Winnenden

1,0 im Abi für Annalena Uhl: Früher schaute sie Gerichtsshows im Fernsehen, bald studiert sie Jura

Annalena Uhl
Einser-Abiturientin Annalena Uhl im Schlossgarten neben ihrer ehemaligen Schule, dem Lessing-Gymnasium. © Gabriel Habermann

1,0 – mit diesem Traumschnitt hat Annalena Uhl ihr Abitur am Lessing-Gymnasium in Winnenden geschafft. Jetzt geht es für die Schwaikheimerin spannend weiter. Ihr Berufswunsch steht schon seit der Grundschule fest: Die 18-Jährige will Jura studieren. Doch erst einmal zieht sie es in die Ferne. Nachdem sie sich das nötige Geld verdient hat, möchte sie reisen – nach Bali, Südafrika und Schweden. Fürs Studium beworben hat Annalena sich bereits.

Früher schaute sie Gerichtsshows im Fernsehen, bald studiert sie Jura

„Als ich in der Grundschule war, habe ich mittags immer Richter Alexander Holt angeschaut“, erzählt Annalena Uhl. Das fand sie so spannend, dass sie wusste: Ich will später einmal Jura studieren. Auch Eltern und Lehrer sind der Meinung, ein Jura-Studium passe aufgrund ihres ausgeprägten Gerechtigkeitssinns perfekt zu ihr.

Der Plan für ihre Zukunft steht: Beworben hat sie sich schon für einen Studienplatz an der Universität in Heidelberg. Wird sie dort angenommen, schiebt sie die Zusage um ein Jahr und beginnt im Herbst 2023 mit dem Studium. Einen Plan B gibt es aber auch schon. Sollte sie in diesem Jahr in Heidelberg keine Zusage erhalten, bewirbt sie sich im kommenden Jahr erneut, dann aber neben Heidelberg auch in München und Konstanz.

Bis dahin macht die 18-Jährige aber erst mal etwas ganz anderes. Nachdem sie das nötige Geld zusammen hat, möchte Annalena nach Südafrika reisen – aber nicht, um Urlaub zu machen. Die Schwaikheimerin wird dort in einer Tierauffangstation helfen. Anschließend will sie die asiatische Insel Bali erkunden. Zu guter Letzt steht noch eine Reise in den europäischen Norden an, Schweden interessiert sie besonders.

Den Abiball hatten sich Annalena Uhl und ihre Mitschüler anders vorgestellt

Annalena Uhls Lieblingsfach war Mathe. Sie hat sogar den Preis der deutschen Mathematiker-Vereinigung gewonnen. Weniger mochte sie Biologie. „Das habe ich nach der zehnten Klasse abgewählt“, sagt die 18-Jährige. Vor ihren Abitur-Prüfungen hatte Annalena Uhl „schon etwas Angst“, gibt sie zu. Vor allem vor der ersten Prüfung, die sie im Fach Geschichte belegt hat, war sie nervös. „Es war dann aber leichter als erwartet. Wie eine normale Klassenarbeit, nur länger“, erinnert sie sich. Letztendlich sind alle Prüfungen gut gelaufen. Nur im Fach Deutsch war Annalena mit ihrer Leistung nicht zufrieden: „Ich konnte nicht mein volles Potenzial ausschöpfen.“ Nach anfänglicher Sorge kam dann aber doch ein sehr gutes Ergebnis dabei heraus.

Das feierte die Schwaikheimerin mit 95 weiteren Absolventen auf dem Abiball im Juli – der allerdings nicht lief wie erhofft. Ein Fest wie vor Corona gab es nämlich nicht. Obwohl die Schüler bereits durch Kuchen- und Plätzchenverkäufe Geld gesammelt hatten, hatte sich die Schulleitung gegen eine große Feier ausgesprochen, berichtet Annalena Uhl. Auf Catering und ein gemütliches Zusammensitzen an Tischen mussten Eltern und Schüler verzichten. Das Programm sei „gepresst“ gewesen und es gab ein sehr schnelles Ende. Das sei wirklich kein Abschluss nach Idealvorstellung gewesen, aber die Schüler hätten das Beste daraus gemacht, sagt Annalena Uhl.

