Welzheim

Wandern im Welzheimer Wald und auf der Schwäbischen Alb

Herrlich
Herrlicher Blick auf die Schwäbische Alb vom Hohenstaufen aus fotografiert: Im Vordergrund links der Rechberg, im Hintergrund rechts der Stuifen. © Michael Länge (GT)

Im Welzheimer Wald ist es schön. Auf der Schwäbischen Alb auch. Oft geht der Blick von Kaisersbach, Welzheim oder Alfdorf aus ins Albvorland mit Hohenstaufen, Stuifen und Rechberg. In Coronazeiten scheint der Frühling besonders prächtig zu sein und die Luft klar, so dass der Blick weit schweifen kann. Das satte Grün und die unzähligen Farben der Blüten laden zum Verweilen und Wandern in der Natur ein.

Ein Wahrzeichen der Schwäbischen Alb

Mit seiner markanten Kegelform bildet der Hohenstaufen ein Wahrzeichen der Schwäbischen Alb. Auf dem 684 Meter hohen Berg befindet sich die Ruine der Stammburg der Staufer, welche um 1070 erbaut wurde und im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. Liedermacher und Künstler Harald Immig wohnt am Fuß des Berges, dem heutigen Göppinger Stadtteil Hohenstaufen. Immig wuchs auf dem Hohenstaufen auf, wo er noch immer im 1740 erbauten elterlichen Haus lebt. Der inzwischen 71-Jährige betreibt dort eine Galerie, in der er seine Aquarelle von Landschaften und Blumen sowie Kalender mit eigenen Aquarellen verkauft.

Eröffnungszug
Eröffnungszug der Hohenstaufenbahn mit einer Württembergischen T 3 im August 1911. Hier beim Halt in Wäschenbeuren. © Bundesbahn

Unweit des Hohenstaufens führte einst eine früher beliebte Strecke der Eisenbahn vorbei. Von 1911 bis 1984 war die Bahnverbindung zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd eine der berühmtesten Bahnstrecken im Land. Im Volksmund nannte man das Zügle „Klepperle“. Heute ist die Klepperle-Trasse eine beliebte Rad- und Wanderverbindung zwischen den beiden Städten. In mehreren Etappen erstellt, verbindet die Klepperle-Trasse seit Juli 1990 Schwäbisch Gmünd mit dem Göppinger Teilort Faurndau. Die ursprünglich für die Eisenbahn konzipierten Steigungen sind mit dem Fahrrad bequem zu bewältigen.

Offiziell hieß die Strecke Hohenstaufenbahn

Hohenstaufenbahn war der amtliche Name der ehemaligen Eisenbahnstrecke zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen führten den vom Berg Hohenstaufen abgeleiteten Namen amtlich ein. Eine frühere nichtamtliche Bezeichnung war Panoramabahn. In den letzten Jahrzehnten wurden die volkstümlichen Benennungen Klepperle in der Schwäbisch Gmünder Gegend und Josefle in der Göppinger Gegend jeweils weit verbreitete Bezeichnungen.

Die Eisenbahnstrecke war eine 27,24 Kilometer lange normalspurige Nebenbahn. Die Trasse überwindet vom Remstal aus 319 m Höhe einen Anstieg vorbei an den Bergen Rechberg und Hohenstaufen der Schwäbischen Alb. Sie erreicht bei der Ortschaft Maitis am Fuß des Hohenstaufen mit 445 Meter ihren höchsten Punkt und fällt dann zum Filstal auf 307 Meter Höhe ab.

Deutsche Bundesbahn wollte Nebenstrecken stilllegen

Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme der Strecke leitete die Deutsche Bundesbahn 1982 ein Stilllegungsverfahren ein und stellte schließlich – trotz Protesten der kleineren Anliegergemeinden – zum 2. Juni 1984 (Beginn des Sommerfahrplans) den Personenverkehr auf der Gesamtstrecke ein. Die letzte Fahrt der Hohenstaufenbahn wurde von etwa 1000 Fahrgästen begleitet. Der Güterverkehr hielt sich abschnittsweise noch etwas länger, er wurde in drei Stufen eingestellt. Ein letzter Sonderzug befuhr am 22. Oktober 1994 den letzten Abschnitt Faurndau Nord – Göppingen.

Heute trauern die Bürger zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd ihrem Klepperle und Josefle nach, denn eine Nahverkehrsverbindung auf der Schiene könnten die Menschen und die Wirtschaft gut gebrauchen. Da haben es die Welzheimer besser gemacht. Sie trotzten den stetigen Bemühungen der Bahn, die Strecke zu beseitigen. Zwar wurde der Bahnbetrieb eingestellt, aber die Schienen blieben erhalten. Das war dann die Grundlage für die Schwäbische Waldbahn, die seit zehn Jahren fährt und nur grippebedingt derzeit eine Pause hat.

Zeugenberge der Schwäbischen Alb

Der Hohenstaufen gehört zu den Drei Kaiserbergen. Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen sind Zeugenberge der Schwäbischen Alb und bilden eine markante Dreiergruppe zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd, die weithin sichtbar das Landschaftsbild prägt.

Die Bezeichnung Kaiserberge rührt daher, dass der Hohenstaufen die Stammburg des Königs- und Kaisergeschlechts der Staufer trug. Die Überreste der Burg sind noch zu sehen.

Auch auf dem Rechberg zeugt eine Burgruine, die auch einen Ausstellungsraum mit Fundstücken und einem Modell der ehemaligen Burg beherbergt, davon, wie die Herren von Rechberg einst mit direktem Blick zum Hohenstaufen gelebt haben.

Einzig der Stuifen wurde im Mittelalter nicht besiedelt, bietet aber dennoch grandiose Rundumblicke.

Die Stadt Göppingen und die Gemeinde Waldstetten haben die Drei Kaiserberge stilisiert in ihrem Stadt- und Gemeindelogo dargestellt.