Welzheim

Welzheim hat wieder „sein Forstamt“

Forstamt
Das neue Forstamt befindet sich in der Welzheimer Innenstadt. Die Freude ist groß, dass Welzheim wieder „sein Forstamt“ zurück hat. © privat

Die Sensation ist perfekt: In Welzheim gibt es seit dem 1. Januar 2020 wieder ein Forstamt. Doch dieses ist mit dem ehemaligen Forstamt (vor 2005) nicht zu vergleichen. Es handelt sich nämlich nicht mehr um eine Behörde mit Hoheitsfunktion, sondern um den Sitz des Forstbezirks Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Das alte Forstamt Welzheim war im Rahmen der Teufel’schen Verwaltungsreform zum 1. Januar 2005 aufgelöst worden. Seine Geschichte wurde im Jahresheft 2007 des Historischen Vereins Welzheim ausführlich dargestellt. Damit war erstmals seit dem 18. Jahrhundert in Welzheim keine zentrale Forstverwaltungsstelle mehr vorhanden.

Das Landratsamt hatte alle unteren Sonderbehörden – zu denen auch die Forstämter gehörten – unter sich vereint. Die Zentrale für ehemals fünf Forstämter im Landkreis wurde 2005 aus politischen Gründen zum Ausgleich dafür, dass die Stadt das Kreiskrankenhaus verloren hatte, nach Backnang verlegt.

Ein politischer Grund für den Erhalt des Forstamts

Interessanterweise wurde bei der vorausgegangenen Reform 1975 ein politischer Grund für den Erhalt des Forstamts in Welzheim angeführt: Der Verlust des Oberamts im Jahr 1938! Die Reform zum 1. Januar 2020 ist nach 1975, 1998 und 2015 die vierte innerhalb weniger Jahrzehnte! Ob das dem langfristig zu pflegenden und bewirtschaftenden Wald guttut, sei dahingestellt. Dabei ist auch an das Forstpersonal zu denken.

Manche Förster waren früher mehr als 30 Jahre in ihrem Revier und mit „ihrem“ Wald intensiv verbunden, heute ist das oft nicht mehr möglich. Die neueste Forstreform hängt mit einer Kartellklage zusammen, die sich jahrelang hingezogen hatte und letztendlich vor dem Bundesgerichtshof endete. Ein Sägewerksbesitzer hatte dagegen Klage eingereicht, dass staatliche Forstämter als Serviceleistung im Privat- und Gemeindewald den Holzverkauf übernahmen und dadurch angeblich eine Monopolstellung erreichten. Auch die gesamte Bewirtschaftung von Nichtstaatswäldern durch die Forstämter war auf vertraglicher Basis möglich. Dies hatte im Rahmen des sogenannten „Einheitsforstamts“ in Baden-Württemberg eine sehr alte Tradition. Bei nur 24 Prozent Flächenanteil des Staatswaldes war das sehr sinnvoll und effektiv. Der Bundesgerichtshof wies aus formalen Gründen die Klage zurück.

Betreuung des Nichtstaatswaldes ist Aufgabe der Landratsämter

Das Land entschied sich nun, künftig das Einheitsforstamt aufzugeben und zwei getrennte Verwaltungen für die Staatswaldbewirtschaftung und die Betreuung des Nichtstaatswalds zu gründen. Der Staatswald wird von „ForstBW“ (Forst Baden-Württemberg) – einer eigenständigen Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz im Schloss Bebenhausen bei Tübingen – bewirtschaftet, die Betreuung des Nichtstaatswaldes verbleibt bei den Landratsämtern.

In ganz Baden-Württemberg wurden unter der Zentrale in Bebenhausen 21 Forstbezirke gebildet. Die Sitze wurden vor allem auch nach der Konzentration der Staatswaldflächen ausgewählt. So kam der Forstbezirk Schwäbisch-Fränkischer Wald zu seinem Sitz in Welzheim.

Es ist der Forstbezirk Nummer fünf im Land. Bei der Reform 2005 waren zusammenhängende Staatswaldflächen, die in verschiedenen Landkreisen lagen, wegen des Prinzips der „Einräumigkeit der Verwaltung“ auseinandergerissen worden. Dieser Missstand hat nun ein Ende gefunden. Nicht nur die Welzheimer freuen sich.

Die Sensation ist perfekt: In Welzheim gibt es seit dem 1. Januar 2020 wieder ein Forstamt. Doch dieses ist mit dem ehemaligen Forstamt (vor 2005) nicht zu vergleichen. Es handelt sich nämlich nicht mehr um eine Behörde mit Hoheitsfunktion, sondern um den Sitz des Forstbezirks Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Das alte Forstamt Welzheim war im Rahmen der Teufel’schen Verwaltungsreform zum 1. Januar 2005 aufgelöst worden. Seine Geschichte wurde im Jahresheft 2007 des Historischen Vereins

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