Welzheim

Zweckverband Menzlesmühle: Wasserwirtschaft in Trockenzeiten

Verbandsversammlung
Geschäftsführer Hubert Barth und sein Team versorgen 30.000 Menschen zuverlässig mit Wasser. © ALEXANDRA PALMIZI

Die meisten Menschen kümmert es wenig, wo das Wasser herkommt, das aus ihrem Hahn sprudelt. Dass dahinter viel Arbeit steckt, dass Wasser gesammelt, gefiltert und sorgsam verteilt werden muss, darüber machen sich viele gar keine Gedanken. Bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Menzlesmühle waren all diese Details Tagesordnungspunkte.

Um 18 Uhr begrüßt Bürgermeister Thomas Bernlöhr die Mitglieder zur Verbandsversammlung. Die sind gerade erst von der Besichtigung der Pumpstation Menzlesmühle zurückgekommen, die gründlich saniert werden muss; davon sollten sie sich vor Ort ein Bild machen, um die notwendigen Maßnahmen an diesem Abend per Beschlussfassung abzusegnen.

2020 war das vierte Jahr, in dem zu wenig Regen fiel; rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser wurden verbraucht, 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wegen der ausbleibenden Niederschläge mussten außerdem 72 000 Kubikmeter „Fremdwasser“ eingekauft werden, ein zusätzliches Plus von 15 Prozent. Im laufenden Jahr 2021 hat sich der durchschnittliche Wasserverbrauch der Bürger um 15 000 Kubikmeter erhöht, was daran liegen könnte, dass während der Corona-Krise viele von ihnen im Home-Office saßen. Im ausgesprochen nassen Sommer sind allerdings auch 4 Prozent mehr Niederschläge gefallen.

Nur zwölf Rohrbrüche im Netz des Zweckverbandes

Im Rohrnetz des Zweckverbandes hat es im vergangenen Jahr nur insgesamt zwölf Rohrbrüche gegeben, ein Wert, der am unteren Ende der Schadensskala liegt, wie Geschäftsführer Hubert Barth versichert. Um diesen guten Wert beizubehalten, müssen die Wasserleitungen aber regelmäßig gepflegt und ersetzt werden. An diesem Abend wird unter anderem die Erneuerung und Reparatur der Leitungen vom Abzweigschacht Mannholz bis Höldis und vom Wasserturm Nardenheim bis zum Abzweigschacht Hintersteinenberg abgesegnet. Außerdem wird eine Erhöhung der Förderleistung der Pumpstation Batschenhof mit einer zusätzlichen Erneuerung der Schaltanlagen beschlossen.

1988 wurde dort mit einer leistungsstarken Förderpumpe nachgerüstet, und der ist die Elektronik auf ihrem aktuellen Stand nicht mehr gewachsen. Das vom Finanzaufwand größte Projekt des Zweckverbandes ist allerdings die Sanierung der Pumpstation Menzlesmühle. Die ist bereits seit 1956 im Betrieb, was u. a. eine neue Zementbeschichtung der Wasserkammern notwendig macht. Außerdem müssen u. a. das Betriebsgebäude, die Außenabdichtung der Decke und sämtliche Rohrdurchführungen erneuert werden. Die geschätzten Gesamtkosten für alle Maßnahmen in den Jahren 2021 bis 2024 belaufen sich auf 605.000 Euro. Bislang wird bei hohem Niederschlag das „überflüssige“ Wasser in den Bach abgeleitet, um eine Eintrübung der Quelle zu verhindern. Es kann aber gut sein, meint Thomas Bernlöhr, dass irgendwann eine Filterlage für dieses Rohwasser notwendig wird - wenn sich nämlich durch den Klimawandel die trockenen Jahre häufen und der Wasserverbrauch steigt.

Die Versammlung schließt um kurz nach 20 Uhr mit Dankesworten des Bürgermeisters an sämtliche Mitarbeiter des Zweckverbandes, denen es auch in Zeiten von Corona gelungen ist, etwa 30.000 Menschen zuverlässig mit Wasser zu versorgen und die, so seine Hoffnung, auch den Herausforderungen der kommenden Jahre (samt Klimakrise) gewachsen sind.

Die meisten Menschen kümmert es wenig, wo das Wasser herkommt, das aus ihrem Hahn sprudelt. Dass dahinter viel Arbeit steckt, dass Wasser gesammelt, gefiltert und sorgsam verteilt werden muss, darüber machen sich viele gar keine Gedanken. Bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Menzlesmühle waren all diese Details Tagesordnungspunkte.

Um 18 Uhr begrüßt Bürgermeister Thomas Bernlöhr die Mitglieder zur Verbandsversammlung. Die sind gerade erst von der Besichtigung der Pumpstation

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