Welzheim

Sturmschaden: Was kann jeder präventiv machen, was im Schadensfall?

Sturmschaden 1
Revierleiter Friedemann Friz mahnt eindringlich, dass Borkenkäfer nach einem Sturm Bäume nun bevorzugt befallen können. © Markus Metzger

Stürme und Orkane sind seit Lothar und Wiebke in aller Munde und die letzten Tage haben gezeigt, wie schnell etwaige Schäden an Gebäuden nebst Dächern entstehen und den weitreichenden Forstbestand im Welzheimer Wald treffen können.

Um hier mit Prävention, Weitblick und Nachsorge allen Wald- und Grundstückseigentümern eine „erste Hilfestellung“ geben zu können, hat sich der ZVW in den Wald, aufs Dach und zum Versicherungsfachmann aufgemacht, um einen umfassenden Informationsartikel rund ums aktuelle Thema Sturmschäden und deren Regulierung zu verfassen.

Zeitnahe Schadenserhebung im Wald ist unerlässlich

„Waldbesitzer sollen jetzt konsequent ihre Wälder abgehen und bewusst Bäume aus ihrem Wald holen“, erläutert Friedemann Friz aus Alfdorf-Wahlenheim. Er ist der zuständige Revierleiter bei der unteren Forstbehörde Rems-Murr-Kreis, seit gut 30 Jahren im Dienst und er mahnt eindringlich weiter: „Wenn jetzt Fichten übersehen werden, befallen Borkenkäfer aufgrund des frischen Harzduftes bevorzugt diese Bäume.“ Der Name seines Forst-Reviers ist das obere Leintal und ihm liegt die Prophylaxe gegen den Borkenkäfer – gerade jetzt nach den Stürmen – besonders am Herzen. Denn frisch umgeworfene Bäume verströmen den typischen Harzduft: „Eine abgebrochene Fichte ist für den Borkenkäfer super interessant und zieht ihn magisch an, sobald die Tagestemperaturen über 15 Grad steigen“, weiß Friz. Der Fachmann erläutert zudem, dass sich die Schädlinge exponentiell mit dem Faktor 10 bis 30 vermehren. So schlüpfen binnen weniger Wochen immer mehr Käfer, das heißt bis Juli, wenn die Bäume durch die Hitze ohnehin gestresst sind, werden aus einem befallenen Baum dann 30 Bäume.

Borkenkäfer gehen meist auf schnell nachwachsende Fichten. Da diese Flachwurzler sind und bei Sturm nur bedingt standhaft, im Gegensatz steht hier die Tanne als Pfahlwurzler, sind diese jetzt natürlich – gerade nach den Stürmen – besonders interessant. Der gemeinsame Anteil von Tannen und Fichten ist übrigens im Welzheimer Wald auf gut 80 Prozent zu beziffern. Bei Sturm Antonia sind jedoch rund 90 Prozent aller umgeworfenen Bäume Fichten gewesen und keine Tannen.

Was sollte man nun als Waldbesitzer nach einem Sturm beachten?

„Erstens sollte man eine Schadenserhebung machen und schauen, wo Fichten gebrochen sind“, erklärt Revierleiter Friz. „Zweitens sollte der Waldbesitzer eine Entscheidung treffen, ob er dies sachgerecht selbstständig aufarbeiten kann oder Hilfe von einem professionellen Unternehmen benötigt“, fügt Friz hinzu. Denn bei Letzterem steht dem Waldbesitzer der jeweilige Revierleiter mit Rat und Tat zur Seite, der auf fachkundige Unternehmen verweist.

Im Wald gibt es, laut Friz, keine gefährlicheren Arbeiten als die Aufbereitung von Sturmholz, da es durch die im Holz immer noch vorhandenen Spannungen zu schweren Unfällen kommen kann. Wenn Bäume normal fallen, handelt es sich um „gerichtete Spannungen“, anders bei Sturmholz, denn hier kann der Laie die Spannungen nicht absehen. Friz empfiehlt hier eindringlich zusätzlich eine Schutzausrüstung, bestehend aus Sicherheitsschuhen, Sicherheitshelm und einer Schnittschutzhose. Auch ein Traktor mit einer Seilwinde zum Entzerren sollte vorhanden sein, gerade dann, wenn mehrere Bäume übereinander liegen.

