Welzheim

Umgestaltung der Wilhelmstraße: Viele Vorschläge umgesetzt

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Die Wilhelmstraße soll aufgehübscht werden. © Stütz/ZVW

Welzheim. Ein allgemeines Lob für die Bürgerbeteiligung in Sachen Umbau der Wilhelmstraße war im Gemeinderat zu hören. Im Herbst waren Bürger gefragt worden. Sie konnten Vorschläge einbringen. Eine Idee soll nun umgesetzt werden, die das Parken einfacher machen soll. Das Provisorium von 2001 soll daher bald einer Dauerlösung Platz machen, damit diese „Seele der Stadt“, so Bürgermeister Thomas Bernlöhr, schöner wird.

Unter anderem sollen die Parkbuchten umgebaut werden. Hier soll ein Vorschlag von HGV-Chef Martin Kohnle umgesetzt werden. Der sieht vor, dass Pflanzen die Parkbuchten an den Streifen der Straße nicht umrahmen, sondern dass ein Baum/Busch in der Mitte der Parkbuchten steht und somit das Ein- und Ausparken leichter macht. „Dieser Vorschlag hat durchaus Vorteile“, würdigte Stadtplaner Ulrich Finke.

Entwurf vom Oktober war Grundlage für die Bürgerbeteiligung

Das Architektenbüro ARP aus Stuttgart hatte im Oktober 2016 einen Entwurf angefertigt, der als Grundlage für die Bürgerbeteiligung diente. Bürger und HGV brachten eigene Ideen ein, die ARP nun wieder in einen neuen Entwurf hat einfließen lassen. Eine vierte Parkbucht wird nicht realisiert. Verkehrsplaner fügten an, dass dadurch die Aufstellflächen mit zwölf und 16 Metern schlicht so verkürzt würden, dass zwei Busse nicht mehr aneinander hätten vorbeifahren können. Auch wäre es für Lkw und Autos ohne absolute Halteverbote – auch für Lieferverkehr – zu eng geworden, heißt es. Die Verschmälerung der Fahrbahn vor der Bäckerei Hagner wurde als machbar eingestuft, um das (Kurz-)Parken dort weiterhin zu ermöglichen. Dafür wird die Fahrbahn im dortigen Bereich etwas verkleinert.

Kosten von rund 400 000 Euro

Die Kosten für den Umbau belaufen sich laut Schätzung von ARP auf 270 000 Euro zuzüglich 110 000 Euro für die notwendige Auswechslung der Wasserleitung sowie 20 000 Euro für die Sanierung der Kanalleitung. Die Verwaltung will die Maßnahme im Winterhalbjahr 2017/18 ausschreiben und im Frühjahr bauen lassen. Auf Bauarbeiten im Winter soll verzichtet werden, damit eine ruhende Baustelle wegen zu kalter Temperaturen nicht zeitweise die Straße blockiert. Sorgfalt gehe hier vor Geschwindigkeit. Die Bauzeit werde vier, fünf Monaten betragen, teilt die Verwaltung mit. Der Gemeinderat stimmte den erweiterten Plänen zu. ARP wird weitere Schritte einleiten.

Die Parkplatzfrage

Ulrich Finke ging während der Sitzung auf die Vorschläge aus der Bürgerschaft ein. Eine zentrale Pflanzinsel pro Parkbucht hätte Vorteile, würde für eine bessere Anfahrbarkeit sorgen. Statt sieben kleinerer Bäume sollen drei größere gepflanzt werden. Der Vorschlag von Martin Kohnle spare ebenfalls Platz ein – fünf statt sechs Meter. Wie bisher würde es sich dabei um versetzte Parkbuchten handeln, die auch die Verkehrsgeschwindigkeit reduzieren würden. Die Ausweichabschnitte für Busse und Autos würden länger, was den Verkehrsfluss und den Lieferverkehr verbessere. Dies spricht also auch gegen von Bürgern angeregte längere Parkbuchten. Die größeren Pflanzbereiche könnten umfangreicher gestaltet werden. Den Lieferverkehr insgesamt zu verbessern wäre nur möglich, wenn auf Stellplätze verzichtet würde. Ein zeitlich eingeschränkter Lieferverkehr sei nur in Fußgängerzonen möglich. Mehr Parkplätze vor den Läden seien nur auf Kosten des Verkehrsflusses zu erreichen. Es gebe im Umfeld genügend Parkplätze, so die Ansicht der Verwaltung. Auch hält sie dagegen, Aufenthaltsqualität sei wichtiger als die Parkplatzquantität. Die Anzahl der Stellplätze in der Wilhelmstraße und am Kirchplatz solle unverändert bleiben.

Weg frei für Rettungswagen

Ein neuer Parkplatz vor der Von-Hieber-Straße kommt nicht. Dies wurde vorgeschlagen, um eine verkehrswidrige Zufahrt zu verhindern. Doch Rettungswagen müssen weiterhin passieren können. Das Ordnungsamt werde allerdings mehr kontrollieren. Die Stadt überprüft, wie das Parken vor der Post verbessert werden könnte. Sitzmöglichkeiten im Gehwegbereich seien vorgesehen. Einer Verbreiterung der Fahrbahn erteilt die Stadt eine Absage. Zwar soll sie von 4,75 auf fünf Meter vergrößert werden. Eine noch breitere Fahrbahn würde aber zu mehr Verkehr führen, zulasten der Aufenthaltsqualität und der Fußgänger.

Barrierefreiheit ist eingeplant

Überall seien niedrige und abgerundete Bordsteine geplant. Die Rollstuhlsportgruppe habe den vorhandenen Porphyrbelag als rollstuhltauglich eingeschätzt, teilte die Verwaltung mit. Das Kleinpflaster werde hingegen nicht so gut angenommen. Eine komplette Auswechslung des Belags lehnt die Verwaltung ab. Punktuell werde man Schadstellen sanieren. Eine Sanierung der städtischen Wasserleitungen wird laut Tiefbauamt notwendig werden.

„Fast optimale Lösung“

Die Fraktionen freuten sich über die Ergebnisse und die Optimierung der Pläne durch Bürgerbeiträge, von einer „fast optimalen Lösung“ sprach Claudia Kuhn. Der Gegensatz flüssiger Verkehr ohne Durchgangsverkehr sei schwierig zu überwinden. Die von den Bürgern vorgelegten und von der Verwaltung überprüften Vorschläge seien gut. In Sachen Belag wurde eingeräumt, dass es aus Rollstuhlfahrer-Sicht bessere Optionen gebe. Die Pläne seien aber okay. Weiterhin werde Tempo 20 gelten, machte Bürgermeister Thomas Bernlöhr klar. Er fügte an, hier werde deutlich, Bürgerbeteiligung bringe etwas. Fast schon unter ging dabei, dass es sich bei der Maßnahme um ein Stadtsanierungsprojekt handelt. Nicht nur Straße, auch Häuser und Umfeld würden aufgehübscht, machte abschließend Stadtrat Paul Lindauer deutlich.