Welzheim

Wirtschaftsforum plant für 2022 wieder Ausbildungsmesse für Welzheimer Wald und Wieslauftal

Ausbildungsmesse
Die interkommunale Ausbildungsmesse des Wirtschaftsforums Welzheimer Wald/Wieslauftal war im Januar 2019 in der Alfdorfer Sporthalle zu Gast. © ALEXANDRA PALMIZI

Die gute Nachricht zuerst: „Wir sind bestrebt, die Messe stattfinden zu lassen“, sagt Sabine Kaesser, Pressesprecherin des Wirtschaftsforums Welzheimer Wald/Wieslauftal zur traditionellen Ausbildungsmesse. Vorgesehen ist dafür der Samstag, 22. Januar. Als Veranstaltungsort ist die neue Festhalle in Alfdorf vorgesehen. Ob das gelingt und unter welchen Bedingungen die Ausbildungsmesse durchgeführt werden kann, das kann natürlich heute noch niemand sagen. Aber: Das Wirtschaftsforum hat die Ausbildungsmesse zunächst als reale Messe geplant, teilt Sabine Kaesser mit.

Firmen zeigen reges Interesse, sich bei Ausbildungsmesse zu präsentieren

Wenn das gelänge, wäre es bereits die 15. interkommunale Ausbildungsmesse des Wirtschaftsforums. Und sie wäre nötig. Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie musste die vielbesuchte Veranstaltung im Januar abgesagt werden (wir haben berichtet).

Für gewöhnlich, also in den Jahren vor der Pandemie, zeigten die Firmen großes Interesse, sich auf der Messe als Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Es konnten gar nicht alle Firmen berücksichtigt werden, denkt Sabine Kaesser an die vergangenen Ausschreibungen zurück.

Ausbildungsmesse: „Sehr viele Ausbildungsplätze wurden vermittelt“

Die Absage der Ausbildungsmesse stieß auf großes Bedauern, weiß Sabine Kaesser. Bislang wurde diese auch von den Schülern stets sehr gut besucht. Mehr noch: „Sehr viele Ausbildungsplätze wurden vermittelt.“

Selbst wenn das nicht auf Anhieb klappt: So eine Ausbildungsmesse hilft den Unternehmen im Bereich des Welzheimer Waldes und des Wieslauftals, und sie nützt den Schülern. Mancher ist jung und schüchtern, sehr junge angehende Schulabsolventen werden von ihren Eltern begleitet, andere sind sich noch nicht sicher, für welche der vielen Möglichkeiten sie sich bei der Berufswahl entscheiden sollen, hat Sabine Kaesser beobachtet. So oder so: „Es gibt ein ganz anderes Bild, wenn man sich persönlich begegnet.“

„Die Nachfrage ist sehr, sehr gut, vor allem von den Firmen“

Zur Lehrstellensituation im Welzheimer Wald und im Wieslauftal, das Wirtschaftsforum vertritt immerhin rund 70 Unternehmen, berichtet Sabine Kaesser: „Die Nachfrage ist sehr, sehr gut, vor allem von den Firmen.“ Sogar größer als die Zahl jener, die eine Lehrstelle suchen. In der Corona-Pandemie würden sich sehr viele Schüler dafür entscheiden, weiterhin die Schule zu besuchen. Diese jungen Leute fragen dann keine Ausbildungsplätze nach, zum Nachteil der Firmen und Betriebe, die solche besetzen wollen.

Zusagen mitunter unverbindlicher als früher

Wie gestaltete sich die Situation zu Beginn des Lehrjahrs jüngst? Die Firmen haben größtenteils Auszubildende bekommen. Zusagen seien aber mitunter unverbindlicher als früher, ergänzt die Pressesprecherin des Wirtschaftsforums.

Diejenigen, die sich also für eine Ausbildung als Start ins Berufsleben entscheiden, hatten unlängst und haben weiter gute Chancen, einen engagierten Arbeitgeber zu finden. Ob im Handwerk, in der Industrie oder im Dienstleistungsbereich: „Es suchen eigentlich alle.“ Und, fügt Sabine Kaesser hinzu: „Es gibt viele Unternehmen, die sehr, sehr gute Ausbildungen anbieten und sehr individuell auf die Schüler eingehen.“

Tun sich einheimische Firmen schwer mit der Konkurrenz aus Stuttgart?

