Winnenden

18 neue Wohnungen in Winnenden

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Symbolbild. © Laura Edenberger

Winnenden. Die freie Wiese im Wohngebiet Lange Weiden hatte eine Sonderrolle: Seit den 90er Jahren ist sie unbebaut. Nun wird ein Drittel der Wiese überplant.

Viele in der Stadt wissen, dass diese Wiese einem einzigen Besitzer gehört, einem Unternehmer. Lange war der Platz reserviert für ein Pflegeheim - aber es kam nicht dazu. Nun stellte jemand, der anonym bleiben darf, bei der Stadt zwei voneinander unabhängige Bauanträge für zwei Neunfamilienhäuser in einer Teilfläche der Wiese:


Der Planentwurf ist wie alle Entwürfe in diesem Gebiet weit ausgreifend. Das Grundstück wird stark ausgenutzt, die Begrenzungen werden überschritten wie bei den Nachbarn auch. FWV-Stadtrat Hans Ilg erklärte diese Überschreitungen mit der Geschichte des Wohngebiets, das in den 90er Jahren wuchs, als nach der Auflösung des Ostblocks viele Menschen nach Winnenden zogen.

Neue Wohnhäuser haben eine Tiefgarage

In einem Punkt unterscheiden sich die neuen Wohnhäuser von den bestehenden: Sie haben keine Tiefgarage. Der Architekt plant die Parkplätze direkt an der Straße vor dem Haus und verbietet damit der Allgemeinheit, auf der Straße zu parken. Daran störte sich SPD-Stadtrat Uwe Voral, der gegen die beiden Bauvorhaben stimmte: „Warum kann der Eigentümer dieses Grundstücks nicht ein Gesamtkonzept fürs Ganze vorlegen und eine gemeinsame Tiefgarage planen? Ihm gehört doch das Ganze!“ OB Holzwarth erinnerte an das Baurecht: Solche Parkplätze seien im Bebauungsplan nicht verboten. Würde der Gemeinderat das Baugesuch ablehnen, könnte der Bauherr sich auf dem Rechtsweg durchsetzen.

Zwei Meter langer Aufzug

Die große Mehrheit im Technischen Ausschuss genehmigte das Vorhaben, nachdem eine andere Frage geklärt wurde. „Wo ist der Fahrradabstellraum und wie gelangen die Fahrräder dorthin?“, hatte CDU-Stadtrat Frank Rommel gefragt, der von Beruf Architekt ist. Es stellte sich heraus, dass die Radler mit dem Aufzug in den Keller müssen. „Ein normaler Aufzug reicht dafür nicht aus“, erklärte Rommel. Da meldete sich aus der Zuschauerreihe Michael Rieger von der Baugenossenschaft: „Dieser Aufzug ist zwei Meter lang.“ „Dann reicht’s“, meinte Rommel und stimmte zu.