Welzheim

Wort und Ton in Welzheim: Wo der Mond die Lotusblume küsst

Konzert
Andreas Baumann, Uriel und Michael Stülpnagel (von links) boten ein großes musikalisch-literarisches Gefühlskino. © Privat

Die Kultursäule Welzheim hat am letzten Samstag wieder einmal ein gutes Händchen bewiesen: Mit dem Stuttgarter Trio Wort und Ton brachte sie eine musikalisch-literarische Perle auf die Bühne, die aus der großen Eugen-Hohly-Halle einen kleinen, feinen Salon machte und Frühlingsgefühle weckte.

Die „Hommage an den Süden“ spannte den musikalischen Bogen von François Francœur über die jüdische Konzertsaalmusik von Ernest Bloch, Astor Piazzolla, Claude Debussy, Manuel de Falla bis hin zu David Poppers Ungarischer Rhapsodie und entführte das Publikum quer durch die Jahrhunderte an Sehnsuchtsorte, die in ihrer zerbrechlich-vergänglichen Kunstschönheit berauschten und einen Hauch von Freiheit verströmten.

Kongenial dargeboten von Uriel Stülpnagel am Cello und Andreas Baumann am Klavier, in deren Spiel schmeichelnde Klänge und kräftige Akkorde einen fesselnden Dialog führten. Nicht minder fesselnd waren auch die literarischen Intermezzi von Stülpnagels Bruder Michael, der mit Zweig, Borges, von Hofmannthal, Kazantzakis und Tucholsky großer Literatur eine verführerische Stimme verlieh und so richtig Lust auf Sonne, Meer, Sommerfrische, vergessene Träume und das Glück machte.

Es war ein Frühlingskonzert voll leuchtender Sonnenpfeile, fern jeglicher Gewohnheitskunst, das mit leichten Melodien, die nichts als Zeit sind, zu verborgenen Hainen der Zukunft führte, um es mit Zweig und Borges zu sagen.

Und nur allzu gerne ließen sich die Zuhörer von Tönen und Stimme davontragen und reisten mit der „La Fortune“ in eine bessere, eine friedlichere Zeit, als sie es im Moment ist.

Benefizkonzert für die Ukraine

Natürlich beschäftigen die aktuellen Ereignisse auch die Kultursäule, so dass sie als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine nicht nur die Bühne in gelb-blaues Licht tauchen ließ, sondern das Konzert auch kurzentschlossen zu einem Benefizkonzert erklärte, dessen Einnahmen zu 100 Prozent an die polnische Partnerstadt Milanówek gehen, um dort die ukrainischen Flüchtlinge zu unterstützen.

Kultur ist eben kein Luxusgut, sondern der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, und das Grundnahrungsmittel der Demokratie, wie es Kulturstaatsministerin Claudia Roth so treffend formulierte. Mit diesem Zitat schloss Kultursäulen-Mitglied Ulla Keller den Abend und gab gleich noch einen Ausblick auf die nächste Veranstaltung: Am 21. Mai ist der deutsch-österreichische Musik-Kabarettist Jörg-Martin Willnauer mit seinem Programm „Carmina Banana - Krumme Lieder“ zu Gast in Welzheim. Der Pfarrerssohn und ausgebildete Pianist, der seine Karriere als Klassensprecher begonnen hat, zeigt auf amüsante Weise, dass Satire nicht alles darf, aber vieles kann. Karten sind in der Limes-Buchhandlung oder an der Abendkasse erhältlich.

Die Kultursäule Welzheim hat am letzten Samstag wieder einmal ein gutes Händchen bewiesen: Mit dem Stuttgarter Trio Wort und Ton brachte sie eine musikalisch-literarische Perle auf die Bühne, die aus der großen Eugen-Hohly-Halle einen kleinen, feinen Salon machte und Frühlingsgefühle weckte.

Die „Hommage an den Süden“ spannte den musikalischen Bogen von François Francœur über die jüdische Konzertsaalmusik von Ernest Bloch, Astor Piazzolla, Claude Debussy, Manuel de Falla bis hin zu

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