Welzheim

Wildwasserbahn mit mehr Schwung

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So sieht sie jetzt aus, die Wildwasserbahn im Schwabenpark. © ZVW/Sarah Utz

Kaisersbach-Gmeinweiler. Ein paar Regentropfen von oben, dann strahlender Sonnenschein: Zur Wiedereröffnung der umgebauten Wildwasserbahn hat am Montag das Wetter gestimmt. Die verlängerte Bahn heißt jetzt „Das Sägewerk“ und wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Stihl aus Waiblingen neu gestaltet.

Video: Fahrt mit der Wildwasserbahn.

20 Jahre hat die Wildwasserbahn schon auf dem Buckel. Deshalb haben sich die Schwabenpark-Betreiber 2017 überlegt, wie die Bahn neu und attraktiver gestaltet werden kann. Für Parkmanager André Hudelmaier von der Betreiberfamilie Hudelmaier lag es da nahe, etwas mit Holz, Holzverarbeitung und Sägewerk zu entwickeln. Schließlich gab es früher im Schwäbischen Wald viele wasserbetriebene Sägewerke. „Ein authentisches Thema für die Region und den Welzheimer Wald“, findet André Hudelmaier. Sehr nahe lag da auch der Gedanke, die Firma Stihl als Kooperationspartner mit ins Boot zu holen. „Wir sind stolz und dankbar, dass der bekannte Motorsägenhersteller sich engagiert hat.“

Beim Anstehen mehr über Waldarbeit lernen

Dr. Stefan Caspari, Leiter der Stihl-Unternehmenskommunikation, freute sich darüber, dass nach den beeindruckenden Bauarbeiten hier im Park nun eine längere Fahrt durchs kühle Nasse möglich ist. Es gibt nun einen vollkommen neu gestalteten Wartebereich, in dem die Besucher vieles zur Geschichte der Waldarbeit und der Entwicklung der Stihl-Motorsägen erleben können. Denn der Wartebereich ist laut André Hudelmaier auch dringend nötig, weil vor allem im Sommer in der Hochsaison Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden entstehen können, so beliebt ist die Wildwasserbahn.

Zusammenarbeit mit Stihl

Stihl wie auch der Schwabenpark sind schwäbische Familienunternehmen durch und durch. „Da lag die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen natürlich nahe“, so Dr. Caspari. Hinzu kommt, dass die allererste Stihl-Elektrosäge aus dem Jahr 1926 hautsächlich in Sägewerken zum Zerkleinern der angelieferten Baumstämme genutzt wurde. Ein Nachfolgemodell dieser Elektrosäge ist im Wartebereich der Wildwasserbahn zu sehen.

217 Meter Wildwasserbahn

Nur wenige Autominuten vom Schwabenpark entfernt liegt der Ebnisee. Dieser Stausee wurde bereits im 18. Jahrhundert als sogenannter Schwellweiher für die Flößerei angelegt. Heute ist er wie der Schwabenpark ein beliebtes Naherholungsziel. Caspari: „Was liegt also näher, als mit dieser Bahn auch an die Holzbauern und Flößer jener Zeit zu erinnern, und zwar in einem Park, der Groß und Klein so viele aufregende und interessante Attraktionen bietet?“ Alle Mitarbeiter der Firma Stihl arbeiteten mit dem Motto des Gründers Andreas Stihl, den „Menschen die Arbeit in und mit der Natur zu erleichtern“.

In der Winterpause 2017/2018 war die Anlage um zwölf Meter verlängert worden, dadurch fließen pro Sekunde rund 1000 Liter Wasser durch die mittlerweile 217 Meter lange Wasserbahn. Zusätzlich wurde der Warteschlangenbereich komplett umgebaut und zu einem kleinen informativem Sägewerk gestaltet. Vorbei an Infotafeln rund um das Thema „Holz“ begrüßt einen ein alter sprechender Baum, der mit viel Witz den kleinen und großen Gästen Informatives über das Leben und den Nutzen der Bäume erklärt.

Besuchermagnet

1000 Liter Wasser je Sekunde werden in der Wildwasserbahn des Schwabenparks umgewälzt. Das Becken insgesamt fasst 300 000 Kubikmeter.

In den Anfangsjahren, wenn im Frühjahr das Becken gefüllt wurde, ist schon mal die Wasserversorgung der Gemeinde Kaisersbach zusammengebrochen. Inzwischen können die Betreiber des Schwabenparks auf eigenen Quellen zurückgreifen.

Der höchste Punkt der Wildwasserbahn ist zwölf Meter hoch.

Der Umbau und die Verlängerung der Wildwasserbahn sowie die Neugestaltung des Eingangsbereichs des Sägewerks haben rund 50 000 Euro gekostet.

Die Boote legen nach der Erweiterung eine zwölf Meter längere Strecke zurück.

In den Sommerferien 1998 hatte der Schwabenpark den neuen Publikumsmagneten eröffnet. Auf einer Fläche von mehr als 1100 Quadratmetern war eine 205 Meter lange Wildwasserbahn entstanden.