Winnenden

An Pfingsten fliegen Winnender wieder auf die Kanaren

Reisebüro
Die Welt wird wieder offener für Reisen: Stefani Reuter-Kraus und Elsbeth Reuter im Reisebüro am Viehmarktplatz. © Benjamin Büttner

Frühling im Reisebüro Reuter. Kurz vor Pfingsten tun sich Reisemöglichkeiten auf, die vor Wochen noch so kompliziert mit Coronaregeln überwachsen waren, dass sich keiner rantraute. Nun fragen Winnender Kunden nach Mallorca und bekommen Angebote. Malta und Kreta funktionieren als Reiseziele, Schleswig-Holstein ist wieder möglich, auch in Bayern öffnet sich manches, auch wenn man da genauer hinschauen muss, wie Inhaberin Elsbeth Reuter im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt.

Die Wunschziele vieler Kunden sind jetzt wieder erreichbar

Die Senior-Chefin des Reisebüros am Viehmarktplatz hatte am Samstag Vollbeschäftigung. Ein Kunde nach dem anderen meldete sich am Telefon oder kam zu einer persönlichen Beratung ins Büro. „Es war fast wie zu Zeiten vor Corona“, sagt Elsbeth Reuter, „und ich dachte schon, das käme nie wieder!“ Die Freude ist groß in dem kleinen, inhabergeführten Reisebüro. Wenn jetzt eine Familie noch schnell einen Pfingsturlaub buchen möchte, können Reuter und ihre Tochter Stefani Reuter-Kraus Angebote ausbreiten, die von Gran Canaria über Mallorca nach Malta und Kreta reichen. Das seien die Wunschziele vieler Kunden, und die seien auch möglich unter Einhaltung der jeweiligen Corona-Vorschriften.

Die PCR-Tests für die Flüge sind jetzt einfacher zu bekommen

Die sind mal lockerer und mal strenger. Braucht es einen PCR-Test? Wie alt darf er sein? Woher kriegt man so schnell ein PCR-Testergebnis? Das sind alles Fragen, die im Reisebüro aufkommen und die dort im Zweifel die Reisebürokauffrauen schnell aufwerfen und beantworten. Wer im Reisefieber ist, der denkt ja nicht gleich an alles und an die vielen Unterschiedlichkeiten. Vor Wochen hatten sie einen Kunden, der ganz schnell nach Athen musste. Flüge gab es nur wenige. Aber die Fachfrauen wissen, dass über Wien viele Verbindungen nach Osteuropa möglich sind. Für den PCR-Test empfahlen sie das Testzentrum des Flughafens. Der Mann ging hin, bekam nach wenigen Stunden sein Testergebnis und flog am anderen Tag nach Athen. Heute ist es einfach, weil Winnenden im Rems-Murr-Klinikum jetzt ein PCR-Testzentrum hat, das sieben Tage in der Woche arbeitet und das die Abstriche direkt im Klinikum analysiert und innerhalb weniger Stunden das Ergebnis liefert.

Durch Corona ändert sich jeden Tag etwas, erst recht, wenn man mit aller Herren Länder zu tun hat. Stammkunden rufen bei Reuters an: „Wir hatten vor drei Jahren in Portugal so ein schönes Hotel. So etwas möchten wir wieder. Was haben Sie da?“ „Portugal ist grade noch a bissle frisch“, sagt Elsbeth Reuter. Aber sie findet etwas Passendes anderswo, wo es wärmer ist, wo die Corona-Regeln handhabbar sind, wo man für den Hinflug nur einmal umsteigen muss. Im Gespräch, im Hin und Her, entwickelt sich ein neues Reiseziel, das alle Ansprüche abdeckt, die noch vom früheren Ziel her bestehen, und das doch irgendwo ganz anders ist. Es macht Elsbeth Reuter Spaß, ihre jahrzehntelange Erfahrung einzubringen, ihre Kunden zu verstehen und ihnen die passende Reise zu vermitteln.

