Welzheim

Was geschieht mit dem "Waldlaufpfad" und dem heutigen Trimm-dich-Pfad nach 47 Jahren im Welzheimer Tannwald?

Trimmdichpfad
Wie wird sich der Trimm-dich-Pfad im Welzheimer Tannwald verändern? Wird alles abgebaut oder gibt es neue Geräte? © Gaby Schneider

Der Trimm-dich-Pfad im Tannwald ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Aus diesem Grund soll er ein neues, zeitgemäßes Gesicht erhalten, sind sich Forstverwaltung, die Schulleitung der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule und die Turn- und Sportvereine einig. Schließlich hat sich nicht nur das Sportangebot im Stadtpark verändert, sondern auch die Art, wie es von der sportbegeisterten Welzheimer Bevölkerung genutzt wird.

Eingerichtet wurde der „Waldlaufpfad“ 1973 auf Initiative von Werner Buhl. 1971 wurde er mit 26 Jahren als jüngstes Mitglied in den Welzheimer Gemeinderat gewählt, mit der zweitgrößten Stimmenzahl, blickt er heute zurück. Diesen „gewaltigen Vertrauensvorschuss der Bürgerschaft“ habe er stets als Verpflichtung empfunden, sein Amt nicht wie eine Monstranz vor sich herzutragen, sondern sich für die Gemeinschaft zu engagieren und einzubringen. Und eine seiner ersten Initiativen führte zum Bau des Waldlaufpfads.

Anfang der siebziger Jahre, erinnert sich Buhl, hatte die „Trimm-dich-Bewegung“ ihre Hochzeit. Es handelte sich damals um eine 1970 gestartete Kampagne des Deutschen Sportbunds zur Förderung des Breitensports. Im Gefolge der Olympischen Spiele 1972 in München erlebte dieser geradezu einen Boom. Mit zunehmendem Wohlstand war die Zahl der Übergewichtigen und an Kreislauferkrankungen Leidenden sprunghaft angestiegen. Sportliche Betätigung wurde als wichtigstes Mittel erkannt, die Zahl der Herzinfarktgefährdeten zu senken.

Wie entstand der Trimm-dich-Pfad in Welzheim?

Nach dem Vorbild der Schweizer „Vitaparcours“ entstanden deutschlandweit - laut Angaben des Internetlexikons „Wikipedia“ - ca. 1500 Trimm-dich-Anlagen. Zeitgleich mit der „Trimm-dich-Bewegung“, so Buhl, habe man in Baden-Württemberg entdeckt, dass die Wälder des Landes nicht nur eine forstwirtschaftliche Bedeutung hätten, sondern auch als Naherholungsraum für die Bevölkerung von Nutzen seien und sich hervorragend für das Anlegen von Wanderwegen, Spielplätzen und Grillstellen eignen.

Diese beiden Fäden führte Buhl zusammen, als er Anfang 1973 bei Oberforstrat Franz Röhm, dem Leiter des Forstamts, vorsprach und diesen von seiner Idee zu überzeugen versuchte, im Tannwald einen Trimm-dich-Pfad anzulegen. „Ich habe gehofft, dass dieser Kelch an mir vorübergeht“, lautete Röhms spontane Antwort. „Letztendlich ließ er sich dann doch noch überzeugen“, erinnert sich Buhl, „und versprach, das Projekt zu unterstützen.“

Das Forstamt habe nicht nur die Verantwortung als Bauherr übernommen, sondern Revierförster Erich Steinat wurde mit der Projektleitung beauftragt. Er beschaffte auch die Pläne des Degerlocher Waldsportpfads, der als Vorbild diente, und kümmerte sich um die Ausstattung des Pfades mit den Trimm-dich-Geräten und deren Wartung. Der Bauhof der Stadt Welzheim half mit dem notwendigen schweren Gerät aus, Buhl war „für die Beschaffung der Manpower“ verantwortlich. Es habe sich als besonderer Glücksfall erwiesen, dass er über einen großen Freundeskreis verfüge. Den „harten Kern“ bildeten die Wanderkameraden vom Schwäbischen Albverein, mit denen er auch noch heute, 46 Jahre später, eng verbunden sei. Ungefähr neun Monate lang habe sich der 15 bis 20 Personen starke Arbeitstrupp unverzagt jeden Samstag zum Einsatz getroffen. Und es sei Knochenarbeit gewesen, die man da zu leisten hatte. Es galt, teilweise völlig neue Wege anzulegen, sie mussten nivelliert werden, Absieb wurde als Belag mit Lkw herangefahren, abgeladen und dann per Schubkarren in den Wald gebracht und dort ausgebreitet. Das Schönste sei aber gewesen, wenn man nach acht bis zehn Stunden harter Arbeit dann beisammensaß, ein Bier und Leberkäse genoss und es sich gutgehen ließ. Da schaute dann ab und zu auch Oberforstrat Röhm vorbei und sang mit, wenn man gemeinsam fröhlich das eine oder andere Lied anstimmte.

Mit Feuer und Flamme sei auch Förster Steinat dabei gewesen, obwohl er seine Freizeit für das Projekt investieren musste. Noch Jahrzehnte später habe er von der gemeinsamen Arbeit im Tannwald geschwärmt, ebenso wie Heinz Bleher, seines Zeichens Vorsitzender des Albvereins und Direktor der Volksbank. Als dann im Mai 1974 der Pfad feierlich eingeweiht wurde, waren alle begeistert.

Welzheim sei damals eine Gemeinde gewesen, in der an Finanzmitteln kein Überfluss herrschte. Daher war die Stadt dankbar, dass sie auf diese kostengünstige Art zu einer Freizeiteinrichtung gekommen war, die von den Bürgern eifrig genutzt wurde und dank der wunderschönen Lage bald auch Freizeitsportler von auswärts anlockte. Nun soll der Trimm-dich-Pfad ein neues Gesicht bekommen. Die Planungen laufen im Hintergrund.

Für viele Welzheimer wäre es jedoch wichtig, dass es weiterhin die Möglichkeit gibt, auf Waldwegen laufen zu können. Und den Trimm-dich-Pfad komplett abzubauen sei für manche unvorstellbar. Gemeinsame Überlegungen sollen aber dazu führen, dem Trimm-dich-Pfad ein neues zeitgemäßes Gesicht zu geben. Die Läufer dürfen also weiter hoffen, dass der Trimm-dich-Pfad nicht komplett abgebaut wird.

Der Trimm-dich-Pfad im Tannwald ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Aus diesem Grund soll er ein neues, zeitgemäßes Gesicht erhalten, sind sich Forstverwaltung, die Schulleitung der Bürgfeld-Gemeinschaftsschule und die Turn- und Sportvereine einig. Schließlich hat sich nicht nur das Sportangebot im Stadtpark verändert, sondern auch die Art, wie es von der sportbegeisterten Welzheimer Bevölkerung genutzt wird.

Eingerichtet wurde der „Waldlaufpfad“ 1973 auf Initiative von Werner

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper