Winnenden

Andrang bei der spontanen Impfaktion - wie ist die Lage bei Hausärzten?

Booster Impfung
Ein Teil der gigantischen Warteschlange vom Freitag, die an der Hermann-Schwab-Halle begann und sich um den Stadtgarten herum bis zum Christian-Wunderlich-Kindergarten bildete. © Alexandra Palmizi

Die Stadt hat zusammen mit mobilen Impfteams bereits zwölf Impfaktionen gegen das Coronavirus an acht Terminen angeboten. Keine ist bislang derart überrannt worden wie die am Freitagnachmittag, 5. November. Die Warteschlange reichte rund um den Stadtgarten, gegen 16 Uhr war den Organisatoren klar, dass die 400 Impfdosen im Gepäck nicht für alle reichen würden, und sie informierten die weit hinten stehenden Leute entsprechend. Doch warum dieser Andrang? Mit verantwortlich vermutlich die am Mittwoch ausgerufene Warnstufe, für viele Innenraumveranstaltungen müssen Ungeimpfte ohne ärztliches Attest nun einen teuren PCR-Test vorlegen. Das war sicher für viele der 130 Erstimpflinge der Antrieb, sich zur Schwab-Halle zu begeben.

Wer rechtzeitig einen Termin vereinbart, bekommt seine dritte Spritze

Doch warum stellten sich noch viel mehr Menschen, 220 an der Zahl, bei kühlen acht Grad Tageshöchsttemperatur in die Warteschlange, die ihre Impfung auffrischen lassen wollten, zum dritten Mal? Ohne Garantie, auch wirklich dranzukommen? Die meisten von ihnen sind über 70, weil sie im Frühjahr ja auch als Erste (in den Impfzentren und bei Aktionen mit mobilen Impfteams) dran waren. Warum also machen diese Leute nicht einfach einen Termin bei ihrem Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt dafür aus?

Das erste Stichwort, das uns ein Wartender per Handy-Anruf mitteilt, ist: Beim Hausarzt müsse man sechs Wochen auf einen Impf-Termin gegen Corona warten.

Die Recherche bestätigt das. Ein weiterer Informant aus Winnenden wird an diesem Montag bei seinem Hausarzt vorstellig – und erhält den Termin für seine dritte Impfung sieben Wochen später, kurz vor Weihnachten.

Je näher Weihnachten rückt, desto stärker wird wohl der Booster-Wunsch

Ein anderer Informant, 70 Jahre alt, hat vor fünf Wochen gemerkt, dass seine zweite Impfung (im Impfzentrum) Anfang Oktober sechs Monate her ist. Damals bekam er dann von seinem Hausarzt einen Termin für Mitte November. Wir hakten in dieser Praxis nach, wie die Stimmung beim Personal und bei den Patienten ist. Weil sie zufällig unter den vielen Hausarztpraxen herausgepickt wurde, wollen wir den Namen nicht nennen.

Die Arzthelferin spricht von einer „entspannten Stimmung“ unter den Patienten, der große Run auf die Drittimpfung habe noch nicht eingesetzt. Sie glaubt, dass das noch kommen kann, je näher das Weihnachtsfest rückt, an dem die Menschen mit einem sicheren Gefühl im Kreis ihrer Lieben feiern wollen. Die Praxis handhabt es im Moment aber auch so, dass sie vorrangig den über 70-Jährigen nach 6 Monaten die Auffrischungsimpfung gibt, Jüngeren nur nach einer Besprechung mit dem Arzt. „Im November ist schon alles recht voll“, sagt die medizinische Fachkraft mit Blick auf den Corona-Impfkalender, „wir schaffen derzeit zwölf Impfungen gegen Sars-Cov2 am Tag.“ Das sei schon recht knackig, denn in so einer Hausarztpraxis sind ja noch viele andere Impfungen, Blut- und andere Untersuchungen zu managen, und natürlich die Sprechstunde.

Auch ist der Vorlauf für Impfstoffbestellung derzeit mit zwei Wochen noch recht lang. „Das könnte sich bald ändern in eine wöchentliche Bestellung, dann könnten wir auch einen größeren Vorrat anlegen“, sagt die Arzthelferin. Dann kommt es aber immer noch auf die Ausstattung der Praxis mit Personal an, ob es deutlich mehr Impfdosen am Tag managen kann. Termine vereinbaren, die Bürokratie, die gerade an dieser Impfung hängt, bewältigen, es ist ein ungleich höherer Aufwand als bei Grippe- oder anderen Impfungen.

Nächste Impfaktion ohne Termin: 10. Dezember in Birkmannsweiler

Impfaktionen wie die der Stadt Winnenden oder auch die angedachte Wiedereröffnung der Impfzentren sieht die Frau als eine entlastende, hilfreiche Sache an, um die flächendeckende Verbreitung des Impfstoffs zu forcieren. In einem Monat jedenfalls, das steht schon kurz nach der Rekord-Impf-Aktion in Winnenden fest: Am 10. Dezember kann man wieder von 14 bis 19 Uhr ohne Termin kommen (Achtung, neuer Ort), in die Birkmannsweiler Halle, Talaue 23, 71364 Winnenden. Ohne Anmeldung werden Erst-, Zweit- und Drittimpfungen angeboten - solange Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Stadt hat zusammen mit mobilen Impfteams bereits zwölf Impfaktionen gegen das Coronavirus an acht Terminen angeboten. Keine ist bislang derart überrannt worden wie die am Freitagnachmittag, 5. November. Die Warteschlange reichte rund um den Stadtgarten, gegen 16 Uhr war den Organisatoren klar, dass die 400 Impfdosen im Gepäck nicht für alle reichen würden, und sie informierten die weit hinten stehenden Leute entsprechend. Doch warum dieser Andrang? Mit verantwortlich vermutlich die am

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