Welzheim

Viele Besucher beim ersten Kirchenkonzert in Welzheim seit Corona

Abendmusik0
Ingrid Hägele (Violine), die Sopranistin Iris Maringer und Kantorin Ulrike Bantleon-Bader (Basso continuo). © Ralph Steinemann Pressefoto

Während die öffentlichen Gottesdienste schon seit einigen Wochen wieder erlaubt sind, fangen die Gemeinden nun allmählich an, die reiche Tradition ihrer Kirchenkonzerte wieder aufleben zu lassen.

Ein Konzert von großer Schönheit, tröstend und ermutigend

Und wie bei so vielem, auf das man lange verzichten musste, war dann die Lust des Publikums auf das Konzert „Geistliche Musik beim Abendläuten“ in der St.-Gallus-Kirche beeindruckend. Über 70 Besucher verteilten sich in gebotenem Abstand in der Kirche und genossen das Livekonzert, das zugleich von großer Schönheit, tröstend und ermutigend war.

„Wir haben das vor vierzehn Tagen beschlossen“, strahlt Kantorin Ulrike Bantleon-Bader: „Aus dem Boden gestampft. Wir haben einfach Lust gehabt!“ Aber was da spontan entstanden ist, erwies sich dann einerseits als tief in der Tradition der geistlichen Musik stehend, mit einem Schwerpunkt um 1700, andererseits mochte man das fein durchkomponierte Programm auch als einen musikalisch-theologischen Kommentar zu unserer (pandemiegeplagten) aktuellen Gegenwart verstehen.

So war schon der Auftakt, die Solo-Kantate für Sopran, Violine und Basso continuo von Nicolaus Hanff (1655 bis etwa 1711), „Ich will den Herren loben allezeit“, als ein gläubiges Zeichen der Weltverbundenheit gesetzt. Kein Hadern, keine Anklage, keine Absage an Gottes Schöpfung – egal wie schwer das in Zeiten wie diesen auch (vielen Zeitgenossen) fallen mag. Stattdessen - immer noch und immer wieder - das Lob des Herrn und damit die Aufrechterhaltung des Bündnisses mit dem (oft unverständlich göttlichen) Triebgrund der Wirklichkeit.

Erinnerung an den „Tag der Heimsuchung Mariä“ am 2. Juli

Die Botschaft von Text und Musik in einnehmender, zierlich-beschwingter Süßigkeit: Nicht verzagen – und vor allem nicht aussteigen. Sagen wir es in aller Bestimmtheit noch einmal so: Dieses kleine von Ulrike Bantleon-Bader mit ihrer Violinistin Ingrid Hägele und der ergreifend durchdringenden Sopranistin Iris Maringer vorgestellte Stück war ein künstlerisch-gläubiger Aufruf zum Festhalten an der Treue des Bundes mit der Schöpfung.

In diesen Zusammenhang gehörte auch ein Kuriosum, nämlich zwei Vertonungen zum „Tag der Heimsuchung Mariä“, tatsächlich ein kirchlicher Gedenktag, den Luther einst willkürlich auf den 2. Juli angesetzt hatte und der auf den von Pfarrerin Ingeborg Brehmer vorgelesenen Lobgesang der Maria im Lukasevangelium zurückgeht. Dazu zu hören war Georg Philipp Telemanns (1681-1767) „Meine Seele erhebt den Herrn“ und ein kurzes „Magnifikat“ des einstigen Stuttgarter Stiftsorganisten Philipp Friedrich Böddecker (1607-1683).

Mit der Lesung von Psalm 98, „Singet dem Herrn ein neues Lied“ beschwor Pfarrerin Brehmer den Gott der Gerechtigkeit, dem dann Georg Friedrich Händel (1685-1759) mit den mit den hier aufgeführten Stücken „Meine Seele hört im Sehen“ und „Singe Seele, Gott zum Preise“ seine innig-elegante musikalische Referenz erwies.

Im Lebensmut spendenden, musikalischen Trost-Cocon

Nach „Gottes Segen leite euch“ aus dem Umfeld J. S. Bachs zum Ende „Flügel umhüllen“, ein schönes Stück, sanft rhythmisch schreitend, die Hörer in ein Lebensmut spendendes musikalisches Trost-Cocon einbettend. Das war, wie Pfarrerin Ingeborg Brehmer im Gespräch danach sagte, „eine wunderbare Musik am Abend“. Schön, dass so viele gekommen sind.

Während die öffentlichen Gottesdienste schon seit einigen Wochen wieder erlaubt sind, fangen die Gemeinden nun allmählich an, die reiche Tradition ihrer Kirchenkonzerte wieder aufleben zu lassen.

Ein Konzert von großer Schönheit, tröstend und ermutigend

Und wie bei so vielem, auf das man lange verzichten musste, war dann die Lust des Publikums auf das Konzert „Geistliche Musik beim Abendläuten“ in der St.-Gallus-Kirche beeindruckend. Über 70 Besucher verteilten sich in

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