Winnenden

Überlasteter B14-Anschluss ärgert Schwaikheim

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Das Ludwigsburger Büro BS Ingenieure hat den Verkehr in Schwaikheim untersucht, der ihrer Meinung nach im Ort zugenommen hat. © Habermann/ZVW

Schwaikheim. Besonders in den Abendstunden fahren viele Autos durch Schwaikheim. Ein beauftragtes Ingenieurbüro sieht die überlastete B-14-Anschlussstelle Winnenden-West als Grund. Bürgermeister Gerhard Häuser hat deshalb ans Regierungspräsidium geschrieben, um erneut auf das Problem aufmerksam zu machen, und äußert die Bitte, dass hier schnellstmöglich etwas getan wird.

In den Abendstunden staut es sich an der Anschlussstelle Winnenden-West/Leutenbach bis raus auf die rechte Fahrbahn der Bundesstraße 14. In der Vergangenheit wurde deshalb der Fahrstreifen in der Ausfahrt verlängert, die Geschwindigkeit wurde zwischen 16 und 18 Uhr verringert, um Auffahrunfällen vorzubeugen. Der Stau ist aber geblieben. Ein Grund dafür sind wohl die beiden Kreisverkehre unweit der Anschlussstelle, die das Verkehrsaufkommen in den Abendstunden nicht stemmen können. Eine Überlegung des Regierungspräsidiums (RP) in der Vergangenheit war, die beiden Kreisverkehre baulich auseinanderzuziehen, erinnert sich Wolfgang Schröder vom Ludwigsburger Büro BS Ingenieure, welches den Verkehr in Schwaikheim analysiert hat. Getan hat sich aber noch nichts.

Häuser weist auf Dringlichkeit hin

Mit seinem Brief an Regierungspräsident Wolfgang Reimer will Häuser auf die Dringlichkeit hinweisen, mit der die Verkehrssituation verbessert werden soll. Die überlastete Anschlussstelle führe zu Verlagerungsverkehr und dadurch zu einer erhöhten Emissions- sowie Immissionsbelastung, schreibt Häuser. „Dies ist für die Bevölkerung Schwaikheims nicht weiter tragbar. Ich fordere Sie auf, diese Situation schnellstmöglich zu beheben“, endet Häuser sein Schreiben, das er zur Kenntnis auch an den Winnender OB Hartmut Holzwarth und den Leutenbacher Bürgermeister Jürgen Kiesl sowie an Landrat Dr. Richard Sigel geschickt hat.

Der Brief resultiert aus der Untersuchung des Ludwigsburger Ingenieurbüros, das im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans die Situation in Schwaikheim analysiert hat. Eine Folge davon ist, dass der Gemeinderat Verwaltung und das Ludwigsburger Fachbüro beauftragt hatte, das Regierungspräsidium Stuttgart aufzufordern, die Leistungsfähigkeit der genannten Anschlussstelle schnellstmöglich herzustellen.

Ausweg aus dem Stau

Durch den Stau auf der B 14 wählen Autofahrer die Route durch Schwaikheim beispielsweise in Richtung Affalterbach über den Weiler Kreisverkehr auf der Landesstraße 1127, anstatt weiter auf der B 14 zu fahren, so Schröder.

Vor dem Ausbau der Bundesstraße habe die Gemeinde schon einmal unter dem Verkehr gelitten. „Jetzt geht die Belastung wieder in die alte Richtung, wenn es auch aktuell noch nicht dasselbe Ausmaß angenommen hat“, sagt er. Hinzu kommt der Schleichverkehr in Richtung Remseck, der ebenso den Ort belastet. Der Großraum Stuttgart sei wirtschaftlich ein sehr starker Raum, so Schröder. Mit der Bevölkerung steige auch der Verkehr.

Altbekanntes Problem: Ludwigsburger Straße

Das hohe Verkehrsaufkommen in der Ludwigsburger Straße ist schon lange ein Thema in Schwaikheim. Auch diese hat das Ludwigsburger Büro BS Ingenieure etwas genauer unter die Lupe genommen.

Für Bürger stellt die Straße „eine geschickte Verbindung innerhalb des Ortes dar“, sagt Wolfgang Schröder vom Ingenieurbüro und fasst damit die Verkehrsanalyse zusammen. Zur Hauptverkehrszeit war das Verkehrsaufkommen in der Straße besonders hoch und auffällig. Im Grunde handelt es sich aber um ein ganztägliches Problem, wenn auch der Verkehr morgens dort etwas weniger ist als in den Nachmittags- und Abendstunden.

Die Straße wird gerne wahrscheinlich verstärkt von Ortsansässigen als kurzer Verbindungsweg zwischen Kreisverkehr in der Ortsmitte und Hauptstraße genutzt, anstatt dass Autofahrer den Weg am Rathaus vorbei wählen. Es gibt dort eine Reihe an Geschäften sowie Anwohner, wonach es oft recht eng in der Straße ist.

Ingenieurbüro erarbeitet Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation

Nun untersucht das Ingenieurbüro, welche Veränderungen möglich wären und welche Folgen dies für den Verkehr an anderer Stelle in Schwaikheim hätte, erklärt Wolfgang Schröder.

Die Erhebung der Verkehrszahlen in der Ludwigsburger Straße hat sich in die Länge gezogen, nachdem die Straße durch eine Baustelle eineinhalb Jahre an einer Stelle halbseitig gesperrt war. Deshalb wurde die Zählung im vergangenen Herbst erneut durchgeführt. „Die Erhebungen müssen repräsentativ sein“, so Schröder. Die Untersuchung habe aber ergeben, dass die Baustelle keinen Einfluss auf den Durchgangsverkehr hatte.

Das bedeutet, dass sowohl mit als auch ohne Baustelle viele Autofahrer die Ludwigsburger Straße als Abkürzung genutzt haben.

So geht's weiter

Derzeit erarbeitet das Ludwigsburger Ingenieurbüro Vorschläge, welche die Verkehrssituation in Schwaikheim verbessern könnten. Diese Ideen werden dem Gemeinderat vorgestellt.

Außerdem soll es eine Bürgerversammlung geben, bei welcher weitere Vorschläge und Meinungen aufgenommen werden. Beides soll noch vor den Sommerferien passieren, so dass der Gemeinderat nach der Sommerpause eine Entscheidung treffen kann, was tatsächlich im Ort zur Verbesserung der Verkehrssituation umgesetzt werden soll.