Welzheim

Vorgeschmack auf Fußball-WM: Interkultureller Fußballabend im "Ionio" Welzheim

Italiener Derby
Ein gemeinsamer interkultureller Fußballabend in der Welzheimer Pizzeria „Ionio“. Spenden für den guten Zweck. © Hinderberger

Die besten Ideen entstehen wie so oft: spontan. So ging es auch zwei fußballverrückten Italienern, der eine Enzo Sollazzo, Juniorchef der traditionsreichen Pizzeria Ionio in Welzheim, und Giovanni Deriu, ehemaliger Integrationsbeauftragter für Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf.

Beide aber kennen sich schon über zwei Jahrzehnte. Hinzu kommt, dass Enzo Sollazzo ein bekennender Interista, also Inter-Mailand-Fan ist, und Deriu ein Juventino (Fan der "alten Dame", Juventus Turin). Das aber tat der Freundschaft nie einen Abbruch, obwohl man sich natürlich immer mal wieder gegenseitig aufzieht. Ein großer Freund und Kumpel, aber leider mit einer großen Macke, er ist ein Interfan, oder eben „Juventino“, sagt der eine über den jeweils anderen.

Das Derby d’Italia, des italienischen Calcio, Juventus gegen Inter, stand also an, und das wollten Sollazzo und Deriu unbedingt gemeinsam ansehen, aber nicht ganz allein. Die Pilot-Idee war entstanden, das Ionio für Liebhaber des italienischen Fußballs und natürlich der Küche, zu öffnen. So war das Motto, Calcio e Cucina, schnell geboren, geplant, und die Gäste eingeladen. Und siehe da, die Freunde und Bekannte kamen, sahen und feierten miteinander.

Darunter Fußballtrainer aus dem Schwäbischen Wald, aber auch aus dem Remstal und Ostalbkreis. Neutrale Beobachter des Spiels waren auch da, und so saßen Schwaben sowie hier beheimatete Italiener, Kroaten, Rumänen sowie türkische Fans und Griechen nebeneinander, aßen zusammen und, ja, fachsimpelten über den Fußball.

Unter den Gästen war auch der C-Juniorenspieler des VfB Stuttgart, Massimo di Benedetto, der übrigens auch im DFB-Kader steht, als klassischer Sechser spielt und aus Täferrot kommt, ein kleiner Ort im Ostalbkreis in der Nähe zu Mutlangen.

Zwei Herzen, die quasi in Massimo schlagen. Das für Deutschland, aber auch jenes für Italien und Juve, wie Massimo selbst erzählte. Und auch seine Mama zeigte sich als echter Juvefan.

Erlös des Abends kommt einer Stiftung in Italien zugute

Der Erlös des Abends im Übrigen, und da spielen Enzo Sollazzos Kontakte nach Italien eine Rolle, kommt auch einem sozialen Zweck, der „Pupi Fondazione“, einer Stiftung des Ex-Profis und heutigen Vize-Präsidenten Javier Zanetti, Kapitän der Champions-League-Sieger-Elf von Inter, damals gegen die Bayern, zugute.

Das Welzheimer Ionio wird eine Patenschaft für benachteiligte Kinder übernehmen. Leuchtende Augen bekam der VfB-Spieler Massimo, als er dann auch noch von Mama Sollazzo aus der Losschüssel gezogen wurde, demnächst bekommt der Junge aus Täferrot eine handsignierte Kapitänsbinde von Zanetti überreicht.

Enzo Sollazzo und Giovanni Deriu erzählten als Intro des Abends, wie sie Tifosi ihrer Clubs wurden - der eine aus Trotz (Enzo), weil er statt eines Zeichentrickfilms Inter gegen Juve schauen musste als Kind und für Inter mitfieberte, statt für Juve, wie sein Bruder. Deriu wurde vom Vater und Onkel angesteckt, heulte aber anno 1983 vor Wut, als der HSV im Finale der Landesmeister Juve mit 1:0 schlug. Damals, so Deriu, „war Juve mit seinen Stars zu überheblich, und Ernst Happel hatte den HSV sehr gut eingestellt“, dazu bemerkt Trainer Janny Falbo, in Fellbach aufgewachsen und WFV-Stützpunkttrainer in Adelberg: „Ja, der HSV unter Happel spielte schon damals sehr modern.“ Und so teilten alle ihre Storys und Erinnerungen. Ein weiterer Gast im Ionio war auch Giuseppe Iorfida, Inhaber der UEFA-A-Lizenz und Coach in der Herren-Landesliga beim TV Echterdingen, der Inter Mailand auch wegen der Internationalität des Clubs sehr schätze als Fan. Und der auch gestand, Mourinho sei der perfekte Trainer gewesen, und er analysierte auch gleich die Taktik und das System von Inter, das einem „Fünf-drei-zwei“ gleiche, und das sei nicht defensiv, sondern durchaus offensiv, wenn die Außenverteidiger stets aufrückten.

Massimo di Benedetto lauschte auch, als der DFB-A-Lizenz-Youth-Coach drei Dinge nannte, die wichtig seien auf dem harten und steinigen Weg zum Profi: „Erstens gesund bleiben, sich gut ernähren. Zweitens fokussiert bleiben, und immer lernen wollen, und drittens, keinen Scheiß machen, die Prioritäten setzen“, führte Iorfida aus, und dem stimmten alle im Kreis zu. Als dann auch noch Leo Gjini, der Trainer, zum Kreis der Kaisersbacher mit den Brüdern Josip und Leo Duric stieß, wurde viel über die Jugendarbeit, Talente, und die Trainer generell diskutiert (Gjini, zur Erinnerung, stieg mit dem SV Kaisersbach auf, und ist nun beim FC Normannia Gmünd verantwortlicher Jugendkoordinator, sein Nachfolger, Coach Hakan Keskin, war auch unter den Gästen). So kam jeder Gast auf seine Kosten und zu neuen Erkenntnissen aus dem Fußball.

Dass Juventus am Ende tatsächlich mit 2:0 über Inter siegte, obwohl die erste Halbzeit von Inter komplett dominiert wurde, war dann fast schon Nebensache. Enzo Sollazzo ertrug es mit Grandezza und hielt mit Giovanni Deriu unisono fest: „Was für ein gelungener Abend! Wir werden ihn wiederholen. Die Gäste waren einfach spitze.“

Die besten Ideen entstehen wie so oft: spontan. So ging es auch zwei fußballverrückten Italienern, der eine Enzo Sollazzo, Juniorchef der traditionsreichen Pizzeria Ionio in Welzheim, und Giovanni Deriu, ehemaliger Integrationsbeauftragter für Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf.

Beide aber kennen sich schon über zwei Jahrzehnte. Hinzu kommt, dass Enzo Sollazzo ein bekennender Interista, also Inter-Mailand-Fan ist, und Deriu ein Juventino (Fan der "alten Dame", Juventus Turin). Das aber

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