Sein Fachmann-Tipp zum Thema Prävention bei der Vermeidung von Sturmschäden: Rindenverletzungen an Bäumen sollte man vorab erkennen und diese rechtzeitig ernten, solange sie noch gesund sind und nicht auf einen kommenden Sturm warten. Ebenso wichtig ist das Wegkommen von Monokulturen, sprich weg von schnell wachsenden Fichten hin zu mehr Tannenanteil. Friedemann Friz sieht den Umbau weg von reinen Fichtenbeständen zu mehr Mischwäldern mit Tannen, auch im Bezug auf Trockenheit und Klimawandel, als das Erfolgsrezept der Zukunft. Er macht abschließend jedoch allen Waldbesitzern persönlich Mut: „Wir sind hier im Welzheimer Wald auf einem guten Weg!“

Baulich-innovative Komplettlösungen aus einer Hand

„Das Wissen zweier Berufe greift hier fachmännisch ineinander“, erklärt Martin Fieber, Chef des Holzbau-Betriebes Fieber in Welzheim. Dass der gelernte Zimmerer- und Schreinermeister gleich zwei Berufe als Qualifikation im Gepäck hat, ist natürlich für jeden seiner Kunden – auch bei Sturmschäden – ein Gewinn. „Das Dach oder die Fassade, wie nach stürmischen Tagen, macht ganz klar der Zimmermann“, sagt Martin Fieber. „Der Schreiner arbeitet jedoch noch mal anders: feiner und filigraner.“ Das renommierte Welzheimer Unternehmen Holzbau Fieber bietet seit rund 20 Jahren ein Komplettpaket rund ums Haus – auch innovativ zum aktuellen Thema „Sturm und Sicherheit“ an: Bei Dachsanierungen, Aufstockungen, sowie Neubauten kommt das Team bestehend aus mittlerweile gut 14 Mitarbeitern, zum Einsatz. Dank der Doppelqualifikation des Chefs ist die Firma Fieber jedoch auch für Innenausbauten bestens geeignet. Das Komplettangebot wird durch einen eigenen Gerüstbau inklusive eigener Bauflaschnerei ergänzt und bietet den Vorteil, dass für Sturmschäden hausintern bei Fiebers gleich drei Gewerbe zum Einsatz kommen können.

Das Holzbau-Team ist hier flexibel aufgestellt und bietet explizit eine passende „Allroundlösung“ an. „Meist sind es Schäden wie Dach-, Scheunen- oder Dachziegelabdeckungen am Giebelbereich“, sagt Martin Fieber und erklärte weiter: „Heute sind Windsogsicherungen und Sturmverklammerungen für Dachziegel vorgeschrieben.“

Laut ZVDH (Dachdeckerregelungen) sollten je nach Region diese speziellen Vorkehrungen beachtet und getroffen werden. „Früher hatte man beispielsweise keine wasserführende Ebene, wie auch kein wasserführendes Unterdach unter den Ziegeln“, fachsimpelt Fieber und ergänzt: „Früher sind die Dächer gedeckt worden und wenn der Ziegel kaputt war, ist dann das Wasser in die Wohnung gelaufen.“

Präventive Maßnahmen gibt es laut Fieber einige

Prinzipiell sind es Kleinigkeiten, konstruktive Maßnahmen, wo der Handwerker selbst überlegen muss: Wie hoch ist das Haus? Was für Windkräfte treten dort auf? In welcher Windzone liegt das Dach? Wenn man allein diese Berechnungen in die bauliche Planung miteinbezieht, dann ist das Haus von vornherein schon relativ sturmsicher. An jedem Gebäude zeigt das Dach zudem nach Jahren Ermüdungserscheinungen, die der Hausbesitzer durch genaue Beobachtung vorab schon reparieren lassen sollte, um spätere größere Schäden zu vermeiden. „Die wenigsten schauen auf’s Dach“, mahnt Fieber und rät den Hausbesitzern: „Schaut mal rauf!“ Früher ist der First einfach eingespeist worden, es war kein Trockenfirst. Hier könne man vorab schauen, ob er bröselt, ob was runterfällt. Fieber rät zudem, sich vorab ein fachmännisches Angebot machen zu lassen, denn wenn das Dach als Beispiel mal 40 Jahre alt ist, schaut er sich das Dach erst mal objektiv an, was man überhaupt machen könnte.