Reuters denken an kleine Finten, die in einer Reise stecken können

Die Kunden sind jene, die sich die lange Suche nach dem günstigsten Urlaub im Internet sparen wollen, die sich selber kennen und wissen, dass sie im Internet doch manchmal noch ein paar Kleinigkeiten übersehen, die ihnen dann zum Nachteil gereichen.

Reuters denken an solche kleinen Fallen. Da fliegt einer mit Eurowings in Urlaub und darf 23 Kilogramm Gepäck gratis mitnehmen. Auf dem Rückflug hat er aus Termingründen TUI gebucht. Dann darf er vielleicht nur 15 Kilo mitnehmen. Wenn er’s nicht vorher schnallt, zahlt er am Flughafen 60 Euro Aufpreis. Wenn er mit seinen Reisebürokaufleuten spricht, sagen die ihm, dass er nur 20 Kilo mitnehmen soll und bei TUI gleich den Aufpreis für fünf Kilo Mehrgepäck buchen soll. Das spart Geld, Ärger und Zeit. Dafür ist das Reisebüro da.

Ist das Reisen teuer geworden in der Coronazeit?

Seit wenigen Tagen wird das Angebot an Sommerzielen, aber auch schon an Pfingstzielen wieder größer, und die Reisebüros können ihren Kunden wieder eine größere Auswahl anbieten. Die Fachleute wie die Kunden werden aber feststellen: Reisen ist teuer geworden in Coronazeiten. „Wenn ich sehe, was Mallorca kostet ... Vor drei Jahren, wenn ich so etwas angeboten hätte, hätte man mir gesagt: Du hosch en Vogel.“ Aber jetzt geht es nicht mehr anders. Gerade Mallorca hat sich sehr verteuert, und Schnäppchenangebote gibt es gar keine mehr. Ein bisschen günstiger war am Montag noch Gran Canaria, das normalerweise immer mehr kostet als Mallorca. Die Hotels haben hohe Kosten durch den Infektionsschutz. Nicht dass die jetzt alle ausgebucht wären. Im Gegenteil. Es sind bei einer Hotelkette, die zehn Hotels auf Mallorca hat, dann eben nur sechs geöffnet. „Richtung Sommer werden es bestimmt mehr, aber ich glaube nicht, dass sich das auf den Preis niederschlagen wird“, sagt Reuter.

Neben den Hotels sind auch die Flüge teuer geworden. Touristikunternehmen buchen zunächst mal zehn Plätze zu einem erschwinglichen Preis. Wenn die schnell wegverkauft sind, buchen sie die nächste Tranche, und die ist erheblich teurer. Die gängigen Billigflieger sind laut Reuter noch gar nicht am Start. „Lauda Air ist raus“, sagt sie, „ob Ryan Air noch was von Stuttgart aus machen wird, weiß ich nicht.“ Reisen ist komplizierter geworden. Es braucht wieder mehr Beratung.

Selbst ein Urlaub in Deutschland will gut vorbereitet sein. Elsbeth Reuter fährt gerne nach Bad Füssing. Da hört man jetzt: Vielleicht wird es was an Pfingsten. Nur: Ob das Bad geöffnet sein wird, wissen sie jetzt noch nicht. Wenn man jetzt Urlaub bucht, muss man genau hinschauen.

Frühling im Reisebüro Reuter. Kurz vor Pfingsten tun sich Reisemöglichkeiten auf, die vor Wochen noch so kompliziert mit Coronaregeln überwachsen waren, dass sich keiner rantraute. Nun fragen Winnender Kunden nach Mallorca und bekommen Angebote. Malta und Kreta funktionieren als Reiseziele, Schleswig-Holstein ist wieder möglich, auch in Bayern öffnet sich manches, auch wenn man da genauer hinschauen muss, wie Inhaberin Elsbeth Reuter im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt.

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