Winnenden

405 000 Euro für Reparaturen im Straßennetz

Steiger-Kreisel ist Sanierungsfall_0
Mit einem speziell ausgestatteten Auto sind von April bis Juli 2018 alle Winnender Straßen und ihr baulicher Zustand erfasst worden durch die Firma „Pavement Management System“. © Emely Rehberger / Archiv

Winnenden. Das Winnender Straßennetz ist in einem sehr guten Zustand. Das belegt die neue Datenbank, in die nach einer systematischen Befahrung alle Berichte eingeflossen sind. Gleichwohl haben einige Straßen, Gehwege und Feldwege Reparaturbedarf, und für die gibt die Stadt dieses Jahr 405 000 Euro aus – zum Beispiel für den Björn-Steiger-Kreisel am Kinderhaus Seewasen.

Der Björn-Steiger-Kreisverkehr beim Kinderhaus Seewasen weist schon starke Risse und Setzungen auf. Nachdem die Schorndorfer Straße ortsauswärts eine Linksabbiegespur zum Aldi erhalten hat, werden im Kreisel dieses Jahr noch mal die Bauarbeiter anrücken – „sonst geht’s wie bei der Max-Eyth-Straße und sie muss irgendwann komplett saniert werden“, so Peter Bulling vom Stadtbauamt. Rechtzeitig erledigt, kostet die Sanierung 24 000 Euro. „Den Zebrastreifen bringen wir aber schon vorher an, weil er von der Verkehrsbehörde angeordnet wurde“, sagte Bulling auf Frage von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. In jedem Fall soll der Kreisel in den Sommerferien saniert werden, die Stadt stimmt sich dazu mit dem Kinderhaus ab.

Stadt geht 34 dringendste Fälle an

2019 hat die Bauverwaltung ein Paket mit den 34 dringendsten Einzelmaßnahmen geschnürt, zwei werden zusammen mit den Stadtwerken Winnenden angegangen: In der Stormstraße und in einem Abschnitt vom Vogelberg in Baach müssen die Wasserleitungen saniert werden.

In Baach steht noch ein größerer Teil der Hauptstraße an und in Hertmannsweiler der komplette Maienweg, ein Teil der Karl-Georg-Pfleiderer-Straße/Rutzenbergstraße und die Johannes-Giesser-Straße sowie ein Fußweg, In den Gärten.

In der Kernstadt, im Schelmenholz und in Birkmannsweiler müssen außer dem genannten Kreisel nur noch Fuß- und Treppenwege repariert werden. In Breuningsweiler zeigt die digitale Karte vier Stellen rot an - Zeichen dafür, dass die „Restnutzungszeit“ abgelaufen ist. Also nimmt das Bauamt den Weg zum Sportplatz, den mit Betonplatten belegten Weinbergweg, die Verbindung von der Haselstein- zur Höhenstraße und ein Stück Fußweg an der Buocher Straße ins Sanierungsprogramm auf. „Die Betonplatten haben sich nicht bewährt“, sagte Peter Bulling auf Frage eines Gemeinderats - künftig wird asphaltiert.

Weil kontinuierlich saniert wurde, ist die Stadt gut aufgestellt

Dort, wo die Farben auf der Systemkarte orange und gelb sind, ist noch Zeit, grün ist das Zeichen für einen Tipptopp-Zustand. „Weil wir kontinuierlich saniert haben, sind wir gut aufgestellt“, sagte Bauamtsleiter Klaus Hägele zu den Gemeinderäten im Technischen Ausschuss. „Unsere manuelle Vorgehensweise bisher hatte den richtigen Ansatz, wir haben nichts unnötig saniert“, betonte er, wobei er froh über die nun digital angezeigten Schadensklassen ist. „Nun können wir die finanziellen Mittel noch effektiver und zielgerichteter einsetzen“, sagte Hägele. „Es ist wichtig, dass wir weiterhin jedes Jahr etwas machen.“ Derzeit wird eine Straßenbaufirma per Ausschreibung gesucht.

Kleine Schäden laufen separat

Für das Straßenmanagementsystem kam ein speziell ausgestattetes Auto zum Einsatz mit gelben Warnblinkern auf dem Dach. Mit einem Messrad ermittelt der Fahrer Breite von Fahrbahn und Gehweg und gibt sie zusammen mit den vorgefundenen Schäden – kleine oder große Risse, Ausfaserungen, Halte- oder Anfahrspuren, Abplatzungen gar – in das System ein. Drei Monate hat die erste Befahrung gedauert. Erst in zehn oder 15 Jahren wird die nächste Befahrung notwendig.

Wackelt irgendwo ein Pflasterstein, kommt die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nach und repariert - unabhängig vom Sanierungsprogramm.


Das Winnender Straßen- und Wegenetz ist 195 Kilometer lang. Die Zustandsbewertung ermöglicht es der Stadt, seinen Wert zu beziffern: 120 Millionen Euro, so Kämmerin Martina Schrag, die die Zahl für die neue, doppische Haushaltsführung braucht. 3,8 Millionen Euro betragen die jährlichen Abschreibungen, die im Haushalt erwirtschaftet werden müssen. Bisher reichte es jedoch, jährlich etwa zehn Prozent dieser Summe in Sanierungen zu stecken.