Winnenden

Apotheke am Torturm bietet Impfung an

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Am Torturm ist die erste und bisher einzige Apotheke Winnendens, die impft. An drei Abenden pro Woche bleibt das Rolltor offen. © Benjamin Büttner

Bei der Apotheke am Torturm bleibt künftig an drei Abenden pro Woche um 18.30 Uhr das Rollgitter oben. Elena Hatzis verwandelt den Verkaufsraum in eine kleine Impfstation. Schon am Dienstagmorgen waren für den Starttermin zwei Impfwillige angemeldet, im Lauf des Tages konnten weitere Leute buchen. „Ich biete über das Portal des Rems-Murr-Kreises sechs Impfungen pro Abend mit Biontech an“, sagt Elena Hatzis. Man findet Termine am Computer im Internet (www.rems-murr-kreis.de) oder über die Cosan-App, mit der sich auch Testtermine vereinbaren lassen. Oder man guckt nach dem Einkauf oder dem Besuch der Bücherei vorbei und fragt, ob noch Termine frei sind. „Abends ist es auf jeden Fall besser, man kommt sich nicht mit Kunden in die Quere“, sagt Elena Hatzis.

Die Tochter von Apotheken-Inhaberin Ingrid Hecht-Hatzis und Schwester des Teststationen-Managers Philipp Hatzis ist gespannt, wie das Angebot angenommen wird. Je nach Nachfrage kann sie es weiter ausbauen. Und wenn sie an den neuen Impfstoff Novavax kommt, wird sie auch diesen anbieten, so ist jedenfalls der Plan.

Die Apotheke am Torturm ist die erste und bisher einzige Apotheke in Winnenden, die impft. Erst seit 8. Februar haben Apotheken überhaupt die Erlaubnis des Bundes, dass sie gegen Covid-19 impfen dürfen.

Apotheke am Rathaus wartet noch, bis der große Run wieder einsetzt

Freilich war es nicht damit getan, den Termin abzuwarten und dann die Spritzen aufzuziehen. Man muss Prüfungen bestehen und den Wunsch bei der Apothekenkammer anzeigen, dann wieder ein, zwei Wochen warten, bis die Bestätigung da ist. Elke Seitz-Beller, Inhaberin der Apotheke am Rathaus, hat fast alles hinter sich gebracht und steht sozusagen in den Startlöchern. Sie wartet aber darauf, dass der große Run wieder einsetzt. „Wenn man so ein Fläschle anbricht, hält es nur sechs Stunden. Es gibt zwar ein neues Konzentrat von Biontech, das eine Woche lang haltbar ist, aber ich bekomme geliefert, was gerade beim Großhändler da ist.“ Und wenn sie sich vorstellt, dass sie die Hälfte des Impfstoffs wegschmeißen müsste – „dann fände ich das dekadent. Man muss das doch global sehen“, verweist sie auf Länder, die ganz wenig oder gar keinen Impfstoff haben, ganz einfach, weil so viel noch nicht produziert werden kann.

Noch ein Grund, warum Elke Seitz-Beller zumindest noch die nächsten zwei Wochen die Füße still hält mit ihrem Angebot: „Es macht Sinn in Notsituationen, bei großem Andrang. Dann, wenn die Arztpraxen entlastet werden müssen von Impfungen, damit sie ihre Termine für Patienten mit Infekten und Krankheiten frei haben.“ Zurzeit aber gebe es genug Impfgelegenheiten, die sollten ausgeschöpft werden, damit keine Reste weggeworfen werden müssen. „Die Strukturen für einen großen Andrang jetzt aufzubauen, halte ich aber für richtig von der Politik. Wenn Apotheken, Zahnärzte und Tierärzte impfen können, ist es zum Schutz der anderen Arztpraxen“, sagt Elke Seitz-Beller.

