Winnenden

Aldi-Bau am Steiger-Kreisel beginnt

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Der Grundstein mit der Zeitkapsel, in der sich traditionell unter anderem die aktuelle Währung, die Tageszeitung und ein Satz aus der Bibel befinden, wird später in die Stützmauer des ersten Hauses des Quartier Nature8 eingefügt. Von links: OB Hartmut Holzwarth, Ines Dietze (Vorstandschefin Kreissparkasse), Dr. Anna Christmann (MdB, Grüne, Stuttgart), Celine Traub (Winnender Mädle), Dr. Joachim Pfeiffer (MdB CDU), Staatssekretär im Innenministerium Wilfried Klenk, Pfarrer Reimar Krauß, Tochter und Vater Klaus-Martin Pfleiderer (Projektbau), Lars Hetzel (Aldi), Michael Rieger (Baugenossenschaft Winnenden). © Palmizi / ZVW

Winnenden. Der nächste wichtige Schritt für die Entstehung des Einkaufs- und Wohnquartiers „Nature-Eight - das grüne Tor von Winnenden“ an der Schorndorfer Straße ist geschafft: Der Boden ist frei von Altlasten, die Discounter-Kette Aldi kann mit dem Bau ihres Markts beginnen. Gleichzeitig startet der Erdaushub für drei der insgesamt acht geplanten Mehrfamilienhäuser.

Bei der feierlichen Grundsteinlegung am Mittwoch waren schon einige der künftigen Bewohner auf dem grob geschotterten Festgelände, dem künftigen Aldi-Standort, unter den 200 Gästen – in zwei Jahren etwa werden sie hier einziehen. Die Einkaufsgelegenheit, auch für Bewohner aus den angrenzenden Wohngebieten und Teilorten, wird jedoch schon im Mai 2019 eröffnet.

Bereits fertig ist der Ganztagskindergarten Seewasen mit 60 Plätzen, auf der anderen Seite des Björn-Steiger-Kreisels. „Ein wichtiger Faktor für unsere künftigen Bewohner“, wie Bauträger Klaus-Martin Pfleiderer sagte. Mit dem Fest bedankte er sich bei allen an der Entstehung des Gebiets Beteiligten und erzählte die Entstehungsgeschichte. Stolz ist er darauf, dass die wichtigen Absprachen mit Handschlag besiegelt – und eingehalten wurden in einer hervorragenden Zusammenarbeit von 15 Büros und Behörden.

Weitsicht des früheren Stadtentwicklers Güthler gelobt

Mit Worten gewürdigt wurde Daniel Güthler, der frühere Leiter des Stadtentwicklungsamts, der 2013 Baubürgermeister in Kornwestheim wurde. 2011 hatte er die Idee, hier Wohnbau plus Nahversorgung zu ermöglichen. Zusammen mit Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth unterbreitete er sie den Firmeninhabern, die zusammen mit den Familien Wöhrle-Nachtrieb, Wöhrle-Reiter und Brand ihre Grundstücke, fast zwei Hektar, an Pfleiderer verkauften.

2016 hat der Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan aufzustellen. Dann wurden geschützte Zauneidechsen nach Birkmannsweiler an den Sonnenhang umgesiedelt. Ende 2017 verlagerte die Firma Seifen-Wöhrle ihren Betrieb nach Hertmannsweiler und zuletzt wachte ein Kampfmittelbeseitiger über die Erdarbeiten, falls ein aktiver Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gesteckt hätte. 14 000 Kubikmeter Erde sind nun abtransportiert worden.

Neue Mietwohnungen der BGW vom gleichen Architekturbüro

Auch die Baugenossenschaft Winnenden bezog man dank Güthlers Weitsicht früh in die Planung ein. Sie wird ihre Mietshäuser von 1961 am Eichendorffweg ab Jahresende abreißen und über den neuen Paul-Wöhrle-Ring eine ausreichend breite Zufahrt zu den neuen Tiefgaragen haben. 47 neue Mietwohnungen werden im gleichen Stil wie Pfleiderers 90 Eigentumswohnungen gebaut, entworfen vom Winnender Architektur-Büro Droemer und Schwarz. Die BGW investiert zehn Millionen Euro, Projektbau Pfleiderer 30 Millionen.

Die Aldi-Filiale ist die zweite in der Region mit dem neuen modernen Design. Auf dem Flachdach befindet sich eine Fotovoltaikanlage mit 100 Kilowatt Leistung, geeignet, Strom für Kühlung und Beleuchtung des Markts zu erzeugen und noch 20 Prozent ins Netz einzuspeisen. Kunden und Mitarbeiter werden durch eine Glasfassade auf den Bürger Schlossberg blicken können, alles sei hell und freundlich und auch hinten „nicht pfui, sondern die Anlieferung der Waren wird komplett eingehaust“, so Lars Hetzel von Aldi. Das bedeutet, die Lkw laden in einer Garage ab und die darüber Wohnenden werden nicht belästigt.


400 Bewohner

In drei bis vier Jahren, so ist der Plan, werden alle 90 Eigentumswohnungen in acht Häusern fertig sein – rechnerisch geht man davon aus, dass hier dann einmal 270 Menschen wohnen werden. Dazu kommen 46 Mietwohnungen in drei Häusern der BGW für rechnerisch 138 Personen.

Staatssekretär Wilfried Klenk berichtete von einer Änderung der Zuständigkeit: Künftig können kommunale Baurechtsbehörden mit Bauherrn flexibler über Fahrradstellplätze und Barrierefreiheit verhandeln.