Welzheim

Was beim Konzert der Welzheimer Stadtkapellen-Musikschule geboten war

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Von Filmmusik und Weihnachtsliedern: Für jeden war etwas geboten. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Besonders schöne Querflötenklänge am ersten Advent. © Ralph Steinemann Pressefoto

Alle Jahre wieder bekommen die kleineren und größeren Musiker der Stadtkapellen-Musikschule die Gelegenheit, den Besuchern vorzuführen, was sie alles gelernt haben. Für manche ist es der allererste Auftritt vor Publikum, und dementsprechend aufgeregt sind sie auch - wie die Blockflötist/-innen Niklas Eßwein, Lucy Sauter und Johanna Schalle, die vor ihren drei Kinderliedern herumzappeln und hinterher gar nicht mehr von der „Bühne“ wollen. Sie sind die Ersten, die sich bei dieser Matinee verneigen.

Krankheitsfälle stoppen die jungen Musikerinnen und Musiker nicht

Doch von vorne: Zunächst muss Musiklehrer Marc Pöthig nach der Begrüßung der Eltern verkünden, dass so manche der jungen Künstlerinnen und Künstler diesmal leider durch Krankheit verhindert sind, wodurch ein paar der eingeplanten Stücke entfallen. Der Auftakt „Peach Fuzz“ vom Percussion-Trio Joao Paul Lima, Adrian Hauff und Colin Munz ist ein dynamischer „Muntermacher“ - danach sind garantiert auch die wach, die es an diesem 1. Advent nur mit Mühe aus dem Bett geschafft haben. Carolin Jacksteit spielt mit ihrer Lehrerin Elena Neher eine flotte „Tarantella“, und „Die kleine Blaskapelle“ mit Milana Dehning, Maya Fink und Allissa Fast am Klavier klingt wie ein herrlich schwungvoller Ragtime.

Das Stück „Tsatsiki“ für Sopranflöte, Tenorflöte, Percussion und Klavier (gespielt von Sophie Wagenblatt, Toni Klenk, Olivia Klenk und Olga Aßmann) klingt weit eher würzig spanisch als deftig griechisch, und bei den feurigen Kastagnettenklängen von „La Cumparsita“ (wieder Toni und Olivia Klenk und Olga Aßmann, diesmal mit Günter Zollfrank) hat der Filmfan unwillkürlich Jack Lemmon vor Augen, der im Schwarz-Weiß-Klassiker „Wie angelt man sich einen Millionär“ dazu tanzt, als Frau verkleidet und eine Rose zwischen den Zähnen.

Das „Krieger-Menuett“ bestreitet Lasse Döz solo mit seiner Trompete, beim Weihnachtslied „Hark the Herald Angels sing“ spielen Maja Brucker und Jule Bauer im Duo schön harmonisch Saxofon. Den Latin-Schlager „Moliendo-Café“ hört das Publikum von einer ausgewachsenen „Lehrerband“, der man deutlich anmerkt, wie viel Spaß sie an der Sache hat. Bei „Concerning Hobbits“ von Howard Shore spielt Laura Murschinski ihren Querflöten-Part zum Orchester-Playback auch wunderschön allein (ihre zwei Mitstreiterinnen sind krank), und Kalea Ott entführt das Publikum mit „A whole new World“ und dem gleichen Instrument in den Disney-Streifen „Aladdin“. Jonas Schuringa erntet Applaus für die „Musette“ von Bach und das „Forellenquintett“ von Schubert, gespielt auf dem Tenorhorn.

Das „Scherzo“ von Diabelli (jedem einigermaßen fortgeschrittenen Klavierschüler gut bekannt) macht mit Livia Fritz und Olga Aßmann Freude, und ganz am Schluss wird bei „Kit und Jon“ noch mal ordentlich auf die Pauke bzw. auf Drumset und Cajon gehauen; Joao Paul Lima und Adrian Hauff beenden damit die adventliche Matinee.

Die Veeh-Harfe: Ein ganz besonderes Instrument

Besonders nachhaltig im Gedächtnis bleibt von dieser Matinee übrigens das zarte, lyrische Werk „Tannengrün“ (für Tenorflöte, Querflöte, Gitarre und Veeh-Harfe, gespielt von Christin Wiesenmaier, Sophie Wagenblast, Carolin Jacksteit und Herrn Klenk).

Die Veeh-Harfe wurde von einem Bauern für seinen Sohn entwickelt, der durch das Down-Syndrom mit dem Notenlernen überfordert war. Sie kann durch eine spezielle Notenschrift ohne jede Notenkenntnisse gespielt werden … und sie klingt so zauberhaft schön wie das ganze Stück.

Alle Jahre wieder bekommen die kleineren und größeren Musiker der Stadtkapellen-Musikschule die Gelegenheit, den Besuchern vorzuführen, was sie alles gelernt haben. Für manche ist es der allererste Auftritt vor Publikum, und dementsprechend aufgeregt sind sie auch - wie die Blockflötist/-innen Niklas Eßwein, Lucy Sauter und Johanna Schalle, die vor ihren drei Kinderliedern herumzappeln und hinterher gar nicht mehr von der „Bühne“ wollen. Sie sind die Ersten, die sich bei dieser Matinee

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