Manne Lucha: Jeder nicht Geimpfte soll sich der Verantwortung stellen

Die Impfungen in Apotheken ergänzen die bereits bestehenden Impfangebote in Arztpraxen, in regionalen Impfstützpunkten und durch Mobile Impfteams. Sie seien ein zusätzliches niedrigschwelliges und flächendeckendes Angebot, das die Impfkampagne des Landes unterstützt, freut sich der Sozial- und Gesundheitsminister des Landes, Manne Lucha, laut einer Pressemitteilung. Die langfristige, tragfähige Versorgung mit Impfungen sei der „Weg aus der Pandemie.“

Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, die zahlreichen Impfangebote auch in Anspruch zu nehmen, sagt der Minister: „Ich fordere jeden einzelnen noch nicht geimpften Erwachsenen auf, sich dieser Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu stellen und sich jetzt schnell impfen zu lassen. Es gibt ausreichend Impfstoff und freie Termine. Daher bitte ich Sie: Lassen Sie sich impfen und boostern.“

Novavax – insbesondere für Menschen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten

Der Bund erwartet ab dem 21. Februar die erste Lieferung des neuen Impfstoffes der Firma Novavax. Ab Ende Februar erhält das Land vom Bund über mehrere Wochen hinweg insgesamt rund 500.000 Dosen dieses Impfstoffs. Der Impfstoff wird unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahlen über die Stadt- und Landkreise bedarfsgerecht an entsprechende Akteure wie die niedergelassene Ärzteschaft oder Krankenhäuser verteilt. Aber vor allem auch in den durch das Land finanzierten Impfstützpunkten in den Stadt- und Landkreisen werde es Termine mit Novavax geben.

Das legt den Schluss nahe, dass normale Arztpraxen und Apotheken noch nicht so schnell an diesen Impfstoff gelangen. Das Ministerium kündigt an: „Da zunächst nicht alle Personen, die mit diesem Impfstoff geimpft werden möchten, gleichzeitig einen Termin bekommen können, werden zunächst vorrangig Personen mit Novavax geimpft werden, die der einrichtungsbezogenen Impfpflicht unterliegen.“ Also Personal von Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeheimen.

mRNA-Impfstoffe stehen weiterhin in ausreichender Zahl zur Verfügung

Allein im Dezember hat die niedergelassene Ärzteschaft bis zu 750.000 Impfungen pro Woche im Land durchgeführt, schreibt das Ministerium.

In Winnenden melden zwei Arztpraxen am Gesundheitszentrum neben dem Rems-Murr-Klinikum (HNO-Rühle und Dr. Richter) regelmäßig Impftermine, die man über das Portal des Rems-Murr-Kreises buchen kann, außerdem im Impfstützpunkt an der Linsenhalde 5.

Offenbar hat jedoch die im Dezember einsetzende Impfbereitschaft durch die Omikron-Variante einen Dämpfer erlitten. Weil viele geboosterte Menschen erkranken, denken andere, die Impfung sei sinnlos. Dem ist aber nicht so, denn sie schützt nach wie vor vor einem schweren Verlauf. Und weil es Wochen dauert, bis sich der Schutz aufbaut, sollte keine Zeit verloren werden. Dasselbe gilt fürs zweite Boostern der Altersgruppe ab 70 Jahren, das die Stiko bereits nach drei Monaten empfiehlt. Das Warten auf den an Omikron angepassten Impfstoff könnte dagegen zu lange dauern.

Bei der Apotheke am Torturm bleibt künftig an drei Abenden pro Woche um 18.30 Uhr das Rollgitter oben. Elena Hatzis verwandelt den Verkaufsraum in eine kleine Impfstation. Schon am Dienstagmorgen waren für den Starttermin zwei Impfwillige angemeldet, im Lauf des Tages konnten weitere Leute buchen. „Ich biete über das Portal des Rems-Murr-Kreises sechs Impfungen pro Abend mit Biontech an“, sagt Elena Hatzis. Man findet Termine am Computer im Internet (www.rems-murr-kreis.de) oder über die

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