Winnenden

An dieser Ampel in Winnenden müssen Fußgänger schnell sein

Ameplschaltung
Diese Gruppe von Fußgängern ist kurz, nachdem die Ampel auf Grün geschalten hat, losgelaufen. Als es rot wird, sind manche noch nicht einmal bei der Hälfte des Überweges angekommen. Wer wenige Augenblicke früher losgelaufen ist, erreicht die andere Straßenseite gerade rechtzeitig. © Schmitzer

Am Fußgängerüberweg zwischen der unteren Marktstraße und der Steak- und Schnitzelmeisterei müssen Fußgänger schnell sein. Wenn es grün wird, haben sie nur etwas mehr als handgestoppte 11,7 Sekunden Zeit, um die Straße zu überqueren. Das schafft nicht jeder.

Vergangene Woche steht an der Ampel eine ältere Frau. Sie hat ein kleines Kind am Arm, das nicht älter als zwei Jahre alt ist. Unmittelbar nachdem die Ampel auf Grün schaltet, laufen die beiden los. Auf der anderen Seite sind sie erst, als die Ampel schon für Sekunden Rot anzeigt. Die Autos fahren los, obwohl die Frau und das Kind noch zwei Schritte zu gehen haben. Wenig später steht eine größere Gruppe, die in Richtung Bahnhof möchte, an der Ampel. Insgesamt elf Leute, der Platz wird eng. In Coronazeiten müssen außerdem die anderthalb Meter Abstand eingehalten werden. Wer zum hinteren Teil der Gruppe gehört, hat also einen deutlich längeren Weg zu gehen. Es wird grün. Das Ende der Gruppe schafft es innerhalb der Grünphase nicht einmal bis zur Verkehrsinsel in der Straßenmitte. „Ich denke mir immer, dass ich schnell sein muss, wenn ich über diese Straße laufe“, sagt eine Fußgängerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Leute, die nicht mehr so schnell wie ich sind, haben hier bestimmt Probleme.“

Stadt will die Ampelanlage überprüfen lassen

In der vergangenen Gemeinderatssitzung sprach ALi-Rätin Susanne Kiefer dieses Thema an. „Mir wurde erzählt, dass die Ampelschaltung einfach zu kurz ist. Die Person, die mir das erzählt hat, kam neulich innerhalb der Grünphase nicht über die Ampel“, sagte sie.

Die Amtsleiterin des Amtes für öffentliche Ordnung, Beatrice Hertel, war ebenfalls in der Sitzung. „Eigentlich müsste die Grünphase den gängigen Regularien entsprechen“, sagte sie. Selbst wenn die Ampel rot werde, hätten Fußgänger noch kurz Zeit. „Jede Ampelanlage hat eine sogenannte Räumphase“, sagte Hertel. Trotzdem wolle sie die Anlage überprüfen lassen.

Die Ampelschaltung ist mit anderen Ampeln verknüpft

Obwohl die Ampel für Fußgänger nur wenige Sekunden auf Grün steht, sammeln sich in dieser Zeit vier bis fünf Autos auf der Straße. „Die Autofahrer warten zum Glück meistens, auch wenn man bei Rot noch auf der Straße ist“, sagt die Fußgängerin, die etwas verwundert ist: „Manchmal muss man hier sehr lange warten, bis es grün wird. Manchmal geht es allerdings auch schnell.“

Woran liegt das? „Bei der Ampel handelt es sich um eine Anforderungsampel, die aber mit anderen Ampelschaltungen verknüpft ist“, schreibt Emely Rehberger, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage. Die Wartezeit hänge davon ab, wann im Umfeld andere Ampeln ebenfalls von Fußgängern betätigt werden.

Zudem sei die Ampel mittels einer Busbeschleunigung ausgestattet. „Das heißt, wenn der Bus kommt, wird die Fußgängeranforderung ausgesetzt, damit beim Bus keine Verzögerungen eintreten“, erklärt Rehberger.

Wenn Fußgänger auf der Mittelinsel erneut die Ampel betätigen, verlängere sich die Grünphase um ein paar Sekunden. „Das wurde damals beim Umbau zur Blindenampel installiert um hier gerade Personen mit Handicap entgegenzukommen“, so Emely Rehberger.

Am Fußgängerüberweg zwischen der unteren Marktstraße und der Steak- und Schnitzelmeisterei müssen Fußgänger schnell sein. Wenn es grün wird, haben sie nur etwas mehr als handgestoppte 11,7 Sekunden Zeit, um die Straße zu überqueren. Das schafft nicht jeder.

Vergangene Woche steht an der Ampel eine ältere Frau. Sie hat ein kleines Kind am Arm, das nicht älter als zwei Jahre alt ist. Unmittelbar nachdem die Ampel auf Grün schaltet, laufen die beiden los. Auf der anderen Seite sind sie

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper