Winnenden

Öffnung im Juni? Im Winnender Wunnebad laufen die Vorbereitungen

Wunnebad
Jochen Mulfinger, Geschäftsführer der Stadtwerke (links), und Bäderleiter Sascha Seitz. Im Hintergrund kärchern und schrubben Mitarbeiter das 50-Meter-Becken. © ALEXANDRA PALMIZI

Wunnebad-Mitarbeiter schrubben und kärchern die Becken, mähen den Rasen, stutzen Bäume und Hecken und fegen die Wege im Außenbereich. Bis zur Öffnung soll alles fertig sein, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Doch wann das sein soll, weiß noch keiner so genau.

„Eigentlich öffnen wir immer am letzten Aprilwochenende“, erzählt Bäderleiter Sascha Seitz. Eigentlich. Denn durch die Inzidenzwerte in Winnenden und dem gesamten Landkreis ist an Badespaß im Wunnebad momentan nicht zu denken. „Wir hängen etwas in der Luft. Für uns gibt es keine Öffnungsperspektive, nicht einmal bei einer Inzidenz unter 50“, bedauert Jochen Mulfinger, Geschäftsführer der Stadtwerke. Warum wird im Wunnebad dann überhaupt gearbeitet? „Wir wollen vorbereitet sein, wenn wir doch öffnen dürfen“, antwortet Mulfinger. In der Vorwoche habe es zumindest kleinere Andeutungen aus der Politik gegeben, dass man über eine Öffnung der Bäder nachdenke. „Dazu muss sicherlich die Inzidenz weiter sinken. Bis wir unter 100 sind, wird es im Rems-Murr-Kreis noch etwas dauern. Vielleicht müssen wir sogar unter 50 kommen“, mutmaßt Mulfinger. Im Wunnebad strebe man eine Öffnung zum 4. Juni an. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir schon früher beginnen dürfen. Der Termin könnte eine Punktlandung werden, vielleicht wird es aber auch später“, beschreibt Mulfinger die ungewisse Situation. Man sei angewiesen auf Hinweise aus der Politik und hoffe, dass man diese rechtzeitig erhalte.

Badespaß nur mit einem negativen Testergebnis?

„Es gibt ja eine Corona-Verordnung für Bäder aus dem vergangenen Jahr. Sollte sich an dieser etwas grundlegend ändern, dann brauchen wir natürlich ausreichend Vorlauf. Ansonsten richten wir uns erst mal nach dieser“, berichtet Mulfinger. Der Betrieb im vergangenen Jahr habe trotz der Situation erstaunlich gut geklappt. „Die Rückmeldungen unserer Gäste waren auch überwiegend gut. Es war nur ganz wenig Kritik dabei“, erinnert sich Sascha Seitz.

Neben dem Früh- und Spätschwimmen habe man damals zwei weitere Terminslots angeboten. Vormittags und nachmittags. „Wir hatten einen wirklich guten Sommer. Streckenweise, als es so heiß war, waren wir über mehrere Tage im Vorhinein ausgebucht“, erinnert sich Mulfinger. Wenn man wieder öffnen dürfe, wolle man an der Ticketstrategie festhalten. „Man kann sie ausgedruckt oder auf dem Smartphone mitbringen. Tickets am Eingang wird es nicht geben“, verrät Sascha Seitz bereits jetzt. Wer sich damit schwertue, könne sich jederzeit telefonisch im Wunnebad melden oder sein Ticket im Kundencenter der Stadtwerke buchen. Durch die Voranmeldung der Besucher habe man zudem die Kontaktdaten und könne nachvollziehen, wann ein Gast das Bad betritt und wann er es wieder verlässt. Sollte es tatsächlich zu einem Corona-Verdacht im Bad kommen, können so Kontakte schnell nachverfolgt werden.

Können die Wunnebad-Entscheider es sich vorstellen, dass man zum Schwimmen ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen muss, wie es momentan etwa für Friseurbesuche nötig ist? „Grundsätzlich sind wir für alles offen und würden uns natürlich darüber Gedanken machen, wenn Tests nötig sind“, antwortet Jochen Mulfinger. Generell stelle er sich das Ganze allerdings schwierig vor. „Man müsste sich eine Methode einfallen lassen, die sehr schnell geht. Die Leute wollen ja schließlich pünktlich zum gebuchten Terminslot auch im Wasser sein“, ergänzt er. Deshalb hält er auch eine Kooperation mit dem Drive-in-Testzentrum auf dem Schotterparkplatz vor dem Wunnebad für schwierig. Der Ansturm wäre wohl zu groß, die Wartezeiten dadurch zu lang. Eine Öffnung des Bades nur für Geimpfte hält Mulfinger für keine gute Idee. „Denn das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass junge Familien, die noch keine Impfberechtigung haben, nicht in das Bad dürfen.“ Es müsse eine Lösung geben, bei der jeder die Chance auf das Badevergnügen hat.

Seit 3. November geschlossen

Alles andere als ein Vergnügen waren die letzten Wochen und Monate für die Mitarbeiter des Wunnebads. „Wir haben seit dem 3. November geschlossen. Unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit“, berichtet Sascha Seitz. Nach und nach wolle man sie jetzt zurückholen. Momentan seien vier Arbeitskräfte und zwei Azubis vor Ort. „Insgesamt haben wir etwas mehr als 30 Mitarbeiter“, weiß Seitz.

Zusätzlich habe man regelmäßig Saisonkräfte beschäftigt. Für die Wunnebadmitarbeiter sei es eine unglaublich schwierige Zeit gewesen. „Wir merken bei denjenigen, die jetzt schon wieder da sind, wie sehr sie sich freuen und welchen Tatendrang sie mitbringen“, freut sich Seitz.

Corona-Hilfen vom Staat gibt es dieses Jahr wohl nicht

Nicht einfach ist die Zeit auch, was die finanzielle Lage betrifft. „Solch ein Bad ist eigentlich immer ein defizitäres Geschäft“, erklärt Mulfinger. Man könne sich also vorstellen, dass sich die Situation durch Corona nicht verbessert habe. „Der überaus schöne Sommer im vergangenen Jahr hat uns natürlich geholfen. Außerdem haben wir für den November und Dezember Hilfen vom Staat bekommen. Es wurde jedoch bereits angekündigt, dass es diese Unterstützung in diesem Jahr nicht mehr geben soll“, bedauert der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Da wir dieses Jahr bisher komplett geschlossen hatten, Sauna und Hallenbad, werden wir die Verluste auch durch einen guten Sommer nicht mehr ausgleichen können“, weiß Mulfinger bereits jetzt.

Zumindest etwas positiv stimmt das momentane Wetter. „Da hätten wir vermutlich nur wenige Gäste im Freibad. Das macht es etwas erträglicher. Trotzdem hoffen wir natürlich auf eine möglichst baldige Öffnung“, so Bäderleiter Sascha Seitz.

Wunnebad-Mitarbeiter schrubben und kärchern die Becken, mähen den Rasen, stutzen Bäume und Hecken und fegen die Wege im Außenbereich. Bis zur Öffnung soll alles fertig sein, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Doch wann das sein soll, weiß noch keiner so genau.

„Eigentlich öffnen wir immer am letzten Aprilwochenende“, erzählt Bäderleiter Sascha Seitz. Eigentlich. Denn durch die Inzidenzwerte in Winnenden und dem gesamten Landkreis ist an Badespaß im Wunnebad momentan

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