Direkt am nächsten Morgen ging es für die Absolventen dann auf Abireise in die kroatische Stadt Natalja.

Zweieinhalb Jahre Schule unter Corona-Bedingungen – keine einfache Zeit

Als die Schulen in Deutschland im März 2020 ihre Türen geschlossen haben, war Annalena Uhl noch in der zehnten Klasse. Seither verlief die Schulzeit für sie und ihre Mitschüler alles andere als normal. „Für uns stand zu diesem Zeitpunkt die Kurswahl für die Oberstufe an“, erinnert sich die 18-Jährige. Sie wollte damals zuerst Latein als Leistungsfach neben Deutsch und Mathe wählen. Aufgrund einer zu geringen Nachfrage kam aber kein Kurs zustande. Also war sie gezwungen, ihre Kurswahl noch mal zu überdenken, und entschied sich dann für Geschichte als Leistungsfach. „Da wäre die persönliche Beratung der Lehrer schon hilfreich gewesen“, findet sie.

Die Schüler seien zwar per Mail mit den Lehrern in Kontakt gestanden, aber das sei nicht vergleichbar mit direkten Gesprächen gewesen. „Der Übergang zur Kursstufe war durch die Umstände härter, man hat sich einfach nicht so richtig vorbereitet gefühlt“, sagt Annalena Uhl.

Ob Online-Unterricht funktioniere, hänge hauptsächlich vom jeweiligen Lehrer und dessen Methoden ab, sagt Annalena Uhl. Doch auch die eigene Disziplin spiele eine entscheidende Rolle. „Eine gewisse Grundmotivation muss vorhanden sein“, sagt die Schwaikheimerin. Wer sich beim Fernunterricht einfach nur zuschalte, aber nebenher nicht zuhöre, verstehe den Lehrinhalt eben nicht: „Man kann den Online-Unterricht nicht als Ferien sehen.“

Während ihrer Oberstufenzeit hatte Corona dann keine so großen Auswirkungen mehr. In der elften Klasse seien die Schüler noch mal für ein paar Monate zu Hause gewesen, ansonsten fand das meiste in Präsenz statt. „Eine Studienfahrt gab es leider nicht“, sagt Annalena Uhl bedauernd.

Wichtig für ein erfolgreiches Abitur: Gutes Zeitmanagement

Auf die Frage, wie sie es zu einem so guten Abitur geschafft hat, antwortet die 18-Jährige: „Ich habe mir nicht zu viel Stress gemacht.“ Sie bemerkt, dass häufig viel Angst und Schrecken über das Abitur verbreitet wird, es aber mit der richtigen Einstellung letztendlich halb so schlimm sei. „Ich habe mich über die zwei Jahre in der Oberstufe gut vorbereitet“ , erklärt die Schwaikheimerin. „Meine Lernzettel fürs Abi habe ich schon lange vorher geschrieben.“ Ein gutes Zeitmanagement sei sehr wichtig. Und natürlich, im Unterricht gut aufzupassen.

1,0 – mit diesem Traumschnitt hat Annalena Uhl ihr Abitur am Lessing-Gymnasium in Winnenden geschafft. Jetzt geht es für die Schwaikheimerin spannend weiter. Ihr Berufswunsch steht schon seit der Grundschule fest: Die 18-Jährige will Jura studieren. Doch erst einmal zieht sie es in die Ferne. Nachdem sie sich das nötige Geld verdient hat, möchte sie reisen – nach Bali, Südafrika und Schweden. Fürs Studium beworben hat Annalena sich bereits.

Früher schaute sie Gerichtsshows im

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