Welzheim

Starkes Zeichen der Demokratie: Rund 250 Welzheimer Bürger wehren sich gegen 18 Querdenker und deren Fußmarsch

Gegen die Demo 1
Die Querdenker in ihren weißen Overalls waren zum ersten Mal im Rems-Murr-Kreis sichtbar in Unterzahl. Die Botschaft ist klar: Wer Corona leugnet, ist in Welzheim nicht willkommen. © Hinderberger

Zum ersten Mal hat sich eine Stadt, also ihre Bürger, mehrheitlich gegen eine Querdenker-Demo gewehrt. Welzheim sendete am Dienstagabend ein starkes Zeichen der Demokratie. Die noch 18 Querdenker, angeführt vom Alfdorfer Gastronomen und Landtagskandidaten („WIR2020“) Stefan Schmidt, wurden von rund 250 Welzheimer Bürgern deutlich in den Schatten gestellt.

„Wir wollen zeigen, dass in Welzheim für Corona-Leugner kein Platz ist“, erklärt Philip Köngeter, Stadtrat in Welzheim. Köngeter war es, der zusammen mit ein paar Helfern Schilder aufhängte in der Wilhelmstraße, auf denen die Botschaft klar zu erkennen war: Corona muss ernstgenommen werden, Corona zu leugnen und zum Beispiel auf Masken oder den Abstand zu verzichten, sei für die meisten Welzheimer keine Option. Waren es in Alfdorf vor einer Woche noch 42 Demonstranten, die an der Querdenker-Demo mit einem Fußmarsch teilnahmen, so kamen in Welzheim nur noch 18 Menschen zusammen.

„Es scheint wohl nicht einfach zu sein, sein Gesicht mit seiner Meinung in der Öffentlichkeit immer wieder zu zeigen“, so Köngeter. Der komplette Stadtrat war sich am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung mit großem Applaus einig: Dieses starke Zeichen der Demokratie aus Welzheim ist wichtig in der schweren Zeit der Corona-Pandemie.

Demokratie bedeutet nämlich, dass Minderheiten, in diesem Fall die 18 Querdenker bei der Demo in Welzheim – die gegen die Maskenpflicht sind und gegen die Impfung mit einem Corona-Impfstoff protestieren –, ihren Fußmarsch machen dürfen. Dass rund 250 Welzheimer auf den Gehwegen in der Innenstadt standen, teilweise sogar mitliefen, um mit ihren Schildern und Worten zu zeigen, dass man Corona ernstnehmen muss, das ist gelebte Demokratie.

Auch Robert Kreidler von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen bestätigt: „Es gab keine Zwischenfälle während der Demo, außer leichten Pöbeleien. Es kam aber zu keinen Straftaten und es blieb bei Wortäußerungen.“

Bernlöhr: „Jeder darf seine Meinung äußern. Das ist Demokratie!“

Welzheims Bürgermeister Thomas Bernlöhr erklärt: „Das Tragen von Masken, die Einhaltung des Mindestabstandes und die anderen sinnvollen Maßnahmen der Corona-Verordnung werden von den meisten Welzheimern umgesetzt. Dieses gute Signal wurde von den Bürgern am Dienstag bei der Demo gesendet. Ich finde es aber auch wichtig, dass man andere Meinungen, wie die Meinungen der Querdenker, akzeptiert und zulässt. Das ist Demokratie.“ Jeder dürfe laut Bernlöhr seine Meinung in Welzheim, aber nicht nur in Welzheim, frei äußern.

Für Querdenker Stefan Schmidt war wichtig, dass man sich in der Gruppe der Demonstranten am Dienstagabend nicht provozieren lassen wollte: „Wir äußern nur unsere Meinung. Es ist gut, dass wir von der Polizei geschützt werden“, äußerte sich Schmidt kurz vor dem Fußmarsch durch Welzheim. Am Donnerstag, 19. November, steigt die nächste Demo der Querdenker ab 16.30 Uhr in Durlangen im Ostalbkreis.

Zum ersten Mal hat sich eine Stadt, also ihre Bürger, mehrheitlich gegen eine Querdenker-Demo gewehrt. Welzheim sendete am Dienstagabend ein starkes Zeichen der Demokratie. Die noch 18 Querdenker, angeführt vom Alfdorfer Gastronomen und Landtagskandidaten („WIR2020“) Stefan Schmidt, wurden von rund 250 Welzheimer Bürgern deutlich in den Schatten gestellt.

„Wir wollen zeigen, dass in Welzheim für Corona-Leugner kein Platz ist“, erklärt Philip Köngeter, Stadtrat in Welzheim. Köngeter

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