Winnenden

Anklage fordert 14 Jahre Haft für Mario L.

Mafia im Rems Murr Kreis_0
Die Ndrangheta, die kalabrische Mafia, hat auch im Rems-Murr-Kreis eine Außenstelle. © Christine Tantschinez

Winnenden/Catanzaro.
14 Jahre Gefängnis fordert die Staatsanwaltschaft im kalabrischen Catanzaro für Mario L. und 12 Jahre für Domenico P. – die beiden Gastronomen, die bis zu ihrer Verhaftung im Rems-Murr-Kreis lebten, sollen eine wichtige Rolle bei den Umtrieben der kalabrischen Mafia Ndrangheta im Stuttgarter Raum gespielt haben. Verhaftet worden waren sie im Januar 2018 im Zuge der großen italienischen Anti-Ndrangheta-Aktion „Operation Styx“, die zu insgesamt 170 Festnahmen führte, unter anderem wegen des Verdachts auf Drogenhandel, Waffengeschäfte und erpresserische Wirtschaftsmachenschaften wie den Verkauf überteuerter Lebensmittel an Gastronomen. Im März hat nun die gerichtliche Aufarbeitung begonnen.

Schlüsselfigur für die Deutschlandgeschäfte

Mario L., geboren 1956 in der kalabrischen Gemeinde Mandatoriccio, war im Rems-Murr-Kreis so etwas wie eine öffentliche Persönlichkeit. Er betrieb diverse Pizzerien. Wenn er zu kalabrischen Abenden lud, mal in die Alte Kelter in Fellbach, mal in die Schwabenlandhalle, war es „für viele eine Ehre“, dabei zu sein, erzählen Polizei-Ermittler. So war es bis zuletzt, noch 2016, bei der Feier seines 60. Geburtstages. Mario L. soll eine Schlüsselfigur für die Deutschlandgeschäfte des Ndrangheta-Clans Farao-Marincola gewesen sein, eine Art Statthalter der Organisation im Norden.

Domenico P., geboren 1970 in Cirò Marina, gut 30 Kilometer von Mandatoriccio entfernt, war Betreiber eines Lokals in Fellbach. Auch gegen ihn gärte schon lange der Verdacht. 2005 vermutete das Bundeskriminalamt, dass in diesem Lokal organisatorische Fäden der Ndrangheta im Raum Stuttgart zusammenliefen.

Mehr über die Mafia im Rems-Murr-Kreis und die Hintergründe lesen Sie in unserer Serie unter www.zvw.de/mafia