Welzheim

Wandern per Zufall in der Sonne oder bei Sauwetter im Welzheimer Wald

Sonne wald winter
Die Natur bietet Raum für Erlebnisse, hier die Sonne im Winterwald bei Kaisersbach. © Joachim Mogck

Spannendes in der Natur erleben, das ist leichter, als man denkt. Naturparkführer Walter Hieber hat zwei Tipps für Waldentdecker und Familien zusammengestellt, die mal etwas Neues ausprobieren wollen.

Die Kids wollen nicht einfach nur so wandern? Langweilig? Keine Lust? Immer die gleiche Strecke? Dann kann man mal eine Zufallswanderung ausprobieren. Die Idee ist so einfach wie genial: einfach losgehen und an jeder Kreuzung eine Münze werfen. Geht es nach links oder rechts weiter? Kopf oder Zahl! Die Münze entscheidet, wohin der Weg führt.

Eine erweiterte Variante für Familien: Mit der Münze wird nicht nur entschieden, in welche Richtung es weitergeht. Es kann auch ausgelost werden: Wer entscheidet, wo es weitergeht? Geht es gleich weiter, oder wird vorher ein Spiel gespielt? Gibt es Schokolade oder Gummibärle? Soll man vorwärts oder rückwärts weitergehen? Geht es sehend oder „blind“, also geführt, weiter? Und auf dem Weg oder durchs Gelände? Langsam oder schnell? Und so weiter.

Ein Hinweis vom Profi: Man sollte in bekannter Umgebung anfangen, eine Karte oder GPS mitnehmen oder den Weg irgendwie kennzeichnen. Selbst fleißige Wanderer wollen ja irgendwann wieder zurückfinden.

Ebenso reizvoll: eine Sauwetter-Tour. Auch bei Blues-Wetter, wenn der Schnee weg ist, lässt sich etwas Schönes anstellen: Draußen ist es neblig, verregnet und kühl. Also lieber zu Hause im Warmen bleiben? Auf keinen Fall! „Ich liebe es, eine gewisse Zeit lang vom kalten Regen gepiesackt und ein wenig heruntergekühlt zu werden, gegen den Wind anzugehen, wenn die Gesichtsmuskeln etwas einfrieren“, so Walter Hieber. Also: warm und regendicht einpacken, die Gummistiefel anziehen und raus geht’s ins Schmuddel-Vergnügen: Das macht mehr Spaß als gedacht: Pfützenspringen, Matschwaten, Verstecken im Nebel und anderes mehr. Das geht nur bei Sauwetter. Wenn alle frieren, geht’s wieder nach Hause in die warme Wohnung, unter die Dusche, ans Kaminfeuer. Es gibt eine warme Suppe, heißen Tee. Die meisten Kinder (und irgendwann auch die Eltern) werden es lieben, ist der Naturparkführer überzeugt.