Welzheim

Welzheimer Bürgermeister: "Volkstrauertag auch im Jahr 2021 nicht nur aktuell, sondern auch nötig"

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An den Gedenkstätten gedachten die Anwesenden am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und der Opfer des Konzentrationslagers Welzheim. © Ralph Steinemann Pressefoto

Es war eine kleine, überschaubare Trauergemeinde, die sich am mit seinem nasskalten und trüben Wetter eher garstig-abweisenden Sonntagvormittag im spätherbstlich geprägten Alten Friedhof an der Rudersberger Straße zusammengefunden hatte, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, „der Menschen, die an Körper und Seele verwundet wurden oder die ihr Leben gewaltsam verloren haben. In den Kriegen, die von deutschem Boden ausgegangen sind. Und in den weltweit unzähligen Kriegen und kriegerischen Konflikten, die deine Schöpfung seither in Atem gehalten haben“, so Pfarrer Marius Böhmerle, der das gemeinsame Gebet vortrug.

Lieber kein unnötiges Risiko mit einer Innenraumveranstaltung eingehen

Noch am Freitagvormittag, berichtete Bürgermeister Thomas Bernlöhr, habe man im Rathaus das Personal eingeteilt, das die Besucher der eigentlich im Dietrich-Bonhoeffer-Haus geplanten Feier gemäß den 3G-Regeln am Eingang überprüfen sollte. Doch schon nachmittags hätten er, Ilse Kestin als Sprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten und Dieter Hinderer von der Reservistenkameradschaft gemeinsam beschlossen, lieber kein unnötiges Risiko einzugehen, das von einer Innenraumveranstaltung ausgehe.

Volkstrauertag auch 2021 nicht nur aktuell, sondern auch nötig

Aus diesem Grunde begrüßte Thomas Bernlöhr die Teilnehmer direkt auf dem Friedhof. „Die gesellschaftlichen Debatten rund um die Bewältigung der Pandemie, aber auch die Situation an der belarussischen Grenze, wo angesichts eines, Zitat: ‘hybriden Angriffs’ binnen Tagen zigtausende Soldaten sich an einer europäischen Außengrenze gegenüberstehen, zeigen für mich deutlich, dass der Volkstrauertag auch im Jahr 2021 nicht nur aktuell, sondern auch nötig ist.“

Der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken, mahnte Thomas Bernlöhr, bedeute, Frieden, Verständigung und maßvollen Umgang miteinander über das Recht des Stärkeren zu stellen.

Sich in diesem Sinne täglich und tätig einzusetzen, sei natürlich wichtiger, als zu einer Gedenkveranstaltung zu kommen, konzedierte das Stadtoberhaupt. Aber es sei auch kein Hinderungsgrund.

Werte verteidigen: Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie

Der Bürgermeister rief dazu auf, die Dinge zu stärken, die uns verbinden und die Werte zu verteidigen, die immer wieder von innen wie von außen angegriffen werden - Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie.

„Herr, wir klagen und bitten und wir danken dir am heutigen Tag für den bevorstehenden Advent, mit dem wir die Ankunft des Friedensfürsten erwarten“, betete Pfarrer Böhmerle mit den Versammelten, „des Kindes in der Krippe“. Er allein schenke Hoffnung, dass nicht Menschenverachtung, Unterdrückung und Verrohung das letzte Wort haben werden, sondern Wertschätzung, Vergebung und Liebe.

An den Gedenkstätten Kränze niedergelegt

Im Anschluss an die von der Stadtkapelle Welzheim vorgetragene Nationalhymne und unter den Klängen des „Lieds vom guten Kameraden“ wurden an den Gedenkstätten für die Gefallenen und Heimatvertriebenen sowie an der Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Welzheim Kränze niedergelegt.

An das Geschehene erinnern, damit es sich nicht wiederholt

Gedenktage wie der Volkstrauertag seien auch in Zeiten der Pandemie wichtig, bekräftigte Dieter Hinderer im Anschluss an die Feier, damit man sich an das Geschehene erinnere, damit es sich nicht wiederhole. Hinter jedem Namen eines der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten stecke auch ein Schicksal. Es seien nicht nur Soldaten gewesen, sondern auch Väter, Ehemänner und Familienmenschen. Viele von ihnen seien nicht gefragt worden, ob sie Soldat werden wollten, sondern wurden einfach einberufen. „Sie hatten wahrscheinlich auch andere Pläne in ihrem Leben. Keiner wollte im Krieg Tag für Tag sein Leben riskieren. Keiner wollte letztendlich sein Leben verlieren“, so Hinderer.

Es war eine kleine, überschaubare Trauergemeinde, die sich am mit seinem nasskalten und trüben Wetter eher garstig-abweisenden Sonntagvormittag im spätherbstlich geprägten Alten Friedhof an der Rudersberger Straße zusammengefunden hatte, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, „der Menschen, die an Körper und Seele verwundet wurden oder die ihr Leben gewaltsam verloren haben. In den Kriegen, die von deutschem Boden ausgegangen sind. Und in den weltweit unzähligen Kriegen und

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