Winnenden

Adam Müller-Guttenbrunn: Winnender Straße, die den umstrittenen Autor würdigt, hat ihr Zusatzschild erhalten

Adam-Müller-Guttenbrunn
Der längste Straßenname Winnendens hat nun, wie vom Gemeinderat gewünscht, ein einordnendes Schild bekommen. © Gabriel Habermann

Das Hauptamt der Stadt war schnell: Gut einen Monat nach dem Beschluss des Gemeinderats, den längsten Straßennamen Winnendens mit einem einordnenden Zusatzschild auszustatten, hängt es schon. Adam Müller-Guttenbrunn wird also Passanten, die zwischen Getränke-Weinacht und Aldi laufen, näher vorgestellt.

Man erfährt, dass der Mann vor fast 100 Jahren gestorben ist und was er in Wien arbeitete. Sein offen geäußerter Antisemitismus dort sorgte für die Überprüfung des Straßennamens durch den Gemeinderat. Nun bekommt man darauf dank des Zusatzschilds einen Hinweis, aber vor allem auch eine Ahnung, warum die Stadt ausgerechnet diesen Schriftsteller würdigt: Er hat in vielen Romanen das Leben und die Geschichte der Donauschwaben beschrieben.

Vom 17. Jahrhundert an haben sich vornehmlich Deutsche entlang des Mittellaufs der Donau angesiedelt, im heutigen Rumänien, Ungarn und auf dem Balkan. Nach Zweiten Weltkrieg wurden sie vertrieben, viele fanden im Quartier um diese Straße eine neue Heimat. 

Über den Beginn und das Ende der Debatte können Sie hier die Hintergründe nachlesen.