Der Sturm greift auch vermehrt Carports und Blechdächer an, weiß Martin Fieber. Wenn eine zwei Millimeter große Acrylplatte einzeln auf einem Carport liegt, hat diese eine relativ große Angriffsfläche. Parallel wird diese Acrylplatte nebst Weichmachern mit der Zeit porös und der Wind hat hier ein leichtes Spiel. Hier kommt es vor allem auf die Stabilität der daraufliegenden Konstruktion an. Eine weitaus bessere Lösung, laut Fieber, ist hier eine Sandwichplatte aus Trapezstahlblech mit einem PU-Kern. Das ist ein massives Bauteil, fünf Meter lang und ein Meter breit, was man sauber miteinander verschrauben kann.

Holzbau Fieber hat genügend kompetente Leute, um zeitnah handeln zu können, was wichtig ist, dass keine weiteren Schäden entstehen. „Sturmschäden sollten kein Lückenfüller sein und der Betrieb sollte hier fachspezifische Kenntnisse mitbringen“, ergänzt Martin Fieber und man nimmt es ihm ab, dass er hier auch weiterhin allen Kunden und Interessenten mit Rat und Tat zur Seite steht.

Absicherung durch passenden Versicherungsschutz

Seit über zehn Jahren ist Andreas Braun als gelernter Versicherungsfachmann in seinem Versicherungsmaklerbüro Braun, in Kaisersbach-Ebni, zu Hause. Er und sein aus drei Mitarbeitern bestehendes Team sind der direkte Ansprechpartner für private, gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebe sowie Kunden, auch wenn es um die präventive Absicherung und Schadensregulierung rund ums Thema Sturm und Sturmschäden geht.

Was war die letzten Tage so los? „Bäume flogen umher, Ziegel sowie Metallteile, Fensterscheiben zerbarsten und Autos kippten um“, berichtet Andreas Braun und ergänzt: „Das, auch wenn die Stürme ganz unterschiedliche Spuren hinterließen, es keine alleinige Versicherung gibt, die von eingedrückten Fensterscheiben bis zum Abtransport umgefallener Bäume alles abdeckt.“ Somit werden Sturmschäden nach Art eines Schadens zugeordnet und von der Wohnungsgebäudeversicherung, der Hausratversicherung, der Autokasko oder der Haftpflichtversicherung gedeckt. Diese vier Versicherungen sind laut Braun sinnvoll, da diese einen Großteil der auftretenden Schäden abdecken und der Versicherungsnehmer hier einen kompakten, auf den Kunden zugeschnittenen, Sturm-Schutz erhält.

„Für uns beginnt der Schadensfall bereits mit der richtigen Erfassung ihres Risikos, plus der Wahl des richtigen Versicherungsschutzes“, wendet sich Andreas Braun an alle Interessierten. Was ist aber zu tun, wenn ein Schaden entsteht, und welche Schritte muss ich nun dem Versicherungsmakler melden? Erstens ist eine schnellstmögliche Meldung an die Versicherung sinnvoll. Zweitens sollte der Schaden unbedingt in Form von Bildern dokumentiert werden. Drittens muss der Versicherungsnehmer gegebenenfalls eine Notreparatur veranlassen, zum Beispiel das Verschließen der Öffnung bei einem kaputten Fenster, so dass kein weiterer Schaden entsteht.

Stürme und Orkane sind seit Lothar und Wiebke in aller Munde und die letzten Tage haben gezeigt, wie schnell etwaige Schäden an Gebäuden nebst Dächern entstehen und den weitreichenden Forstbestand im Welzheimer Wald treffen können.

Um hier mit Prävention, Weitblick und Nachsorge allen Wald- und Grundstückseigentümern eine „erste Hilfestellung“ geben zu können, hat sich der ZVW in den Wald, aufs Dach und zum Versicherungsfachmann aufgemacht, um einen umfassenden Informationsartikel

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