheim. Auch er hat die Freizeit bereits als Kind besucht und kennt Martin Büser, einen der Vorsitzenden der Awo. Dieser habe ihn gefragt, ob er das Welwaldheim leiten würde. „Ich dachte mir, das ist eine Herausforderung, die ich annehmen möchte.“

Was im Welwaldheim nun an insgesamt zehn Tagen herzlich und kindgerecht geschieht, bedarf einer guten Vorbereitung.

„Es ist schon viel Arbeit“, weiß der 21-Jährige. Bereits im März begannen die Vorbereitungen. Die Aktivitäten haben die Organisatoren im Großen und Ganzen geplant. Sie haben aber nicht alles ganz festgezurrt, machen die Feinabstimmung jeweils ein, zwei Tage vorher und sind so flexibel.

Die Kinder sind im Welwaldheim in altersentsprechende Gruppen unterteilt. Um jeweils zehn bis vierzehn Kinder kümmern sich zwei Betreuer.

Gebastelt wird gern mit Naturmaterial

Für diese Aufgabe werden gern jüngere Leute gesucht, die möglichst selbst als Kind die Erfahrung gemacht haben, wie es war, das Welwaldheim zu besuchen, und noch näher dran sind am Erleben der Kleineren. Dass sich die Kinder während der Freizeit entspannen und ausruhen können, darauf legen die Organisatoren Wert. Ebenso wie auf Gemeinschaft und frische Luft. Ausflüge führen zum Beispiel auf den Bauernhof oder auf den Spielplatz, es geht in die Natur, gebastelt wird gern mit Naturmaterial.

Die Awo kann fürs Welwaldheim die Mensa, die Eugen-Hohly-Halle und die Justinus-Kerner-Halle nutzen. „Wir haben richtig viele Möglichkeiten“, freut sich Dominik Ruoff.

Auch in die Stadt wird es die Kinder ziehen, zum Beispiel für ein Spiel, bei dem es gilt, höherwertige Gegenstände zu ertauschen. Los geht’s etwa mit einem Päckchen Taschentücher, und siehe da: Vor zwei Jahren kehrten die Kinder vom gleichen Spiel mit einem Longboard und einem Fahrrad zurück. Beide sind in den Welwaldheim-Bestand übergegangen, erzählt Riccardo Holz lächelnd.

Bei aller Abwechslung gibt es dennoch Rituale für die Freizeit. Sie sind „für die Kinder extrem wichtig“, weiß Dominik Ruoff. So markieren etwa das Frühstück und das Mittagessen sowie ein Snack gemeinsame Fixpunkte des Tages. Der beginnt mit einem Morgenlied zum Willkommen und klingt mit einem Abschiedslied aus.

Welwaldheim entlastet auch die Eltern

Die Zufriedenheit der Kinder ist auch für Martin Büser sehr wichtig. Er ist einer der beiden Vorsitzenden der Awo, die das Welwaldheim veranstalten. Und was für die Kinder gut ist, das hilft auch den Eltern. Nicht zuletzt bei der Betreuung während der Sommerferien. Denn wer kann schon sechs Wochen am Stück Urlaub nehmen? „Es geht auch um die Entlastung der Eltern“, sagt Martin Büser.

Die ist Veranstalter und Mitstreitern auch in den vergangenen zwei Jahren gelungen, in denen sie das Welwaldheim trotz vieler Corona-Auflagen möglich gemacht haben. „Es war extrem kompliziert“, erinnert sich Büser an die sorgsame Umsetzung. „Das Gemeinschaftserlebnis, das wir jetzt haben, haben wir sehr vermisst.“ In diesem Jahr sind besondere Infektionsschutz-Maßnahmen nicht mehr erforderlich.

Die Fahne des Welwaldheims weht vor der Eugen-Hohly-Halle: Für die nächsten Tage ist das Areal um Mensa, Eugen-Hohly-Halle und Justinus-Kerner-Halle fest in Kinderhand. Drinnen in der Eugen-Hohly-Halle stehen Teller, Wurst, Marmelade, Milch und Brötchen auf den Tischen. Die Kinder stärken sich gemeinsam für die bevorstehenden Erlebnisse des Tages. 55 Mädchen und Jungen sitzen an langen Tafeln in der Halle beieinander. Mit einem lustigen Spruch von der kleinen Raupe Nimmersatt haben sich alle

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