Winnenden

Anstrengende Wochen nach der Praxis-Übernahme für Dr. Schlüter in Winnenden

Anke Schlüter
Dr. med. Anke Schlüter in der Praxis im Schelmenholz. © Gabriel Habermann

Anstrengende Wochen und Monate liegen hinter Dr. med. Anke Schlüter und ihrem Team. Im April hat die 40-Jährige die Arztpraxis von Dimitri Wesnin im Schelmenholz übernommen, der im Februar verstorben ist. Als zusätzliche Zweigpraxis wohlgemerkt, denn die 40-Jährige praktiziert auch am Holzmarkt. IT-Probleme erschweren dem Team mittlerweile den Alltag. Wie läuft es ansonsten? Wir haben die Ärztin besucht.

Mit dem Gedanken, irgendwann einmal eine zweite Praxis zu eröffnen, hat Anke Schlüter schon länger gespielt. Im Frühjahr ist dann alles sehr schnell gegangen: Räume an der Forststraße angeschaut, ein paar Tage nachgedacht, Verträge unterschrieben. Würde sie diese Entscheidung auch jetzt noch so treffen? Die Ärztin überlegt kurz. „Es ist schon alles ziemlich schnell gegangen und der Zeitpunkt war wahrscheinlich nicht der geschickteste. Ich bin allerdings nach wie vor von der Entscheidung überzeugt und glaube, dass es strategisch gesehen auf jeden Fall richtig gewesen ist“, antwortet sie.

Ab dem neuen Jahr verlängerte Sprechzeiten in der Praxis

Seit April ist es extrem anstrengend und intensiv gewesen. Daraus macht Anke Schlüter kein Geheimnis. Die Suche nach weiteren Ärzten, die die Patienten gemeinsam mit ihr und ihrem Vater, Horst Schlüter, betreuen, hat sich schwierig gestaltet. Dies hat wiederum dazu geführt, dass die Ärztin und ihr Vater mehr gearbeitet haben als angedacht.

„Finanziell ist es momentan hier im Schelmenholz auch noch nicht lukrativ. Wir haben etwa 400 bis 500 Patienten im Quartal“, erzählt die Ärztin. Das soll sich allerdings ändern. „Dimitri Wesnin hatte circa 700 Patienten. Da wollen wir auch hinkommen“, sagt Anke Schlüter. Zum neuen Jahr, wenn mehr Personal zur Verfügung steht, sollen daher die Öffnungszeiten ausgeweitet werden.

Schlechte Telefon- und Internetverbindung

Spätestens dann sollen die technischen Probleme, mit denen das Personal im Schelmenholz kämpft, überwunden sein. „Wir haben unsere Akten aus der Praxis am Holzmarkt und der Zweigpraxis zusammengelegt“, erklärt die Ärztin. Patienten, die zuvor nur am Holzmarkt behandelt worden sind, aber eigentlich im Schelmenholz leben, können dadurch nun in die dortige Praxis wechseln.

Sämtliche Verbindungen, Telefon und Internet, laufen nun über die Praxis am Holzmarkt. „Zur Folge hat das, dass wir hier im Schelmenholz mit extremen Schwierigkeiten zu kämpfen haben“, seufzt Anke Schlüter.

Nach jedem Klick am Computer vergehen einige Sekunden, ehe sich etwas tut. „Die Telefonverbindung klingt teilweise so, wie wenn man mit dem Handy kein Netz hat“, ärgert sich die Ärztin. Der Grund für die Probleme: Anke Schlüter hat einen Glasfasertarif gebucht. Der Anbieter für Telefon und Internet hat jedoch erst im Nachhinein festgestellt, dass für den Anschluss an das Glasfasernetz innerhalb der Praxis noch Bauteile fehlen. Seither geht es nur schleppend voran. „Das ist kein Zustand für uns“, schimpft Anke Schlüter.

Es habe Tage gegeben, an denen das Personal mehrmals täglich mit dem Anbieter telefoniert hat. Zudem habe dieser schon Techniker geschickt, um dann festzustellen, dass es nicht die richtigen Fachmänner für die Probleme sind. Ein Spezialist, der die Ärztin in IT-Fragen berät, kümmert sich mittlerweile hauptsächlich darum, die Schwierigkeiten im Schelmenholz gemeinsam mit dem Anbieter zu lösen.

Die meisten Patienten haben Verständnis

Froh sind Anke Schlüter und ihr Team, dass die meisten Patienten Verständnis haben. Nur hin und wieder komme es zu Verärgerungen, etwa wenn die Schlange am Empfang besonders lang ist. Auch die geänderten Sprechzeiten sollen im kommenden Jahr dazu beitragen, dass sich dies bessert. Momentan ist es so, dass vor allem Infekte das Geschehen in der Praxis bestimmen. „Auch die Corona-Impfung ist wieder deutlich mehr gefragt. Wir haben inzwischen auch Nachfragen nach der fünften Impfung. Erst- und Zweitimpfung hingegen sind so gut wie gar nicht mehr nachgefragt“, weiß die Ärztin.

Anke Schlüter nimmt neue Patienten in der Praxis im Schelmenholz auf

Wer auf der Suche nach einem Hausarzt ist, kann sein Glück in der Praxis der 40-Jährigen im Schelmenholz versuchen. „Wir nehmen noch neue Patienten auf“, sagt sie. Zumindest, wenn die Neuankömmlinge die Praxis finden. „Es ist wohl nach wie vor so, dass einige nicht genau wissen, wo sich unsere Praxis befindet“, hat Anke Schlüter gehört.

Daher wird sie wohl in nächster Zeit auch in neue Schilder investieren, die verdeutlichen sollen, dass sich rechts neben dem Haupteingang des Hauses im Schelmenholz, an der Forststraße 45, auch noch eine Arztpraxis befindet.

Anstrengende Wochen und Monate liegen hinter Dr. med. Anke Schlüter und ihrem Team. Im April hat die 40-Jährige die Arztpraxis von Dimitri Wesnin im Schelmenholz übernommen, der im Februar verstorben ist. Als zusätzliche Zweigpraxis wohlgemerkt, denn die 40-Jährige praktiziert auch am Holzmarkt. IT-Probleme erschweren dem Team mittlerweile den Alltag. Wie läuft es ansonsten? Wir haben die Ärztin besucht.

Mit dem Gedanken, irgendwann einmal eine zweite Praxis zu eröffnen, hat Anke

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper