Welzheim

Wo gibt es Speiseeis im Frühjahr im Welzheimer Wald?

Eis
Im Welzheimer Wald gibt es ein paar Möglichkeiten, an ein leckeres Eis zu kommen und sich verwöhnen zu lassen. © Gabriel Habermann

Was macht eigentlich der geplagte Großvater, der eigentlich nur sein Enkelkind zu einem Spaziergang abholen wollte, um die von Home-Office geplagten Eltern etwas zu entlasten, wenn auf einmal das Kleine an seiner Hand völlig unverhofft „Opa, Eis!“ quakt und zu quengeln anfängt?

Fiel in den zurückliegenden Tagen und Wochen das Stichwort „Eis“, dann stand es vor allem im Zusammenhang mit dem dritten Aggregatzustand des Wassers, der sich - wie die Erinnerung noch aus dem Physikunterricht herüberdunkelt - bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius einstellt. Dieses Eis findet sich nicht nur an den Wänden von Kühlschrank und Gefriertruhe, sondern auch in der Natur als Schneeflocke und Hagelkorn oder als Eisdecke auf Autoscheiben, Gehwegen, Straßen oder Gewässern. In Bezug auf Letztere hoffen wir, dass die Decke dick genug und somit ausreichend tragfähig ist, um darauf herumzuflitzen, zu tanzen oder Hockey zu spielen. Begegnet uns das Eis allerdings auf den Verkehrswegen, dann ist es alles andere als willkommen und wird mit Kratzer, Salzlösung, Streusalzkörnern, Lava- oder sonstigem Steingranulat, Sand, Sägespänen oder ganz rustikal mit Asche angegangen, damit es verschwindet oder zumindest so weit abstumpft, dass es seine Gleitwirkung verliert.

Bäckereien können nicht mehr mit Speiseeis dienen

Diese Art von Eis hat dem kleinen Quälgeist in diesem Fall nicht vorgeschwebt! Sein von den ersten Strahlen der Vorfrühlingssonne geweckter Heißhunger bezieht sich auf eine - laut dem Internetlexikon „Wikipedia“, das bekanntlich das Wissen der Menschheit gespeichert hat - „Zubereitung aus verschiedenen Zutaten, die durch einen Gefrierprozess in einen festen oder pastenförmigen Zustand gebracht wird“. Bei den Zutaten eines Speiseeises handle es sich vorwiegend um Flüssigkeiten wie Wasser, Milch, Sahne, gelegentlich auch Lagerbutter und eventuell Eigelb, verrührt mit Zucker und verschiedenen geschmacksgebenden Zusätzen wie Fruchtmus, Vanille oder Schokolade. Um diese Emulsion besser zu einer Creme verbinden zu können, werden heute häufig natürliche Verdickungsmittel wie Stärkesirup, Pektin oder Johannisbrotkernmehl hinzugefügt. Wer hat’s erfunden? - Ebenfalls laut Wikipedia wahrscheinlich die alten Chinesen.

Gut dran ist derjenige, in dessen Haushalt eine weitsichtige gute Seele dafür Sorge trägt, dass im Gefrierschrank stets ausreichend leckeres Speiseeis eingelagert ist, um den Heißhunger der kleinen, großen, jungen und weniger jungen Naschkatzen stillen zu können. Ein Problem hat allerdings derjenige, bei dem dies nicht der Fall ist oder der gerade das schöne Wetter für einen Aufenthalt in der freien Natur nutzt. Er wird sehr schnell feststellen, Kindergartenkinder können ganz schön ausdauernd sein, wenn es darum geht, den eigenen Kopf durchzusetzen! Okay, der erste Hoffnungsanker, der dem von einem allmählich ansteigenden Stresspegel geplagten Großvater durch den Kopf geht, ist der Lebensmittelladen, aus dem die Familie sowieso so gut wie alle festen, flüssigen, frischen und konservierten Speisen bezieht. Was aber, wenn der gerade geschlossen hat? Eine Kindheitserinnerung verspricht Rettung: die Bäckerei? Aber leider hat es den Anschein, dass diese Erinnerung trügerisch war. Alle angesteuerten und in einer telefonischen Blitzumfrage angerufenen Bäckereien bedauern. Sie würden ausschließlich Backwaren verkaufen, mit Speiseeis könnten sie nicht dienen. Das Verkaufslokal sei zu klein für eine Eistheke oder auch nur die Truhe.

Der Alfdorfer Bürgermeister Ronald Krötz, als Vater mit der Problematik der Beschaffung frisch zubereiteten Speiseeises durchaus vertraut, und selbst auch kein Kostverächter, muss trotz seiner kriminalistischen Vorbildung passen. Mit einer Antwort sei er im ersten Moment überfordert, räumt er ein. Leider gebe es in Alfdorf keine Eisdiele, letzte Hoffnung vor einer Fahrt nach Welzheim könnte eventuell die örtliche Gastronomie sein.

Ein Abstecher zur Gaststätte Hagerwaldsee erweist sich allerdings als Metzgersgang. Von Wirt Wolfgang Hudelmaier ist zu erfahren, dass er lediglich samstagabends und sonntagmittags Essen außer Haus gebe. Weitergehende Zeiten würden keinen Sinn machen, dazu liege er einfach zu abgelegen. Seine große Hoffnung in diesen dunklen Zeiten sei die Perspektive auf Außengastronomie.

Krötz’ Kaisersbacher Amtskollegin Katja Müller verweist ad hoc auf die Kioske am Ebnisee. Dort müsste doch Speiseeis aufzutreiben sein. „Ansonsten würde ich an die örtliche Gastronomie denken, so sie denn offen hat.“

Eine Eisdiele gebe es in Kaiserbach leider keine, die würde sich bei den 43 Teilorten, Weilern und Wohnplätzen auch nur schwerlich tragen und keine wirtschaftliche Grundlage finden. „Wenn wir im Rathaus im Sommer Lust auf Eis haben“, plaudert Müller aus dem Nähkästchen, „dann machen wir uns nach Welzheim auf den Weg in die Eisdiele. Ansonsten gibt es halt abgepacktes Eis, Steckeleseis, wie man auf gut Schwäbisch sagt. Im Supermarkt Martin Grau steht eine Truhe, in der findet sich immer etwas, das dem jeweiligen Geschmack entspricht.“ Das erste Eisauto sei ebenfalls schon unterwegs gewesen, gibt sie als Tipp noch mit auf die weitere Suche.

Die Klassiker Schoko, Haselnuss und Stracciatella gehen immer

In der „Linde“ in der Winnender Straße gibt es coronabedingt zurzeit nur Speisen to go. Selbstverständlich, versichert Wirtstochter Elke Braun, würde sie auch einen Becher Vanilleeis mit heißen Himbeeren zubereiten, wenn ein Kunde dies wünsche. Allerdings habe sie Angst, dass dies nicht wirklich sinnvoll wäre. Bis der Kunde, der ihn abholt, zu Hause ankäme, wären die heißen Himbeeren kalt und das Vanilleeis geschmolzen. Genau dies befürchte sie auch, meint Concetta Sallazzo von der „Pizzeria Ristorante Ionio“ in Welzheim. Eisbecher mit heißen Früchten seien etwas für Kindergeburtstage im Restaurant und nichts zum Abholen. Nichtsdestoweniger habe man mehrere Sorten Speiseeis für den Kunden, und würde es bestellt, gäbe man es auch dem Kunden mit. Aber Obstsalate seien wahrscheinlich die bessere Wahl für ein Dessert.

„Speiseeis schmilzt halt“, lautet dazu die lakonische Anmerkung von Marvin Brestel, dem Wirt der Welzheimer „Obermühle“. Deshalb komme es bei den Speisen, die er montags sowie donnerstags bis sonntags von 17.30 bis 20 Uhr sowie sonntags und montags von 11.30 bis 13.30 Uhr zum Abholen anbiete, auch nicht vor. Stattdessen empfiehlt er seine vakuumierten Mahlzeiten und hofft, dass er so bald wie möglich als „Außengastronom“ einen halbwegs regulären Betrieb hochfahren kann. Wenn dies ab 22. März mit weniger als 50 Gästen erlaubt würde, dann könnte man ja vielleicht im Mai, Juni wieder Boden unter die Füße bekommen. Deshalb sei er auch gerade dabei, die Terrasse der „Obermühle“ zu vergrößern.

Hoffnung auf leckeres Speiseeis macht Martina Badin vom Eiscafé Garda am Welzheimer Gottlob-Bauknecht-Platz. Nachdem man sich am Freitag, 5. März, vorbereitet und alles hergerichtet habe, hoffe man auf Sonnenschein und zahlreiche Kunden, die sich mit dem gerade besonders gehypten Vanille- und Pistazieneis sowie all den anderen Sorten aus dem Angebot verwöhnen lassen.

Besonders angesagt seien neben den Klassikern Schokolade, Haselnuss und Stracciatella wieder die Fruchteissorten mit einem Fruchtanteil von über 70 Prozent sowie die „voll angesagten Bubble Waffles mit Eis und anderen verführerischen Füllungen“.

Vor Glück strahlende Kinder- und dankbare Großvateraugen gibt es dann am Ende dieser kraftraubenden Recherche in der Tankstelle in der Friedrich-Bauer-Straße. Dort sei die Eistruhe ganzjährig mit den süßen Leckereien bestückt, ist vorab übers Telefon zu erfahren, bei Avia in der Murrhardter Straße als Alternative ab Ostern.

Was macht eigentlich der geplagte Großvater, der eigentlich nur sein Enkelkind zu einem Spaziergang abholen wollte, um die von Home-Office geplagten Eltern etwas zu entlasten, wenn auf einmal das Kleine an seiner Hand völlig unverhofft „Opa, Eis!“ quakt und zu quengeln anfängt?

Fiel in den zurückliegenden Tagen und Wochen das Stichwort „Eis“, dann stand es vor allem im Zusammenhang mit dem dritten Aggregatzustand des Wassers, der sich - wie die Erinnerung noch aus dem Physikunterricht

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