Welzheim

Wie bereiten sich Welzheimer Gastronomen auf eine mögliche Öffnung vor? Oder was pssiert, wenn nicht geöffnet wird?

Gastrowelzheim
Das Traditionsrestaurant „Grüner Baum“ hat weiterhin geschlossen. Eine mögliche Öffnung für Gäste im Freien würde hier nichts nutzen. © Gaby Schneider

Im März 2020 erlebten Geschäfte und Gastronomie zum ersten Mal, dass sie zusperren mussten und Kunden beziehungsweise Gäste nicht mehr kommen durften. Im Dezember 2020 wiederholte sich das Ganze, und obwohl jetzt von Lockerungen die Rede ist, sprechen Wissenschaftler gleichzeitig von einer drohenden, dritten Infektionswelle.

Kostas Kokkonis vom Restaurant „Marathon“ hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie viele andere Gastronomen. Beim ersten Lockdown gab es noch finanzielle Hilfen vom Staat, seit dem zweiten nicht mehr; das zugesagte Geld ist bis heute nicht bei ihm angekommen.

Im Moment arbeiten er und sein Bruder Illias allein in der Küche und halten sich – wie viele Restaurants – mit einem Abholservice über Wasser. Reich wird man damit natürlich nicht, und was auf ihn und das „Marathon“ zukommt, wenn er nicht wieder bald ganz normal Gäste bewirten darf, macht ihm Sorgen.

Alle Restaurantbesitzer hoffen, bald wieder Gäste empfangen zu dürfen

Elfriede Kühnle vom „Grünen Baum“ am Kirchplatz geht es nur insoweit besser, als dass sie für ihre Traditionsgaststätte keine Pacht bezahlen muss – damit fällt ein großer Kostenfaktor weg. In ihrem Haus hat man sich allerdings dafür entschieden, kein Essen zum Abholen anzubieten, „dann hemmir womeglich z’viel vorbereitet ond müsset des hinterher älles wegwerfa“, meint die Achtzigjährige mit sehr schwäbischer Logik.

Dass ab dem 22. März wieder Außengastronomie erlaubt ist, nützt ihrem Haus auch nicht wirklich, denn „bei ons kann koiner draußa sitza.“ Am Telefon klingt sie ziemlich fatalistisch: „Mir wartet jetzt halt oifach ab, was passiert.“

Marvin Brestel vom Restaurant „Zur Obermühle“ blickt dagegen mit deutlich mehr Zuversicht auf die kommenden Monate. Zwar hat er all seine 450-Euro-Jobber nach Hause schicken müssen und der Rest der Belegschaft ist in Kurzarbeit, aber er ist mit seinem Restaurant trotzdem ganz gut über die Runden gekommen. Der Abholservice am Wochenende ist einigermaßen kostendeckend, und er bietet zusätzlich vakuumverpackte Gerichte in den örtlichen Bäckereien an. Obendrein hat er die vom Staat zugesicherten Hilfsmittel nicht nur beim ersten, sondern tatsächlich auch beim zweiten Lockdown bekommen.

„Mein Steuerberater konnte es gar nicht fassen“, sagt Brestel und lacht. Die Erlaubnis, ab dem 22. März wieder Außengastronomie zu betreiben, sieht er nüchtern: „Da ist es noch viel zu kalt.“ Aber er hat die Außenterrasse von 60 auf 80 Sitzplätze erweitert – auch, um im Sommer die Abstandsregeln einhalten zu können. Trotzdem wünscht er sich mehr Normalität zurück. „Damit wir unsere Gäste wieder bei uns begrüßen und bedienen können, so wie früher.“ An Normalität in der Gastronomie ist aber noch länger nicht zu denken.

Im März 2020 erlebten Geschäfte und Gastronomie zum ersten Mal, dass sie zusperren mussten und Kunden beziehungsweise Gäste nicht mehr kommen durften. Im Dezember 2020 wiederholte sich das Ganze, und obwohl jetzt von Lockerungen die Rede ist, sprechen Wissenschaftler gleichzeitig von einer drohenden, dritten Infektionswelle.

Kostas Kokkonis vom Restaurant „Marathon“ hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie viele andere Gastronomen. Beim ersten Lockdown gab es noch finanzielle Hilfen vom

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