Winnenden

1. Bumerang-Cup des VfR Birkmannsweiler

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Manfred Krehle ist Linkshänder und trägt einen gepolsterten Fanghandschuh. © Palmizi / ZVW
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Heiko Deiss mit dem vierflügligen Bumerang, dem der Wind nicht so viel ausmacht. © Palmizi / ZVW
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Die Tragflächen können alle nur erdenklichen Formen und Farben haben. Ein paar Gesetze der Physik muss der Erbauer beachten. © Palmizi / ZVW
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Andreas Schön mit einem Fuzzi-Bumerang – zum Werfen holt er aus wie beim Handball. © Palmizi / ZVW

Winnenden-Birkmannsweiler. Heiko Deiss packt die Flügelspitze mit drei Fingern, streckt den Arm hinters rechte Ohr wie beim Ballwurf und zieht durch: Der Bumerang saust hoch in die Luft, man hat Mühe, ihm mit den Augen zu folgen. Freundlicherweise macht er einen Bogen, kehrt zurück. So soll’s sein. Heiko Deiss belebt am Wochenende beim 1. Bumerang-Cup des VfR Birkmannsweiler die faszinierende Randsportart in der Stadt wieder.Im Video: Beim VfR Birkmannsweiler findet am Wochenende der 1. Bumerang-Cup statt und Heiko Deiss bietet anschließend eine Bumerangwerfergruppe bei dem Verein an.

Linkshänder oder Rechtshänder - und woher weht der Wind? Das sind die wichtigsten Fragen, wenn man mit dem Bumerangwerfen anfängt. Stellt man sich falsch zum Wind, kommt die Miniatur-Tragfläche nie zu seinem Herrchen oder Frauchen zurück.

Drei Kinder bewundern auf dem Rasenplatz die vielen Formen aus Kunststoff und Birkensperrholz – und die fantasievollen Muster, von Aborigine-Design der australischen Ureinwohner bis hin zum rot-weißen Hirschgeweih des VfR. „Man ist beim Werfen immer schnell umringt von Neugierigen“, sagt Heiko Deiss, der sein Hobby gern mit vielen teilen möchte.

Am Sonntag ab 14 Uhr darf jeder mal werfen

Für Anfänger komisch ist, dass man den Bumerang fast senkrecht hält und eben nicht wie eine Frisbee-Scheibe, parallel zum Boden. Den Wurf selbst beschreibt Mitstreiter Andreas Schön ähnlich wie beim Handball: kräftig ausholen. Kurz vor dem Loslassen gibt man dem Bumerang mit dem Handgelenk noch einen kleinen Zusatzschwung.

Am Sonntag, 21. Mai, wenn um 14 Uhr die Wettkämpfe der Bumerangsportler vorbei sind, können die Zuschauer sich ausprobieren. Die kleine Gruppe, die Heiko Deiss in den letzten zwei Jahren um sich geschart hat und die nun als kleine „Abteilung“ des VfR Birkmannsweiler geführt wird, hat Taschen voller Bumerangs zum Ausleihen dabei.

"Ganz schwer zu werfen“

Darin sind von den leichten dreiflügeligen Schaumstoffteilen für Anfänger bis hin zu den Profiteilen namens Fuzzi, die wie ein V mit Griffen aussehen, oder, „ganz schwer zu werfen“, die L-Form, alle nur denkbaren Bumerangs aufbewahrt.

„Es ist weniger gefährlich, als man denkt“, sagt Heiko Deiss. Angesichts des Tempos der wirbelnden Tragflächen und ihrer Flughöhe – über den Flutlichtmast! – eine wichtige Info. „Auch wenn 30 Leute auf dem Platz Bumerangs werfen und Würfe schiefgehen, bleibt’s doch meist bei blauen Flecken.“ Bedingung ist aber, dass der Werfer sein Malheur erkennt und den anderen mit dem Schrei „Heads!“ (englisch für „Köpfe“) ankündigt, dass sie sich nun doch besser ducken und den Kopf mit den Armen schützen sollten.

"Damals schon fasziniert"

„Ich rechne damit, dass einige Winnender zu Hause noch Bumerangs aufbewahren. Es gab in den 1980er und 90er Jahren Uli Konzelmann, der Turniere und sogar eine deutsche Meisterschaft im Winnender Stadion veranstaltet hat.“ Der Winnender Bumerang-Papst ist verstorben, Heiko Deiss (43) tritt sozusagen sein Erbe an. Er war mal Teilnehmer einer Jugendfreizeit, bei der die Kinder mit Konzelmann Bumerangs gebaut haben – und „damals schon fasziniert“.

Dennoch geriet das Wurfgerät bei Heiko Deiss in Vergessenheit, 20 Jahre lang. „Als ich meine selbst gebauten Bumerangs wiederentdeckt habe, lernte ich übers Internet Leute kennen, die mir erklärt haben, warum sie nicht zurückgekommen sind.“ Manfred Krehle aus Fellbach kam so nach Winnenden, früher hat er an Meisterschaften teilgenommen.

„Mit anderen zusammen kriegt man Anregungen, und so macht es dauerhaft Spaß“, sagt er. Seine Tipps zum Anschrägen der Flügel und Verdrehen der Flügelspitzen fruchteten: Die Deiss’schen Bumerangs kommen zurück. Nun ist der 43-Jährige von dem Hobby nicht mehr abzubringen.

1. Bumerang-Cup

  • Zuschauer sind am Samstag, 20. Mai, auf dem Gelände des VfR Birkmannsweiler, Talaue 25, willkommen: Von 10 bis 17 Uhr, ebenso am Sonntag, 22. Mai, von 10 bis 13 Uhr, zeigen die 20 Bumerangsportler ihr Können in verschiedenen Disziplinen. Am Sonntag ab 14 Uhr: Werfen für jedermann.
  • „Fast Catch“ etwa bedeutet, dass der Bumerang nur etwa drei Sekunden in einem sehr kleinen Radius fliegt. „Das gibt dir als Werfer und Fänger einen Adrenalinkick, da kann man sich aber auch richtig wehtun“, sagt Manfred Krehle.
  • „Trickfangen“ ist schön anzuschauen: Die Sportler müssen den Bumerang mal mit links, mit rechts oder sogar zwischen den Oberschenkeln fangen.