Welzheim

Welzheim: Wie sicher ist die Umgehungsstraße für Fußgänger?

gefährlicher Kreuzung
Für die Welzheimerin Corinna Fritz ist die Überquerung der Friedrich-Bauer-Straße weiterhin sehr schwer, da  dann immer wieder der schlimme Unfall präsent ist. © Alexandra Palmizi

Die Friedrich-Bauer-Straße in Welzheim, also die Umgehungsstraße durch das Industriegebiet, ist immer wieder Schauplatz für gefährliche Manöver. Warum?

Pkw- und Lkw-Fahrer kommen mit 60 oder 70 km/h nach der Kurve in den Ort hinein, übersehen dabei aber die Ampel. Fußgänger und Radfahrer berichten immer wieder von gefährlichen Situationen. Und vor eineinhalb Jahren hatte Corinna Fritz genau hier einen schweren Unfall, da eine Autofahrerin über die rote Ampel fuhr. Was kann man tun, dass niemand mehr Angst haben muss? Für Corinna Fritz aus Welzheim sind die Ereignisse vor eineinhalb Jahren immer noch präsent, nicht nur körperlich, sondern vor allem im Kopf.

Was war passiert? Zusammen mit ihrer Familie und Freunden überquerte Corinna Fritz ordnungsgemäß die Fußgängerampel, wenn man die Friedrich-Bauer-Straße auf Höhe Müller Rolladenbau überqueren möchte. Eine Pkw-Lenkerin, die laut Polizeibericht erheblich unter alkoholischer Beeinflussung stand, sah die rote Ampel nicht und erwischte Corinna Fritz und ihren damals siebenjährigen Sohn. „Ich sah nur, wie Corinna durch die Luft flog und mit dem Kopf auf der Straße aufkam“, erinnert sich Ehemann Marcus Fritz. Zum Glück kam der Notarzt sehr schnell, es hätte noch schlimmer für Corinna Fritz enden können, die dennoch wochenlang im Rollstuhl sitzen musste. Heute hat die Mutter von vier Kindern die schweren Verletzungen fast überstanden, aber vor allem die Narben im Kopf sind immer da. „Vor allem wenn ich diese Fußgängerüberquerung noch heute nutze, dann schaue ich lieber öfters nach links und rechts, ob ein Pkw oder Lkw trotz roter Ampel kommt“, so Corinna Fritz.

Ein Hinweisschild alleine reicht nicht aus, um Unfälle an dieser Stelle zu vermeiden

Und genau darum gehe es ihr heute, eineinhalb Jahre nach dem schweren Unfall: „Ich selbst erlebe immer wieder, dass viele Pkw- und Lkw-Fahrer die Ampel am Ortsteingang auf der Friedrich-Bauer-Straße einfach übersehen. Das Hinweisschild ein paar Meter zuvor ist viel zu klein und wird nicht wahrgenommen.“ Und auch auf die Welzheimer Zeitung sind schon einige Bürger zugekommen, die von Glück erzählten, dass sie nicht von einem Pkw oder Lkw getroffen wurden. „Die Ampel steht in einer Kurve, und zuvor haben die meisten Fahrzeuge mindestens 50 km/h auf dem Tacho. Der Bremsweg ist im Ernstfall dann viel zu kurz, und nicht nur, wenn wie in meinem Fall Alkohol eine Mitursache war“, berichtet Corinna Fritz.

Was kann man tun, dass es nicht mehr zu solch schweren Unfällen oder gefährlichen Situationen kommt?

Gibt es keine anderen Alternativen, um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen?

Diese Frage stellte Corinna Fritz auch der Stadtverwaltung Welzheim, und sie bekam unter anderem folgende Antwort von Bürgermeister Thomas Bernlöhr per E-Mail: „Die Fakten sprechen schlicht dagegen, das ist in solchen Fällen das Problem: Gute Einsehbarkeit führt dazu, dass auch eher schnell gefahren wird, aber wir können nun nicht zwischen Fußgängerampel und Rudersberger Kreisel die Straße verschwenken. Die Aufmerksamkeit der Autofahrer wäre sicher höher, wenn nicht verhältnismäßig wenige Fußgänger queren würden, sondern mehr, einfach weil der Autofahrer dort eigentlich erwarten kann, dass die Ampel grün für ihn ist. Rückblickend könnte es sogar sein, dass die Querung für alle Beteiligten möglicherweise weniger gefährlich wäre, wenn keine Ampel da wäre, keine falsche Sicherheit für die Fußgänger. Konkret fällt mir nichts ein, was wir aktuell noch tun können, um die Sicherheit zu erhöhen - außer vielleicht einen stationären Blitzer aufzubauen. Wie einfach oder schwierig so was ist, erleben wir gerade in Breitenfürst. Ich bespreche das Thema auch mit dem Ordnungsamt nochmals. Es ist frustrierend, ich weiß, aber ihr habt eine ehrliche Einschätzung verdient.“

Für Corinna Fritz stellt sich aber weiterhin die Frage, wie man die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich verbessern kann. Wären Blinklichter statt eines Schildes nicht eine gute Alternative? Wäre eine Geschwindigkeitsreduzierung für die Fahrzeuge schon nach dem Kreisverkehr eine Option?

Das Ergebnis einer Straßenverkehrsschau kommt zu folgendem Ergebnis: „Auf die Fußgängerampel wird bereits mit Zeichen 131 StVO hingewiesen. Die Signalgeber können aus beiden Richtungen frühzeitig von den Fahrzeuglenkern wahrgenommen werden. Beschilderungs- bzw. signaltechnisch können aus Sicht der Fachbehörden keine Verbesserungen geschaffen werden. Da sich in unmittelbarer Nähe eine Blindeneinrichtung befindet, sollte seitens der Stadt Welzheim darüber nachgedacht werden, ob die Wartebereiche nicht zeitnah behindertengerecht auszubauen sind.“

Für Corinna Fritz sind diese Aussagen durchaus nachvollziehbar, aber nicht befriedigend. Denn nur wenn es klare Verbesserungen gibt, könnten weitere schlimme Unfälle verhindert werden.

Die Friedrich-Bauer-Straße in Welzheim, also die Umgehungsstraße durch das Industriegebiet, ist immer wieder Schauplatz für gefährliche Manöver. Warum?

Pkw- und Lkw-Fahrer kommen mit 60 oder 70 km/h nach der Kurve in den Ort hinein, übersehen dabei aber die Ampel. Fußgänger und Radfahrer berichten immer wieder von gefährlichen Situationen. Und vor eineinhalb Jahren hatte Corinna Fritz genau hier einen schweren Unfall, da eine Autofahrerin über die rote Ampel fuhr. Was kann man tun,

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