Welzheim

Welzheimer Familienzentrum soll im März starten: Was es bieten will

Tagesmütterverein
Aktiv für Familien: Thomas Waibel (von links nach rechts), Zweiter Vorsitzender, Brigitte Macha, Erste Vorsitzende, und Ingrid Gulden, Geschäftsführerin des Vereins Tagesmütter Welzheimer Wald. © Alexandra Palmizi

Endlich ein Familienzentrum: Das Vorhaben wird in diesem Jahr eines der beherrschenden Themen für den Verein Tagesmütter Welzheimer Wald. Und die Erste Vorsitzende Brigitte Macha sowie Geschäftsführerin Ingrid Gulden haben gute Nachrichten: Bereits im März soll das Familienzentrum seine Arbeit aufnehmen. Im Februar sollen die Räume in der Bahnhofstraße 28 für das Vorhaben renoviert werden. Die bisher dort beheimatete „Tiger“-Gruppe, die Abkürzung steht für „Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen“, zieht in die Murrhardter Straße 10.

Gemeinderat hat eine Finanzierung für das Familienzentrum genehmigt

Der Welzheimer Gemeinderat hat im Dezember eine Finanzierung für das Zentrum genehmigt und ging dabei sogar über den ursprünglichen Vorschlag der Stadt hinaus. Diese übernimmt nun für zunächst drei Jahre die laufenden Kosten, darunter Personalkosten für eine 50-Prozent-Stelle für pädagogisches Personal sowie eine 30-Prozent-Stelle für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem bezahlt die Stadt die Ausstattung der Räume. Als Träger des Familienzentrums fungiert der Verein Tagesmütter Welzheimer Wald.

„Wir wollen eine Anlaufstelle sein, wo ich einen Menschen vorfinde“

Was im künftigen Familienzentrum alles passieren soll? Die zwei Fachfrauen sprühen vor Ideen und stecken mit ihrem Elan an. Das Ziel, sind sich Ingrid Gulden und Brigitte Macha einig, „ist die Vernetzung aller Angebote für Eltern in Welzheim“. Denn das Familienzentrum richtet seine Arbeit zunächst auf den Bedarf in der Limes-Stadt aus. Gedacht ist an Beratung und daran, einen ersten Anlaufpunkt für Eltern zu bieten, beispielsweise für Fragen der Erziehung, für Schulden- und Suchtprobleme, bei Arbeitslosigkeit, Pflegebedarf oder Problemen von Senioren. „Das sind Themen, die wir dort versuchen, zu bündeln“, erklärt Ingrid Gulden. „Wir wollen eine Anlaufstelle sein, wo ich einen Menschen vorfinde und nicht nur googeln kann.“

Sich Unterstützung holen, Hilfe annehmen, das fällt oft nicht leicht 

Dabei denken die Initiatoren keineswegs daran, eine Art Behördenzentrum aufzubauen. Vielmehr sollen die Angebote, die es bisher in dem Bereich über die Stadt verteilt gibt, etwa im Ratssaal oder im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, in einem Beratungsraum zentral im Familienzentrum stattfinden. Die verschiedenen Träger sollen ihn regelmäßig für Sprechstunden nutzen. Zum Beispiel werden das Jugendamt oder der Fachdienst Frühe Hilfen Beratung anbieten.

Hemmschwellen will das Familienzentrum beseitigen

Sich Unterstützung holen, Hilfe annehmen, das fällt oft nicht leicht, weiß Brigitte Macha von Hemmschwellen aus ihrer beruflichen Erfahrung. Unter anderem hat sie 28 Jahre lang eine Grundschul-Förderklasse geleitet. „Wenn mich dann jemand sieht ...“, nennt sie eine häufigere Reaktion.

Hemmschwellen will das Familienzentrum beseitigen. Zum einen gibt es nicht nur einen Beratungsraum, ein Büro und eine Küche, sondern auch ein kleines Wohnzimmer, wo man sich treffen, einen Kaffee trinken und ins Gespräch kommen kann.

