Welzheim

Welzheim: Was machen Rechengenie Rüdiger Gamm und Redakteur Rainer Stütz heute?

Rüdiger Gamm
Rüdiger Gamm als Bodybuilder und Fitnesscoach aus Welzheim. © Markus Metzger

Um 1.55 Uhr nachts, am 10 Juli 1971, erblickte Rüdiger Gamm in Welzheim das Licht der Welt. Gut, er blickte wohl ins Dunkel, denn bei seiner Geburt legte ein Stromausfall ganz Welzheim lahm. Laut eigener Aussage verbrachte er seine – ebenfalls nicht immer ganz einfache – Schulzeit in Rienharz, und musste die Klasse in mehreren Anläufen, aufgrund mathematischer Leistungen, sogar wiederholen.

Das spätere Mathegenie grinst heute schelmisch, wenn er aus dem Stegreif jeden Wochentag eines genannten Datums binnen Sekunden exakt benennen kann. Ohne zeitliche Einschränkung der Jahreszahl versteht sich. Von seiner unglaublichen Fähigkeit an menschlicher Rechenleistung, die locker mit einem Taschenrechner mithalten kann, ganz zu schweigen. Mit 15 Jahren widmete sich Rüdiger Gamm dann dem Sport zu, begann seine Laufbahn als Bodybuilder, noch bevor er mit 21 Jahren sein Rechengenie wirklich begriff.

Am 15. Januar 1994 hatte er dann den Auftritt seines Lebens, als er bei „Wetten, dass..?“ ganz Deutschland, nebst Thomas Gottschalk, in Atem hielt. Mit der höchsten bis dato gemessenen Zuschauer-Quote von 84 Prozent wurde er über Nacht ein Star und Wettkönig. Der Startschuss für gut 120 weitere Auftritte, Shows und Dokumentationen, bei denen Gamms Gehirn mehrere Male untersucht wurde, mit dem Ergebnis, dass sein Hirn „anders“ tickt als das von anderen Menschen.

Er selbst ist heute gelernter Fitness-Mental- und Gehirntrainer. Rechengenie Gamm fand sein Glück nebst eigentlicher Berufung als passender Sportmotivator im Welzheimer Fitnessstudio "clever fit". Zukünftig möchte der Welzheimer wieder mehr als Redner auftreten und neue Rekorde aufstellen.

Anfang Februar möchte sich Gamm in Brand steckenlassen oder in einer Kühlzelle sitzen, und dabei den Weltrekord im Aufgabenlösen brechen. Auch wenn er Schülern rät, dies nicht nachzuahmen, hat er für alle Lernwilligen – die in der Schule des Öfteren vor unlösbaren mathematischen Hürden stehen – einen versöhnlichen Tipp parat: „Das einzig schwierige am Teilen sei das Dividieren.“

Als Redakteur für die Aktivierung der Schwäbischen Waldbahn eingesetzt

„Seit im Abschiedsartikel erwähnt wurde, dass ich kochen kann, fordert die Familie regelmäßig ein warmes Mittag- oder Abendessen ein“, scherzt Rainer Stütz, ehemaliger verantwortlicher ZVW-Redakteur für die Ausgabe der Welzheimer Zeitung. Diesen Wunsch kann das vielbeschäftigte Familienoberhaupt, auch wenn drei der vier Kinder bereits aus dem Haus sind, nur teilweise erfüllen: Ist er doch als fester freier Mitarbeiter weiterhin beim ZVW tätig und in der Regel erscheint einmal pro Woche ein Artikel über ausgewählte Themen. Er kann es halt immer noch nicht bleiben lassen und möchte so, laut eigenem Statement, auf diesem Weg den Übergang „vom Fulltime-Job zum Ruhestand“ abfedern.

Sehr froh sei der Ruheständler über den reibungslosen Übergang nebst guter Zusammenarbeit mit Nachfolger Jörg Hinderberger gewesen, prallen hier doch zwei verschiedene Generationen aufeinander: Auf der einen Seite der erfahrene Redakteur, der noch zu Bleisatzzeiten seinen Beruf gelernt hat, auf der anderen Seite der junge dynamische Redakteur, der ohne Smartphone gar nicht mehr vorstellbar ist. Weil Welzheim zu seiner zweiten Heimat wurde, trifft man Redakteur Stütz im „Unruhezustand“ immer wieder in Welzheimer Fachgeschäften, da er die „gute Beratung“ vor Ort sehr schätzt.

Die Antwort auf die Frage nach dem „wichtigsten Artikel“ in 45 Berufsjahren, davon 35 allein beim Zeitungsverlag Waiblingen, fällt Rainer Stütz schwer. „Gegen den Widerstand mancher Kollegen setzte ich mich stark für die Aktivierung der Schwäbischen Waldbahn ein“, verrät er, und das mit sichtbarem Erfolg. Die Gründung eines Waldkindergartens in Pfahlbronn war ihm ebenfalls eine Herzensangelegenheit, als er selbst noch kleine Kinder hatte. Bis heute schreibt Journalist Stütz gern Artikel zum Thema „Friedensgebet“, in guter Zusammenarbeit mit Kirchenmann Martin Becker.

Aus seiner Zeit in Kaisersbach, als er nebst Familie in einem gemütlichen Holzhaus wohnte, blieben viele Freundschaften zurück, die er bis heute gern pflegt. Wenn der ehemalige Redakteur an die Welt von heute denkt, scheint „manchmal nur noch Beten übrigzubleiben.“ Ihn selbst hat es im Ruhestand aufs Land verschlagen, wo er mit seiner Familie ein Häuschen im Grünen gebaut hat.

Die Sorgen abschütteln kann der 67-Jährige jedoch am besten mit seinem E-Bike, wenn er durch den Schwäbischen Wald radelt oder mit seinem Hund Gassi geht und bei einem Zwischenstopp die herrliche Aussicht genießt. Und da ist er dann doch schon wieder greifbar: der Ruhestand.

Um 1.55 Uhr nachts, am 10 Juli 1971, erblickte Rüdiger Gamm in Welzheim das Licht der Welt. Gut, er blickte wohl ins Dunkel, denn bei seiner Geburt legte ein Stromausfall ganz Welzheim lahm. Laut eigener Aussage verbrachte er seine – ebenfalls nicht immer ganz einfache – Schulzeit in Rienharz, und musste die Klasse in mehreren Anläufen, aufgrund mathematischer Leistungen, sogar wiederholen.

Das spätere Mathegenie grinst heute schelmisch, wenn er aus dem Stegreif jeden Wochentag eines

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper