Welzheim

Vorlesetag in Welzheim: „Klima-Checker“ wollen Planeten retten

Veronika Wiggert
Veronika Wiggert beim Vorlesetag in der Hofgarten-Grundschule in Welzheim. © Privat

Autorenlesungen sind was Feines, und normalerweise zahlen die Besucher dafür. Die Grundschüler, die am Montag und Dienstag jeweils in der Hofgartenschule und der Eugen-Hohly-Halle Autorin Veronika Wiggert zuhören, zahlen gar nichts. Aber sie lassen sich von der Sache begeistern, um die es in ihren Büchern geht - und sie wissen in ihrem Alter von neun bis zehn Jahren erstaunlich gut Bescheid.

Veronika Wiggert wurde an der Schweizer Grenze geboren und lebt heute in München, wo sie jahrelang vor allem als Journalistin gearbeitet hat. Inzwischen ist sie Mutter von zwei Kindern und schrieb unter anderem „Fußballsommer“, ein Buch für ihren fußballverrückten Sohn. Aber kindlich seichte Lesekost war auch das schon keine: In der Geschichte geht es nicht nur um „das Runde, das ins Eckige muss“, sondern zum Beispiel um ernste Probleme wie Mobbing. Kurz zuvor erschien „Schluss mit Plastik: Die Klima-Checker“, und darin packt sie Themen an, die kaum aktueller sein könnten.

Warum gibt es im Winter kaum noch Schnee? Wieso waren in den letzten Sommern die Böden knochentrocken? Woran liegt das? Was ist der Treibhauseffekt, und wo kommt der her? In ihrem Buch sind es das Mädchen Malin und ihre Freunde Einstein und Trixie, die sich diese Fragen stellen, und Malin geht zum ersten Mal mit ihrem Papa und ihrer älteren Schwester auf einen Klimastreik von „Fridays for Future“. Zwar ist es wahrscheinlich ganz gut, dass Wiggert ihren aufmerksamen, kleinen Zuhörern noch mal erklärt, was der Ursprung der Klimastreiks war und wer Greta Thunberg ist, aber über vieles aus dem schwierigen Problemkomplex sind sie ausgesprochen gut informiert.

„Der Treibhauseffekt kommt von zu viel CO2“, weiß ein Junge ganz vorne rechts, und dass das schädliche Gas von Autos und Fabriken in die Atmosphäre geblasen wird, ist auch bekannt. Als ein anderes Kind anspricht, dass alle Bienen Blumen und Pflanzen brauchen, und dass ohne Bienen die Natur am Ende ist, staunt Wiggert: „Ich hab schon überlegt, ob ich das erwähnen soll“, sagt sie, „aber ich dachte, das führt bei euch vielleicht ein bisschen zu weit.“ Tut es offensichtlich nicht.

Jetzt geht es darum, wie man schützender und nachhaltiger mit der Natur umgehen kann. Möglichst wenig in Plastikverpackung kaufen, statt der Kunststoff-Zahnbürste lieber eine aus Bambus nehmen, schlägt die Autorin vor. Ein Mädchen erzählt davon, dass ihre Eltern oft Fahrgemeinschaften bilden, ein anderes, dass sie mit der Oma immer zumindest ein Stück mit dem Zug in den Urlaub fährt.

In den letzten zwei Jahren musste die Limes-Buchhandlung die Lesetage wegen der Corona-Pandemie ausfallen lassen, dieses Jahr ist man neu durchgestartet. „Wir müssen immer Autor/-innen finden, die wir uns leisten können“, erklärt Buchhändlerin Eva Heyd. Einen Zuschuss gab es vom Boedecker-Kreis, der die Kosten für die Lesung in der Hofgartenschule teilweise übernommen hat.

Steht zu hoffen, dass die Lesetage auch in den kommenden Jahren stattfinden können - um den Kindern zu zeigen, dass Bücher Spaß machen und nicht nur Unterhaltung für einen gemütlichen Lesenachmittag sein können, sondern viel mehr.

Autorenlesungen sind was Feines, und normalerweise zahlen die Besucher dafür. Die Grundschüler, die am Montag und Dienstag jeweils in der Hofgartenschule und der Eugen-Hohly-Halle Autorin Veronika Wiggert zuhören, zahlen gar nichts. Aber sie lassen sich von der Sache begeistern, um die es in ihren Büchern geht - und sie wissen in ihrem Alter von neun bis zehn Jahren erstaunlich gut Bescheid.

Veronika Wiggert wurde an der Schweizer Grenze geboren und lebt heute in München, wo sie

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