Und das Familienzentrum soll außerdem mehr als nur Beratung offerieren. Es will ebenso weiteren Möglichkeiten Raum bieten, einer Spielgruppe etwa, sowie innovativen Ideen. „Wir sind an Förderprogrammen dran“, verrät Ingrid Gulden. Eines will zum Beispiel Migrantenfamilien unterstützen.

Mit dem Motto „Sieben trifft siebzig“ soll es um Wahlgroßeltern gehen

Ebenso sollen auch Senioren angesprochen werden. Mit dem Motto „Sieben trifft siebzig“ soll es um Wahlgroßeltern gehen, bei „Siebzig trifft siebzehn“ um Jugendliche, die ältere Menschen unterstützen. Beim Umgang mit dem Handy etwa oder beim Schneeschippen kann Hilfe gegen ein Taschengeld vermittelt werden. „Wir vermitteln wie eine Börse“, erklärt Ingrid Gulden das Prinzip. „Der Bedarf ist da“, weiß Brigitte Macha vom Wunsch von Älteren nach Hilfe, etwa mit dem Computer. Und sie ist überzeugt, dass solche Einsätze oft zwischenmenschlich mehr bewirken als nur einen sauberen Gehsteig oder einen programmierten Rechner: „Dadurch entstehen wieder andere Dinge.“ Für Jugendliche kann ein solches Engagement überdies als Nachweis einer sozialen Tätigkeit bei Bewerbungen helfen. Im Familienzentrum in Markdorf im Bodenseekreis haben sich die Engagierten zu solchen Einsätzen informiert: „Das läuft dort sehr gut.“

Wege aus den Belastungen der Pandemie für Familien

Der Tagesmütterverein selbst will darüber hinaus zum Beispiel seine Elternschule und -beratung im Familienzentrum abhalten. Weitere Träger haben signalisiert, sich ebenfalls zu engagieren. Über eine kurze Notbetreuungszeit, wenn Mama oder Papa zum Beispiel spontan zum Arzt müssen, wird zudem nachgedacht, eine Waldspielgruppe ist ebenfalls im Gespräch.

Und ganz aktuelle Themen sollen ebenso aufgegriffen werden. „Wir werden uns auch bewerben für das Landesprogramm ‘Stärke’“, kündigt Ingrid Gulden an. Das Programm des Landes Baden-Württemberg will Eltern in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen und in einem offenen Treff zum Austausch mit anderen Eltern sowie zu Veranstaltungen zur Familienbildung einladen. Ingrid Gulden und Brigitte Macha denken dabei auch an Wege aus den Belastungen der Pandemie für Familien.

"Wir haben den Wunsch, Ehrenamtliche zu gewinnen"

Ein breites Programm soll also entstehen, für das Mitstreiter willkommen sind. „Wir haben den Wunsch, Ehrenamtliche zu gewinnen, die sich mit engagieren“, bestätigen die beiden Frauen.

Vernetzung wird außerdem ein großes Thema werden. Und: „Das erste Jahr wird ein Ausloten“, ahnt Brigitte Macha. „Was geht an Themen, was nicht?“ Die 25. Gymnastikgruppe beispielsweise brauche man nicht zu gründen, für die Schulen könnte das Familienzentrum indes vielleicht auch ein Gewinn sein, sinniert sie.

Familienrallye durch Welzheim: Am 15. Mai möchte sich das Familienzentrum vorstellen

Im März soll das Familienzentrum seine Arbeit aufnehmen. Am 15. Mai, so ist’s geplant, am Internationalen Tag der Familie, möchte sich die neue Einrichtung mit ihren Akteuren vorstellen, und zwar an verschiedenen Orten über die Stadt verteilt als eine Art Familienrallye.

Endlich ein Familienzentrum: Das Vorhaben wird in diesem Jahr eines der beherrschenden Themen für den Verein Tagesmütter Welzheimer Wald. Und die Erste Vorsitzende Brigitte Macha sowie Geschäftsführerin Ingrid Gulden haben gute Nachrichten: Bereits im März soll das Familienzentrum seine Arbeit aufnehmen. Im Februar sollen die Räume in der Bahnhofstraße 28 für das Vorhaben renoviert werden. Die bisher dort beheimatete „Tiger“-Gruppe, die Abkürzung steht für „Kindertagespflege in anderen

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