Welzheim

Welzheimer Nadia-Lang-Stiftung hilft bedürftigen Senioren in der Ost-Ukraine

Nadia Lang Stiftung Ukraine
Bewohner des Heims in der Ostukraine danken den deutschen Spendern. © privat

Noch ist der Krieg in Druzhkovka nicht mit voller Wucht angekommen. Die knapp 60 000 Einwohner zählende Stadt im Oblast Donezk liegt zwar in der kriegsumkämpften Ostukraine, doch am Rand des Donbass – und wird nach wie vor von der Ukraine kontrolliert. Raketeneinschläge habe es dort aber auch schon gegeben, berichtet Karl-Heinz Lindauer, Vorsitzender der Nadia-Lang-Stiftung, die dort ein Altenheim betreibt. So wurde etwa der Bahnhof der Stadt zerstört und auch manch andere Gebäude. Das Altenheim blieb bislang jedoch zum Glück verschont.

„Eine Flucht kommt für sie nicht infrage“

Dennoch: „Die Not ist groß“, sagt Lindauer. So würden Heizungen nicht mehr funktionieren und auch die Nahrungsversorgung sei schwierig. Immerhin: „Die Lebensmittel sind zwar knapp, aber bisher konnten alle Bewohner, trotz stark gestiegener Preise, einigermaßen versorgt werden“.

In dem Altenheim leben rund 30 Menschen, die überwiegend 80 Jahre und älter sind, viele davon haben eine Gehbehinderung oder sind bettlägerig. „Eine Flucht kommt für sie nicht infrage“, sagt Lindauer. Deshalb hat die Stiftung gemeinsam mit der Welzheimer Zeitung kürzlich eine Hilfsaktion gestartet.

Ein Welzheimer Altenheim in der Ukraine

Wie die Verbindung nach Welzheim zustande gekommen ist? Über Nadia Lang, die in Druzhkovka in der Ukraine geboren ist, während des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Besatzer verschleppt wurde und Zwangsarbeit leisten musste. Nach dem Krieg kam sie dann nach Welzheim, wo sie mit ihrem Mann Helmut 1965 die Welzheimer Holzverarbeitung übernahm. Auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik befindet sich heute die Residenz am Stadtpark.

2014 verstarb Lang – und legte in ihrem Testament fest, dass ihr Vermögen einer Stiftung zukommen soll, die Waisenkinder und hilfsbedürftige Senioren in ihrer Geburtsstadt Druzhkovka unterstützt. So kam es dann auch zur Gründung des Altenheims, wo die Senioren laut dem Stiftungsvorsitzenden Karl-Heinz Lindauer kostenlos oder zu sehr geringen Gebühren leben. Drei Pflegerinnen helfen den Senioren und versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten, darunter auch Olena Mosuyk, eine Großnichte von Nadia Lang, die das Altenheim leitet.

Bei der Spendenaktion wurden nun 7000 Euro gesammelt, für die sich Lindauer im Namen der Stiftung herzlich bedankt. „Mit diesen Spenden kann den Menschen vor Ort geholfen werden.“

Wo das Geld jetzt hinfließt

Allerdings gestaltet sich das im Moment recht schwierig. Denn in die Ostukraine zu fahren, das wäre viel zu gefährlich. Und auch Geldüberweisungen in das Land sind momentan nicht ohne weiteres möglich.

„Da bei den Bankkonten in der Ukraine kein normaler Zahlungsverkehr möglich ist, versucht die Leiterin des Altenheimes, über private Ersparnisse die Lebensmittel, die teilweise in der näheren Umgebung erworben werden können, zu beschaffen“, sagt Lindauer. Diese Ersparnisse würden jetzt aber zur Neige gehen. „Deshalb ist es eine große Hilfe, dass nun von den Spendengeldern die notwendigen Lebensmittel und Medikamente finanziert werden können.“

Das Geld dafür wird nun vorerst auf einem deutschen Konto deponiert, auf das die Ukrainer dann möglichst bald zugreifen können.

Große Dankbarkeit bei den Senioren

„Die Bewohner zeigen große Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft der Welzheimer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Lindauer – und zeigt zum Beweis das auch hier veröffentlichte Foto, auf dem eine Seniorin des Altenheims ein Schild mit der Aufschrift „Danke für die Hilfe aus Welzheim“ in die Kamera hält.

Auch wenn die russische Armee jetzt eine Großoffensive im Osten der Ukraine betreibt, bleibt Lindauer verhalten optimistisch, dass die Stadt Druzhkovka weiter vom Schlimmsten verschont bleibt. „Damit diese Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt nicht zu sehr leiden müssen, bleibt die Hoffnung, dass das Gebäude weiterhin nicht beschädigt wird und das Notwendigste zum täglichen Leben zur Verfügung steht.“

Der Vorstand der Nadia-Lang-Stiftung habe deshalb großen Respekt vor den Pflegerinnen, die jeden Tag in Angst vor Raketeneinschlägen bei den Bewohnern im Altenheim bleiben und die Menschen in ihrem Elend jetzt nicht alleine ließen.

Noch ist der Krieg in Druzhkovka nicht mit voller Wucht angekommen. Die knapp 60 000 Einwohner zählende Stadt im Oblast Donezk liegt zwar in der kriegsumkämpften Ostukraine, doch am Rand des Donbass – und wird nach wie vor von der Ukraine kontrolliert. Raketeneinschläge habe es dort aber auch schon gegeben, berichtet Karl-Heinz Lindauer, Vorsitzender der Nadia-Lang-Stiftung, die dort ein Altenheim betreibt. So wurde etwa der Bahnhof der Stadt zerstört und auch manch andere Gebäude. Das

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