Wie wirkt sich der nahe Wirtschaftsraum Stuttgart mit seinem breiten Angebot an Ausbildungsplätzen bei namhaften Firmen aus? Tun sich die einheimischen Firmen schwer mit dieser Konkurrenz?

Sabine Kaesser führt die Vorteile der hiesigen Unternehmen vor Augen: kurze Wege, „man kennt sich“, und in kleineren Betrieben seien die Möglichkeiten, den Beruf kennenzulernen, sehr viel vielfältiger. „Horizontal wie vertikal erhält man Einblick in das gesamte Unternehmen.“

Wer als Lehrling anfing, kann durchaus zum Chef aufsteigen

Nicht zuletzt seien zum Beispiel die Verdienstmöglichkeiten auf dem Land ebenfalls gut. Klar: „Mit Porsche und Daimler kann nicht jeder konkurrieren.“ Aber auch hier gebe es attraktive Möglichkeiten. Ein kleines Unternehmen habe großes Interesse daran, die jungen Leute, die es ausgebildet hat, zu behalten. Und wer weiß: Wer als Lehrling anfing, kann durchaus zum Chef aufsteigen. Sabine Kaesser verweist etwa auf das Handwerk: „Die Chancen sind sehr gut für Ausbildung, Karriere und Verdienst.“ Auch die Selbstständigkeit sei eine Perspektive. „Viele kleine Unternehmen suchen Nachfolger.“

Martin Kohnle, Erster Vorstand des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Welzheim, berichtet zur Ausbildungssituation auch von Auswirkungen der Pandemie auf den Lehrstellenmarkt.

Der HGV zählt Betriebe aus Handwerk, dem Dienstleistungssektor, Einzelhandel und Industrie zu seinen Mitgliedern. Sowie aus der Gastronomie. „Da sind die Betriebe teilweise ordentlich gebeutelt worden durch Corona.“ Umsätze seien ausgefallen. Daraus entstehe mitunter auch eine vorsichtige Haltung bei der Ausbildung: „Wir wissen nicht, was passiert morgen oder übermorgen.“ Andererseits mache der Mangel an Mitarbeitern und Fachkräften Betrieben teils schwer zu schaffen. Bei Einstellungen spiele die wirtschaftliche Unsicherheit hinein. Ein Dilemma: Dann fehlten gegebenenfalls etwa die für die Ausbildung nötigen Fachkräfte. Wie sich die Corona-Pandemie auf die Ausbildungssituation auswirkt, das sei branchenabhängig.

„Qualität und Know-how sind in Welzheim hochgesteckt“

Martin Kohnle selbst hat einen Betrieb für Veranstaltungstechnik und bildet erst ab dem nächsten Jahr wieder aus. „Dieses Jahr haben wir ausgesetzt, weil unser spezieller Zweig seit März letzten Jahres durchhängt.“ In anderen Branchen würden hingegen junge Leute gesucht.

Gar keine Frage ist’s für Martin Kohnle indes, den Nachwuchs engagiert auszubilden: „Fachkräfte nachzuziehen ist ganz, ganz wichtig. Daraus kommt die nächste Generation.“

Greifen Großbetriebe aus Stuttgart den einheimischen Unternehmern gute Auszubildende ab? Da ist dem HGV-Vorsitzenden nicht bange: „Qualität und Know-how sind in Welzheim hochgesteckt.“

Die gute Nachricht zuerst: „Wir sind bestrebt, die Messe stattfinden zu lassen“, sagt Sabine Kaesser, Pressesprecherin des Wirtschaftsforums Welzheimer Wald/Wieslauftal zur traditionellen Ausbildungsmesse. Vorgesehen ist dafür der Samstag, 22. Januar. Als Veranstaltungsort ist die neue Festhalle in Alfdorf vorgesehen. Ob das gelingt und unter welchen Bedingungen die Ausbildungsmesse durchgeführt werden kann, das kann natürlich heute noch niemand sagen. Aber: Das Wirtschaftsforum hat die

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