Winnenden

Acht Konzerte mit Wohnzimmer-Flair

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Kurzes Treffen in Kati’s Bistro: Wirtin Kati Spataro mag ihre Musiker, und die haben meist, wie zum Beispiel David Blair, einen guten Draht zum Publikum und werden ausgesucht vom Musikmanager Hans Derer (von links). © Schmitzer / ZVW

Winnenden. Am Samstag beginnt Kati’s Kultursaison. Acht Konzerte hat Hans Derer für das Bistro im Kino zusammengestellt, die beginnen mit dem Sänger und Gitarristen David Blair. Kennt man den? Wessen Songs singt denn der? Ach was: Blair ist weder Superstar noch Runterschrupper altbewährter Oldietitel. Seine Songs schreibt er selbst. Sein Auftritt ist leise, locker und lässig.

Video: Kultur bei Kati´s Bistro zum Wohlfühlen

So muss es sein bei Kati, nicht nur am Samstag dieser Woche. Alle acht Livekonzerte im Bistro haben eines gemeinsam: Sie bieten akustische Musik, und die Bands oder Einzelmusiker setzen überwiegend auf Selbstgemachtes, Einzigartiges.

Hans Derer, der Musikmanager mit der Winnender Firma 7us, stellt die Kulturreihe zusammen, sucht die Musiker aus, nimmt viele, die ohnehin bei ihm unter Vertrag sind, aber nicht alle. In dieser Saison, die bis April läuft, hat er etliche Musiker dabei, die schon einmal bei Kati aufgetreten und bei den Gästen gut angekommen sind. Ein Stammpublikum hat sich herausgebildet, das fast zu jedem Konzert kommt, sagt Kati. So, wie es jetzt läuft, sind Hans Derer, Kati und auch der Sponsor Kreissparkasse, der von Beginn an die Kulturreihe unterstützt, begeistert: „Es freut uns sehr, wenn ein Sponsoring wirkt“, sagt Markus Hofmeister von der Sparkasse.

Am Anfang sagt Hans Derer: „Kultur ist, wenn man’s trotzdem macht“

Wer heute in ein Konzert bei Kati’s geht, der denkt: „Läuft doch. Ist doch gut besucht. Prima Stimmung.“ Der glaubt schier nicht, wenn ihm Hans Derer sagt, dass es extrem schwierig ist, gerade so eine Reihe aufzubauen. „Coverbands ham’s leicht, die kriegen immer einen Auftritt“, sagt Derer. Aber wer einzigartige Musik macht, eigene Kompositionen, der muss erst einmal ein Publikum finden oder einen Veranstalter, der ein Stammpublikum hat. Hans Derer und Kati Spataro hatten dieses Publikum nicht von Anfang an. Aber Derer sagt: „Kultur ist, wenn man’s trotzdem macht.“ Das Publikum wurde größer und musikerfreundlicher, ist mittlerweile einverstanden damit, dass Konzerte Eintrittsgeld kosten. Anfangs sagte Kati manchmal etwas zu den Leuten, wenn die nicht ruhig sein konnten bei dieser schönen Musik. „Ich finde, das ist man Musikern schuldig, das ist der Respekt, den man vor der Musik haben sollte.“ Dieses Publikum ist mittlerweile so gut eingestimmt, dass Musiker ins Schwärmen geraten, und dass einer wie David Blair am Ende seines ersten Konzertes bei Kati vor lauter Begeisterung zu jedem einzeln hinging und sich per Handschlag fürs Zuhören bedankte.

Soll ich euch was spielen?

Er ist schon eine große Musikantenseele, dieser Sänger und Gitarrist aus Kanada, der jetzt in Berlin wohnt. Beim Pressegespräch diese Woche in den Räumen der Sparkasse saß er dabei und meinte zum Schluss: „Soll ich euch was spielen?“ „Gerne, aber können wir auch in die Schalterhalle gehen?“, meinte Markus Hofmeister. David packte seine Gitarre, ging runter, zupfte die Saiten und fing leise an zu singen. Schnell scharte sich ein kleines, lächelndes Publikum um ihn: Sparkassenkunden, Bankkaufleute, Kundenberater – alle entspannen sich. Dieser David Blair ist ein Musikant für alle Lebenslagen – wer eben noch seine Kontoauszüge ausdruckte und ihn dann in der Kreissparkassenschalterhalle singen und spielen hörte, dachte nicht mal mehr an seine Dispozinsen.

Kultur bei Kati’s ist immer samstags um 20 Uhr in Kati’s Bistro beim Kino, Ringstraße 15/1, und kostet acht Euro Eintritt. Reservieren kann man unter 0 71 95/94 33 50 und www.katis-bistro.de.

  • David Blair, Sänger, Komponist, Texter und Gitarrenkünstler, spielt und singt am Samstag, 24. September.
  • Das Duo Glüxkinder aus Osnabrück singt laut Hans Derer warme stimmungsvolle , berührende Pop-Songs in deutscher Sprache am 15. Oktober.
  • Alex Breidt und Peter Melow, beide Gitarristen und Sänger, treten am 12. November auf. Manche kennen Melow schon, denn der Mann, der mit rauer Stimme Punk und Folk singt, hat beim Wettbewerb „I kann ebbes“ beim Citytreff den dritten Platz gemacht.
  • Johna, Singer-Songwriterin aus Köln, kommt am 10. Dezember. „Eine ganz Goldige isch des“, sagt Hans Derer, „ das wird ein sehr poetischer Abend.“
  • Charmin Carmen, eine Punkband aus Winnenden, spielt am 14. Januar ausnahmsweise akustisch.
  • Nadine Fingerhut singt ihre eingängigen Melodien am 11. Februar.
  • Frank Wesemann tritt am 4. März auf und „Kramer“ am 15. April.