Welzheim

Welzheimer Fahrschule beklagt: Von Volllast auf Stillstand

Schutz für Fahrschüler
Für jede Filiale der Fahrschule Bischof gibt es Spuckschutzvorrichtungen. © Privat

„Das komplette Ausbildungsangebot ist zu stoppen“, so die Mail des Fahrlehrerverbandes vom 16. März 2020 um 14 Uhr. Diese Nachricht an die Fahrschule Bischof stellte von jetzt auf gleich das Leben von Inhaber Marcus Fritz auf den Kopf. Seit Montag ist nun die Ausbildung von Berufskraftfahrern wieder möglich, nicht jedoch die reguläre Führerscheinausbildung.

Keiner weiß, wie lange

Alle 13 Mitarbeiter sind seit dem 16. März zu Hause. Keiner weiß wie lange. „Das ist das größte Problem in der Corona-Krise, nicht zu wissen, wie und wann es weitergeht“, konstatiert Fritz schulterzuckend. Und mit dieser Situation ist er nicht allein. „Haben wir dann Kurzarbeit? Dürfen wir die geplanten Prüfungen noch fahren? Überlebt die Firma?“, strömten die Fragen der Mitarbeiter auf ihn ein. „Lauter Fragen, die mich in dieser Form in meiner 14-jährigen Selbstständigkeit noch nie beschäftigt hatten“, fügt er wie zur Bestätigung hinzu.

Hilfe vom Arbeitsamt

Erfreulich war die Unterstützung und Beratung des Arbeitsamtes gerade auch im Hinblick auf die Beantragung der Kurzarbeit. Fritz war wichtig, dass er diese Frage als Erstes für sein Team klären konnte. Kosten zu minimieren, zu sehen, wo er finanzielle Unterstützung beantragen kann und viele weitere organisatorische Dinge galt es zu regeln. Die Hoffnungen auf einen Anlauf am 20. April 2020 hatte sich leider, wie für viele andere auch, zerschlagen. Zudem müssen die Fahrschulen nach wie vor damit leben, dass sie aktuell nicht ausbilden dürfen – außer seit Montag die Berufskraftfahrer. Nach geltendem Fahrlehrerrecht darf der Theorieunterricht nicht online angeboten werden. Die Fahrschüler werden aufgefordert, sich mit verschiedenen Programmen auf die Prüfung vorzubereiten. Gerne würden „wir auch den Theorieunterricht online anbieten“, aber da müssen Fritz und seine Kollegen leider nach wie vor noch abwarten.

Zeit für die Familie

Nachmittags hat der vierfache Familienvater nun Zeit für seine Familie. Liegengebliebene Aufgaben gab es zur Genüge. Doch wie den meisten von uns gingen ihm die Gedanken rund um die neue, zu meisternde Situation nicht aus dem Kopf: das „Wie-und-wann-geht-es-weiter" des Coronazeitalters. Aus dem Fahrschulbetreiber wurde nun, ähnlich einer bekannten TV-Werbung, ein Schreiner, Landschaftsgärtner, Entsorgungsunternehmer, Maler, Mechaniker und nach wie vor natürlich ein Papa von vier Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren. Mit ihnen hat er die Welzheimer Umgebung erkundet und, ganz erstaunlich, Neues entdeckt. Spannend war, als Papa auch noch im Fernsehen kam. Der SWR hatte Fritz kontaktiert und ihn gebeten, für eine Sendung ein kurzes Statement vor der Kamera abzugeben.

Spuckschutzvorrichtungen gebaut

Um die Hygienevorschriften für den Start einzuhalten, wurden für jede Filiale Spuckschutzvorrichtungen gebaut, Desinfektionsspender und Desinfektionsmittel bestellt und Corinna Fritz nähte fleißig bunte Schutzmasken. Der Nachwuchs hat derweil den Papa beim Umrüsten der Fahrschulautos auf Sommerreifen unterstützt. Fritz und seine Mitarbeiter stehen bereit und hoffen, dass der übliche Fahrschulunterricht in Kürze startet.

„Das komplette Ausbildungsangebot ist zu stoppen“, so die Mail des Fahrlehrerverbandes vom 16. März 2020 um 14 Uhr. Diese Nachricht an die Fahrschule Bischof stellte von jetzt auf gleich das Leben von Inhaber Marcus Fritz auf den Kopf. Seit Montag ist nun die Ausbildung von Berufskraftfahrern wieder möglich, nicht jedoch die reguläre Führerscheinausbildung.

Keiner weiß, wie lange

Alle 13 Mitarbeiter sind seit dem 16. März zu Hause. Keiner weiß wie lange. „Das ist das größte

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