Winnenden

Abschied von Werner Maurer

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Bäckermeister Werner Maurer verstarb am Mittwoch (22.02.) im Alter von 79 Jahren. © Danny Galm

Winnenden. Am Mittwoch ist Bäckermeister Werner Maurer im Alter von 79 Jahren verstorben – und hinterlässt in der Familie, Belegschaft und Stadt eine große Lücke. „Sein Humor und seine Weitsicht werden uns besonders in Erinnerung bleiben“, sagt sein Sohn Tobias.

Gesundheitlich war Werner Maurer schon längere Zeit beeinträchtigt, gezeichnet von einer unheilbaren Krankheit baute er körperlich ab. Doch sein Humor und seine Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, seien ungebrochen gewesen, genauso wie sein unternehmerischer Geist. „In geschäftlichen Dingen war er hellwach, und trotz seines Ausscheidens 1997 aus dem operativen Geschäft war er mir bis zuletzt ein wertvoller Berater“, sagt Tobias Maurer.

Seine Leidenschaft gehörte dem Bäckerhandwerk

Dabei gehörte Werner Maurers Leidenschaft immer dem Bäckerhandwerk. „Er sagte mir, sein schönster Tag seit langem war, als er mit seinem Senioren-Elektromobil durch die Backstube fuhr, den Duft roch, den Teig sah und mit den Bäckern reden konnte“, berichtet sein Sohn.

Die meisten der aktuell 400 Mitarbeiter kannten ihn und schätzten seine herzliche Art. „Man konnte immer zu ihm kommen, wenn man Sorgen hatte“, sagt Tobias Maurer über seinen Vater, der immer als „Seniorchef“ bezeichnet wurde.

Handwerksbetrieb mit inzwischen 23 Filialen

Dass Werner Maurer und seine Frau Anne aus dem 1961 übernommenen Bäcker- und Lebensmittelladen einen größeren Handwerksbetrieb mit inzwischen 23 Filialen gemacht haben, sei nicht purem Expansionswillen geschuldet, sondern dem Wunsch, gute Backwaren zu machen, die Verbraucher gern kaufen, erläutert Tobias.

„Meistens kamen Leute zu meinem Vater und fragten, ob er nicht einen Laden aufmachen wolle.“ Die gut überlegten Neueröffnungen gehörten für den Sohn zur Weitsicht von Werner Maurer. Auch der Abriss seines Geburtshauses an der Schorndorfer Straße im Jahr 2012 passt in dieses Kapitel.

Ausgeprägte soziale Ader

Mit 74 Jahren noch wurde Werner Maurer Bauherr eines ansehnlichen Wohn- und Geschäftshauses. „Ich dachte erst, er macht einen Spaß. Aber er sagte, er wolle uns kein marodes Haus mit Schotterplatz daneben hinterlassen“, erinnert sich Tobias.

Zum immer vorhandenen Tatendrang kam eine ausgeprägte soziale Ader. „Seine Mutter Anna hatte auch so ein großes Herz, hat Menschen unterstützt, wo es nötig war, und nach dem Krieg viel an Flüchtlinge verschenkt.“ Bei Werner Maurer zeigte sich die soziale Ader in etlichen Spenden- und Benefizaktionen, aber auch im Opa-Sein, zunächst mit dem ältesten der drei Enkel, Carl-Benedikt, Sohn von Ulrike Maurer. „Als er im Ruhestand war, hat er sehr viel mit ihm unternommen und für ihn und seine Freunde gekocht“, erzählt Tobias.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth würdigt den Verstorbenen

Von Seiten der Stadt würdigt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth den Verstorbenen: „Werner Maurer bewies viel unternehmerisches Geschick bei der Führung und Expansion der heute weit über die Grenzen Winnendens hinaus bekannten Bäckerei Maurer. Er war nicht nur ein erfolgreicher Schaffer, sondern wir durften ihn als einen Menschen kennenlernen, der seinen Mitbürgern immer nahe und nahbar war und stets ein offenes Herz für andere hatte, die seine Unterstützung benötigten. Nicht nur soziale Einrichtungen und Vereine, auch die Stadt und die Bürgerstiftung sind ihm für diese Unterstützung auf immer sehr dankbar.“

Die Trauerfeier beginnt am Freitag, 3. März, um 14 Uhr in der Schlosskirche. Die Familie wünscht sich statt Blumen und Kränzen eine Spende an den Förderverein des Klinikums Winnenden. Dort verbrachte Werner Maurer nach einem schweren, nicht zu erwartenden Sturz die letzten Tage seines Lebens.