Welzheim

Wie der HGV Welzheim den Einzelhandel stärken und der Online-Konkurrenz begegnen will

Wilhelmstraße
Die Einkaufsstraße von Welzheim beleben: Das ist eines der Ziele des HGV. © Alexandra Palmizi

19.30 Uhr im „Gasthaus Lamm“. Die Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins Welzheim haben sich vor Beginn der jährlichen Hauptversammlung ein Abendessen servieren lassen, aber jetzt kommen andere Dinge auf den Tisch. Der 1. Vorsitzende Martin Kohnle erinnert daran, dass dieses Treffen eigentlich schon im Frühjahr hätte stattfinden sollen, und wie viele Veranstaltungen des Vereins nicht nur verschoben werden mussten, sondern der Pandemie komplett zum Opfer gefallen sind.

Heimattage gab es 2021 keine, die Ausbildungsmesse auch nicht, und die schon auf das Jahr 2022 verschobene Leistungsschau verschiebt sich noch weiter nach hinten, nach 2023.

Wie überleben, wenn keine Kunden mehr kommen?

120 Mitglieder hat der Verein, sieben neue sind bisher in diesem Jahr dazugekommen, darunter die Boutique „Aida“ und das „Künstlercafé Klingenmühle“. Und ausnahmslos alle hat Corona vor schwere Herausforderungen gestellt. Wie überlebt man, wenn keine Kunden mehr kommen? Wie übersteht man es, wenn die Läden gar nicht erst geöffnet werden können? Wie stellt man sich den Herausforderungen des Online-Handels?

Aber bevor es zu diesem speziellen Thema kommt, folgt erst einmal die übliche Vereinsroutine. Die Kassiererin Simone Holz gibt ihren Bericht, ist geprüft worden und wird entlastet, der Vorstand ebenfalls. Schriftführerin Gabriele Seibold stellt ihr Amt zur Verfügung, ihr Nachfolger wird Hans Hannemann, neuer Beisitzer wird Udo Schairer. Ansonsten ändert sich an der Besetzung des Vorstandes nichts; zwar ist der schon zehn Jahre im Amt, verlängert seine Arbeit aber um zwei Jahre, in der Hoffnung, dass sich die Lage bis dahin normalisiert hat und man spätestens dann mit frischen Kräften neu durchstarten kann.

Einer der wichtigen Tagesordnungspunkte ist die Welzheim-Card. Ursprünglich 2016 erfunden, wurde in diesem Jahr an alle Welzheimer Bürger ein Exemplar im Wert von je fünf Euro verschenkt, um sie zu ermutigen, lokal zu kaufen und damit den örtlichen Handel zu unterstützen. Die Erfahrungen mit der Card gehen bei den Händlern erstaunlich weit auseinander; für die einen ist sie ein von den Kunden gern gezücktes „Zahlungsmittel“, andere haben den Eindruck, ihre Klientel weiß trotz großflächiger Werbung kaum etwas darüber.

Lokale Online-Alternative für die Welzheimer Einzelhändler

Dem Online-Handel versucht man mit einer neuen Initiative zu begegnen. Der „Clickwald“ soll so viele lokale Händler wie möglich im Netz unter einem Dach versammeln und den Kunden ermöglichen, online per „Click and Deliver“ Essen nach Hause zu bestellen, per „Click and Collect“ Waren zu ordern und im Laden abzuholen oder per „Click and Meet“ online Shopping-Termine zu buchen. Mindestens 45 Händler müssten es sein, aus Welzheim angemeldet haben sich bislang erst vier. „Wenn es nicht mehr werden“, mahnt Udo Schairer, „dann können wir das vergessen.“ Aber in diesem Fall, so fürchtet er, haben die Welzheimer Firmen gegenüber den großen Online-Profis irgendwann das Nachsehen.

Den Pavillon auf Vordermann gebracht

Zum Glück gibt es immer wieder auch Positives zu vermelden. Der HGV hat sich beispielsweise bereiterklärt, den - inzwischen recht maroden - Pavillon im Stadtpark mit „seinen“ Handwerkern und vereinten Kräften wieder auf Vordermann zu bringen. „So was“, meint Martin Kohnle, „macht uns richtig stolz.“

19.30 Uhr im „Gasthaus Lamm“. Die Mitglieder des Handels- und Gewerbevereins Welzheim haben sich vor Beginn der jährlichen Hauptversammlung ein Abendessen servieren lassen, aber jetzt kommen andere Dinge auf den Tisch. Der 1. Vorsitzende Martin Kohnle erinnert daran, dass dieses Treffen eigentlich schon im Frühjahr hätte stattfinden sollen, und wie viele Veranstaltungen des Vereins nicht nur verschoben werden mussten, sondern der Pandemie komplett zum Opfer gefallen

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